Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Bartholet

Allgemeine Informationen
Name
Bartholet

Land
CH

Gründungsjahr
1963

Das Familienunternehmen Bartholet Metallbau AG aus Flums begann Ende der 60er Jahre mit der Konstruktion von Seilbahnen und Schleppliften. Heute ist die Firma der letzte grosse unabhängige Schweizer Hersteller.

Anfänglich begann die Firma mit dem Bau einiger Occasionsanlagen rund um den Firmenstandort im Seeztal. Zu den ersten Bahnen zählte 1976 eine Gruppenpendelbahn oberhalb von Flums am Kleinberg. Diese wurde auf Basis der ein Jahr zuvor abgebauten Oehler-Kabinenbahn aus Wangs gebaut und verwendete Elemente wie beispielsweise die Stützen weiter. Zuvor hatte die Firma bereits einige Schlepplifte realisiert, diese mit eigener Technik. Der erste Schlepplift mit dieser Technik aus dem Hause Bartholet war 1972 der Schlepplift Weisstannen im gleichnamigen Tal, der 2008 abgebaut wurde. Weitere solche Anlagen entstanden an der Rigi Scheidegg, am Flumserberg, am Kleinberg oberhalb von Flums sowie in Saas Balen im Wallis. Mit weiterentwickelter Technik entstanden ab den 80er Jahren weitere Anlagen mit für die Firma typischen Rundrohr-T-Stützen.

Neben den Schleppliften und einigen kleineren Pendelbahnen stieg Bartholet aber 1981 auch in den Bau von fixen Sesselbahnen ein. Die erste solche Anlage entstand wiederum am Flumserberg, wo die Firma drei Jahre später eine weitere Zweiersesselbahn erstellen konnte. Bis zu den nächsten Sesselbahnen auf Schweizer Boden dauerte es jedoch bis 1995, ehe Bartholet auf der Davoser Schatzalp erneut eine Zweiersesselbahn erstellen konnte. Diese moderne Bahn wies bereits neue gepolsterte Sessel sowie Kompaktstationen mit Unterflurantrieb und Gewichtsabspannung auf, wie die Firma sie bis heute bei ihren fixen Sesselbahnen einsetzt. Anfänglich wurden die Bahnen noch grösstenteils mit Fachwerkstützen ausgestattet, seit dem Bau der Sesselbahn auf der Axalp 1998 setzt die Firma jedoch auf Mehrkantstützen.

Die erste kuppelbare Bahn der Firma entstand im selben Jahr oberhalb von Chur nach Brambrüesch. Allerdings handelte es sich dabei nicht um eine Eigenkonstruktion, sondern um eine Von Roll-Occasionsanlage aus Flims. Die Bahn, mit VR102-Klemmen ausgestattet, wurde am neuen Standort mit neuen Stützen, Rollenbatterien und einigen weiteren Komponenten aus dem Hause Bartholet bestückt. Fünf Jahre später entstand am Flumserberg die erste kuppelbare Vierersesselbahn der Firma, allerdings handelte es sich hierbei um eine astreine Bahn von Baco-Poma, bei denen Bartholet die Technik lediglich kaufte und vor Ort aufstellte.

Bedingt durch den Wegfall der Pflicht, bei grösseren Pendelbahnen eine Fangbremse einzubauen, begann Bartholet 2006 auch mit dem Bau ebendieser Bahnart. Die erste Anlage entstand im selben Jahr als Pendelbahn mit 45er Kabinen von Chur zum Känzeli. Die Bahn weist eine Stütze und zwei Tragseile pro Fahrbahn auf. 2008 entstand in Dallenwil eine weitere Bahn dieses Bahntyps, allerdings mit 30er Kabinen.

Seit 2008 ist Bartholet als einer der heute wenigen Hersteller, der nicht zu Doppelmayr oder Leitner gehört, im Bau von kuppelbaren Anlagen mit weitgehend hauseigener Technik aktiv. Die Firma setzt dabei die Kuppelklemme der ehemaligen österreichischen Firma Felix Wopfner ein, welche auch eine Lizenz an den deutschen Hersteller Loipolder vergab . 2008 entstand in Kooperation mit der französischen Firma Montaval die erste Sechsersesselbahn der Firmengeschichte im französischen Val d’Isère . Eine zweite Anlage in Frankreich folgte ein Jahr später. 2010 baute Bartholet die erste eigene kuppelbare Anlage auf Schweizer Boden, eine Vierersesselbahn in Crans-Montana.

Seit Sommer 2010 ist Bartholet in Val Thorens mit dem Bau einer Funitelanlage mit Pendelbetrieb beschäftigt. Diese Bahn entsteht gemeinsam mit der Betreibergesellschaft der Trois Vallées, die bereits Fachwissen vom Bau der ersten Funitelanlage 1990 mitbringt. Die Fertigstellung der Anlage ist für 2011 geplant.



Verweise