Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Küpfer

Allgemeine Informationen
Name
Küpfer

Land
CH

Gründungsjahr

Die Firma Küpfer aus dem nahe Thun gelegenen Steffisburg begann nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Bau von kleineren Pendelbahnen. Nachdem diese erfolgreich abgesetzt werden konnten, stieg die Firma später auch in den Bau von Schleppliften sowie fixen Sesselbahnen ein.

Die anfänglich wie so oft zur Ortserschliessung genutzten Kleinpendelbahnen kamen von Küpfer nachweislich spätestens 1948 auf den Markt. In diesem Jahr erstellte die Firma die erste Seilbahn in Attinghausen. Bei dieser Bahn handelte es sich um eine kantonal konzessionierte Seilbahn mit vierplätzigen Kabinen. Im Gegensatz zu anderen Herstellern, speziell in der Innerschweiz, bot Küpfer ab den 50er Jahren aber auch grössere Bahnen mit Kabinen bis zu 15 Personen an. Diese waren, wie es die Gesetze des Bundes erforderten, mit Tragseilbremsen ausgerüstet. Die erste solche Bahn von Küpfer entstand 1952 in Engelberg zum Brunni. Damit zählte die Firma in der Schweiz zur Konkurrenz von namhaften Firmen wie Habegger oder Von Roll, die ebendiese Art der Pendelbahn ebenfalls anboten. Mehrere solcher Bahnen wurden bis in die 60er Jahre erstellt, ehe man ab dann auf Kabinengrössen bis zu 30 Personen aufstockte. Im Gegensatz zur nationalen Konkurrenz Von Roll stellte Küpfer diese Bahnen allerdings nur mit einem Tragseil pro Fahrbahn her, im Gegensatz zu den zweien bei Von Roll. Konträr zu den frühen Bahnen wurden die Küpfer-Pendelbahnen mehr und mehr touristisch genutzt, das heisst zur Erschliessung von Skigebieten, wie beispielsweise auf der Elsigenalp bei Frutigen, aber auch als Zubringer zu Kraftwerken, wie es an der Grande Dixence der Fall war.

Bedingt durch den aufblühenden Wintertourismus in der Schweiz begann Küpfer Mitte der 60er Jahre auch mit dem Bau von Schleppliften. Die erste Anlage 1965 in Eriz wurde noch mit Portalstützen ausgeführt, alle nachfolgenden Anlagen, die zumeist eher leichter Natur waren, besassen Rundrohr-T-Stützen, oder aber in der etwas schwereren Ausführung auch Fachwerkstützen. Derartige Anlagen entstanden zunächst nahe des Firmenstandortes vor allem im Berner Mittelland, ab den 70er Jahren breiteten sich die Küpfer-Anlagen aber auch auf die Nachbarkantone aus.

Auch Küpfer beschäftigte sich schon früh mit einer Lösung für ein voll kurvengängiges System für Schlepplifte und Sesselbahnen. Bedingt durch die Gehängekonstruktionen beim Constam-System sind Kurven im Normalfall nur in eine Richtung möglich, eine Ablenkung nach innen. Die Firma erfand Mitte der 70er Jahre allerdings eine innovative Lösung mit zwei parallelen Zugseilen, durch die die Gehänge entsprechend gekippt werden konnten, sodass Kurven in alle Richtungen beliebig möglich wurden. Ursprünglich sowohl für Schlepplifte wie auch für fixe Sesselbahnen vorgesehen, wurde das System jedoch schlussendlich nur bei einigen Schleppliften eingesetzt. Die ersten Anlagen entstanden 1976 in Sörenberg und in Airolo. Die einzige Anlage, bei der das System seinen Wert voll ausschöpfen konnte, das heisst, Kurven sowohl nach links als auch nach rechts bei einer einzelnen Anlage, ist der heute letzte existente Schlepplift dieser Art, der Hohstocklift auf der Belalp. Hohe Produktions-, Betriebs- und Wartungskosten führten dazu, dass sich das System nicht weiter verbreiten konnte.

Auch wenn keine Zweiseilsesselbahnen von Küpfer entstanden, so konnte die Firma bis Mitte der 80er Jahre dennoch einige gewöhnliche fixe Zweiersesselbahnen erstellen. 1983 entstand in Wengen die erste und einzige fixe Dreiersesselbahn der Firmengeschichte.

1985 schliesslich fusionierte die Firma nach dem Bau einiger sehr schwerer und grosser Schleppliftanlagen mit dem grössten Schweizer Hersteller, Garaventa. Nachdem die Firma zunächst noch unter dem Namen Garaventa-Küpfer agierte, deren Namen man auf Herstellerschildern bis etwa 1987 noch findet, verschwand der Name Küpfer aber bald vollständig aus dem Seilbahnbau.



Verweise