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Seilbahnlexikon

2. Die Zahnradbahn als Ausgangspunkt der Seilbahnentwicklung

2.1 Entstehung
Die ersten Zahnradbahnen entstanden bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem revolutionären neuen Fortbewegungsmittel, der Eisenbahn, wollte man auch die bei Gästen immer beliebter werdende Bergwelt erschliessen. Die oft sehr steilen Abschnitte konnten jedoch mit herkömmlichen Adhäsionsbahnen (Bahnen, die die Antriebskraft ausschliesslich per Rädern auf die Schiene übertragen) nicht befahren werden. Bis dato setzte man Seile ein, die Züge über kurze, kritische Steigungen ziehen konnten, doch dies war für eine Bergerschliessung nicht praktikabel. Die Lösung lag eben in der Zahnradbahn, die neben den Rädern, die die Schienen befuhren, mittig eine Zahnstange besass, die durch Zahnräder befahren wurden. Damit wurde es möglich, deutlich grössere Steigungen zu überwinden.

2.2 Zahnradsysteme
Die Bauweise der Zahnstange unterschied sich je nach Konstrukteur. Letztendlich setzten sich die noch heute verbauten vier klassischen Zahnstangensysteme Riggenbach, Abt, Strub und Locher, durch. Die erste Zahnradbahn der Schweiz (Rigibahn), die 1871 eröffnet werden konnte, setzte man auf das Riggenbach-System. In der Folge entstanden weitere solche Bahnen am Gornergrat (Zermatt), am Rochers de Naye (Montreux) sowie am Brienzer Rothorn. Die ersten drei genannten Systeme (Riggenbach, Abt und Strub) liessen jedoch aufgrund ihrer Bauweise eine zu grosse Steigung nicht zu, da die Gefahr, dass die Zahnräder, die von oben auf die Zahnschiene griffen, aussteigen würden, zu gross war. Zwar löste das System Locher, bei dem die Zahnräder von der Seite auf die Zahnstange griffen, das Problem, doch dieses System wurde nur ein einziges Mal an der Pilatusbahn bei Luzern eingesetzt. Die Pilatusbahn ist bis heute die steilste Zahnradbahn der Welt. In der Folge überliess man grössere Steigungen den Standseilbahnen.


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