Habegger
Willy Habegger aus Thun erstellte ab den 50er Jahren Seilbahnen. Anfangs spezialisierte sich seine Maschinenfabrik auf den Bau von kleineren Pendelbahnen, die vor allem zur Erschliessung von Ortschaften im Wallis gebaut wurden. Aber auch als Touristenziele konnten einige solche Bahnen realisiert werden. Nur ein Jahr nach seiner ersten Pendelbahn baute Habegger in Kandersteg eine Pendelbahn und eine Einersesselbahn zur Erschliessung des Sunnbüels. 1955 eröffnete Habegger in Adelboden die erste fixe Zweiersesselbahn der Schweiz zum Hahnenmoospass. Die Anlage war Ersatz für zwei Sektionen Funischlitten und besass wegklappbare Sitze nach Patent Habegger, die ein bequemes Ein- und Aussteigen ermöglichten. Ein Meilenstein in der Firmengeschichte war 1959 die Eröffnung der ersten kuppelbaren Gondelbahn zur Gartenbauaustellung in Zürich. Die Anlage basierte auf einem eigens entwickelten Kuppelsystem, das später nicht mehr zum Einsatz kam. Fortan verwendete Habegger bei Gondelbahnen das System von Giovanola.
Parallel zu dieser Entwicklung startete Habegger 1959 mit dem Bau von Skiliften. Dabei setzte er anfangs noch eine Portalstütze ein, später kam die von ihm entwickelte N-Stütze zum Einsatz, eine der wenigen Skiliftstützen, die gegen auftretende Torsionskräfte immun ist. In den 60er Jahren wurde Habegger zum grössten Seilbahnhersteller der Schweiz und realisierte nicht selten mehr als 20 Anlagen pro Jahr. Auch in den 70er Jahren setzte sich dieser Trend fort. Nicht nur Skilifte und Sesselbahnen, sondern auch grosse Pendelbahnen entstanden in diesen beiden Jahrzehnten unter der Leitung von Habegger. Nachdem 1980 die ersten beiden Gletscherskilifte von Habegger entstanden, die ähnlich zum Bühler-System aufgebaut waren, wollte Habegger 1981 auch in den Bau der kuppelbaren Sesselbahnen einsteigen und bekam noch vor zahlreichen anderen Firmen, die auch in diese Sparte einstiegen, den Zuschlag zu einer solchen Bahn in Flims-Laax-Falera. Doch noch vor der Fertigstellung nahm die Firmengeschichte ein jähes Ende. Bei der Windenbahn in Betten ereignete sich ein Unglück, bei dem das Zugseil der Bahn riss und die Kabine trotz geschlossener Fangbremse ins Tal rutschte. Da die Fangbremse die Kabine nicht zum Stillstand bringen konnte, ging man zunächst von einem Konstruktionsfehler aus, für den Habegger verantwortlich gewesen wäre. Das Beweisen seiner Unschuld am Unfall trieb Habegger an finanzielle Grenzen, sodass er schlussendlich seine Firma an eine Bank verkaufen musste. Von Roll erkaufte sich die Firma zu einem Schnäppchenpreis und zügelte mit ihrem Stahlwerk von Bern nach Thun.
Verwendete Klemmen:

Verwendete Laufwerke:

Skilifte:

Sonstige Seilbahnen:
 |