Seilbahnlexikon - Herausragende Schweizer Seilbahnen

Wie im ersten Kapitel dieser Enzyklopädie bereits deutlich wurde, trugen in den letzten 150 Jahren die Erfindungen aus zahlreichen verschiedenen Ländern dazu bei, dass sich die Seilbahn so rasant ausbreiten und entwickeln konnte. Doch speziell die Schweiz mit ihren zahlreichen Erfindern, Tüftlern und Ingenieuren tat sich im Seilbahnbau besonders hervor und prägte die Entwicklung so wie kein anderes Land der Erde. Kein Wunder also, dass von Anfang an auf Schweizer Boden weitgehend auf die einheimischen Konstruktionen und Erfindungen gesetzt wurde, die teils bis heute erhalten geblieben sind.

In den vorangegangenen Kapiteln wurde bereits grob darauf eingegangen, wie sich die einzelnen Seilbahnarten in der Schweiz verbreiten konnten, daher sei nun an dieser Stelle anknüpfend ein Überblick über jene Seilbahnen in der Schweiz gegeben, die auch heute noch als wertvolle Zeitdokumente der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte erhalten geblieben sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, speziell in Mitteleuropa, in denen eine Modernisierungswelle seit Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts für ein Aussterben nostalgischer Seilbahnen geführt hat, sind in der Schweiz bis heute zahlreiche dieser Industriedenkmäler noch immer tadellos in Betrieb. Gerade seit der Jahrtausendwende werden diese Exemplare aber auch auf Schweizer Boden immer rarer. Grund hierfür sind in erster Linie Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen in grösseren Skigebieten, bei denen ältere Seilbahnen durch weniger personal- und wartungsintensive Anlagen mit grösseren Förderleistungen ersetzt werden. Ohne Zweifel ist der Ersatz älterer Anlagen unumgänglich, wollen die Seilbahnen ihre grosse wirtschaftliche Bedeutung weiterhin aufrechterhalten. Dennoch kommt nostalgischen Seilbahnen auch eine grosse kulturelle Bedeutung zu, die es nach Möglichkeit zu erhalten gilt. Historische Fahrkarten, Technik und ein entsprechendes Ambiente sorgen nicht selten dafür, dass sich die Fahrgäste um 50 Jahre zurückversetzt fühlen und die Bergwelt noch so erleben können, wie es vor einem halben Jahrhundert der Fall war. Obwohl diese Art des Fahrterlebnisses bei Eisenbahnen mit Dampflokomotiven oder historischen Schiffen seit Jahrzehnten zahlreiche Gäste anzieht, gibt es bei Seilbahnen in der Schweiz ein derartiges Angebot bislang nur äusserst selten. Ein Umdenken in der Bevölkerung ist allerdings teilweise bereits aufgekommen. Bestes Beispiel hierfür ist die Nostalgiesesselbahn am Weissenstein, bei der es sich um die letzte verbliebene Seitwärtsesselbahn Typ VR101 der Schweiz handelt. Nachdem Ende 2009 die Bewilligung zum Betrieb auslief, wurde die Bahn vorerst stillgelegt, da der Betreiber sie durch eine gewöhnliche moderne Kabinenbahn ersetzen möchte. Hier sorgt seither Widerstand der Bevölkerung und des Heimatschutzes dafür, dass um die nostalgische Sesselbahn noch immer gekämpft wird. Es ist zu hoffen, dass die Bemühungen zum Erhalt dieses wertvollen Zeitdokuments der Schweizer Seilbahngeschichte Erfolg haben, denn gerade am Weissenstein, bei dem es sich um ein Naherholungsgebiet und nicht um ein Skigebiet handelt, ist eine moderne Seilbahn mit grosser Förderleistung nicht der einzige mögliche Weg zur erfolgreichen Erschliessung der Bergwelt. Geordnet nach Regionen gehen die folgenden Kapitel auf ähnliche, noch in Betrieb befindliche herausragende Exemplare des Schweizer Seilbahnbaus ein, die in wirtschaftlicher, technischer oder kultureller Hinsicht auch heute noch eine grosse Bedeutung haben.

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