www.bergbahnen.org
Seilbahnlexikon
6. Skilifte
6.1 Entstehung
Noch deutlich vor dem ersten Funischlitten und noch vor dem Bau des Wetterhornaufzugs konstruierte Robert Winterhalder an seinem Hof in Schollach im Schwarzwald 1907 den ersten Skilift der Welt. Auf die Idee brachte ihn sein französischer Bekannter, der sich das Skifahren von den Norwegern angeeignet hatte. Winterhalder wollte beim immer populärer werdenden Skisport die lästigen Aufstiege vermeiden und kam so auf die Idee der Konstruktion einer „Drahtseilaufzugbahn“, wie es in seiner Patentschrift heisst. Die Skiläufer konnten sich zum Bergtransport bei einer Geschwindigkeit von 1,8 m/s an Zangen festhalten, die am endlosen Drahtseil eingeklemmt werden konnten. Angetrieben wurde der 280 Meter lange Lift mit einem Wasserrad. Trotz der grossen Begeisterung der umliegenden Gemeinden für den Skilift wurde eine solche Anlage nur noch ein einziges Mal erstellt, obwohl Winterhalder bestrebt war, den Feldberg zu erschliessen. Dies wurde jedoch nicht genehmigt, sodass die erste Anlage an Deutschlands bekanntestem Skiberg erst knapp 50 Jahre später erstellt wurde. Beide erstellten Anlagen wurden schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt, da es Ärger mit Grundstückseigentümern gab, der Prototyp musste zu Rüstungszwecken 1914 verschrottet werden.
6.2 System Constam
Der Skilift, wie wir ihn heute kennen, wurde jedoch erst in den 30er Jahren entwickelt. Der Zürcher Ingenieur Ernst Constam liess seine Idee zum Bergtransport von Skiläufern 1930 patentieren. Er sah vor, einziehbare Handgriffe an einem hoch geführten Förderseil anzubringen, die von den Fahrgästen mit der Hand zu ergreifen gewesen wären. In einer zweiten Version seines Patentes vom August 1934 machte er jedoch die bahnbrechende Erfindung, einen Bügel anzubringen, den sich die Fahrgäste unter das Gesäss schoben. Auf diese Weise wirkte die Zugkraft auf den Körperschwerpunkt, was ein angenehmes Fahren für den Gast ermöglichte. Die erste solche Anlage konnte im Dezember 1934 in Davos in Betrieb genommen werden. Um das Einsteigen auf der Strecke zu verhindern, wurde das Seil so hoch geführt, dass potenzielle Schwarzfahrer keine Chance hatten, den Bügel zu greifen. Dieser wurde bei Nicht-Benutzung mit einem Einzugsapparat so aufgewickelt, dass man ihn nur in der Talstation ergreifen konnte.
Der Davoser Skilehrer Jack Ettinger brachte Constam auf die Idee, den Bügel, der bis dato für eine Person konstruiert war, in Form eines „T“ zu verdoppeln. Auf diese Weise konnte nicht nur die Förderleistung erheblich gesteigert werden, der „Sie & Er-Bügel“ ermöglichte auch Unterhaltung auf dem Lift. Der neuartige Skilift erfreute sich schon bald grosser Beliebtheit und konnte in vielen heute bekannten Skiorten wie St. Moritz, Mürren, Grindelwald und Arosa erstellt werden. Auch im Ausland sprach sich das neuartige System schnell herum und zahlreiche weitere Hersteller bauten in Lizenz das Constam-System, unter anderem auch die später bedeutende Firma Doppelmayr.
6.3 System Hefti
Parallel zu Constam entwickelte sich noch ein weiteres Skiliftsystem. Beda Hefti aus Fribourg entwickelte ein ähnliches System wie Constam, bei dem das Seil hoch geführt über Zwischenstützen zur Bergstation fuhr. Am Seil waren jedoch keine Bügel befestigt, sondern jeder Gast erhielt an der Kasse einen Gurt, den er sich umband. Am anderen Ende war ein Haken befestigt, der durch eine Person an der Talstation ins fahrende Seil eingeklinkt wurde. Durch die Zugkraft klemmte sich der Haken am Seil fest, sodass er sich nicht lösen konnte. Während der Fahrt musste der Fahrgast einen Sicherheitsgriff dauerhaft festhalten, da sich der Gurt sonst automatisch geöffnet hätte. Diese Sicherheitseinrichtung war nötig, um im Falle eines Sturzes zu gewährleisten, dass der Gast nicht weiter den Berg hinaufgezogen wurde. Da die Gurte aufgrund der fehlenden Zugkraft nicht selbstständig ins Tal fahren konnten, wurden diese an der Bergstation gesammelt und dann per Ski ins Tal befördert. Die Firma Oehler Aarau erlangte die Lizenz zum Bau dieser Skilifte und erstellte in der Folge bis nach dem zweiten Weltkrieg rund 15 Anlagen in der Schweiz. Allerdings konnten sich die Gurtenlifte gegenüber dem komfortableren Constam-System nicht durchsetzen. Neben den hohen Personalkosten und dem umständlichen Gurtensystem war ausserdem ein grosser Nachteil, dass sich die Haken bei zu schwacher Belastung vom Seil lösten. Somit musste immer dafür gesorgt werden, dass keine flachen Abschnitte im Trassee zu finden waren, was nicht immer gelang.
6.4 System Poma
Nicht in der Schweiz, aber im Nachbarland Frankreich entwickelte sich zur selben Zeit noch ein drittes Skiliftsystem, das in der Schweiz später ebenfalls von grosser Bedeutung sein sollte. Jean Pomagalski baute 1935 in L’Alpe d’Huez seinen ersten Skilift. Bei seinem System wurden Metallstangen mit einem Teller automatisch an ein umlaufendes Förderseil geklemmt. Die Tellerstangen wurden in der Talstation auf einer Schiene gesammelt. Durch das Befahren der Schiene wurden die Klemmen leicht angehoben, sodass das Seil in dieser Position die ovalen Ösen der Klemmen durchfahren konnte, ohne dass die Klemmen mitgezogen wurden. Sobald sie von der Schiene heruntergezogen wurden, verkeilten sich die Ösen im Seil. Dies geschah immer dann, wenn ein Fahrgast nach oben fahren wollte. Er griff sich den vordersten Teller, der sich sogleich ins Seil einklinkte. Die Teller konnten im Gegensatz zum Gurtenskilift auch selbstständig wieder ins Tal fahren, da das Eigengewicht der Stange bereits ausreichte, um sich am Seil zu fixieren. Aufgrund des grossen Erfolgs dieser preiswerten Konstruktion kopierten viele andere Firmen den Skilift, die prominentesten kamen aus Frankreich und der Schweiz. Heute ist der Poma-Skilift das am meisten verbaute System mit weltweit etwa 6000 Stück. Die Tatsache, dass der Lift auch heute noch in nahezu unveränderter Technik gebaut wird, zeigt, welch eine Pioniertat Jean Pomagalski vollbrachte.
6.5 System Vogler
Heinrich Vogler konstruierte ebenfalls nach dem zweiten Weltkrieg Skilifte nach einem eigenen System. Dabei handelte es sich um sehr leichte Tellerlifte, die teils auch portabel ausgeführt waren. Auch diese Skilifte entstanden meist in heute bekannten Skiorten wie St. Moritz, Samedan, Crans-Montana und Zermatt. Vermutlich wurden aber alle diese Lifte bis heute durch neue, grössere Skilifte ersetzt.
6.6 Weitere Entwicklung
Bevor Ernst Constam 1939 in die USA auswanderte, verkaufte er seine Patente an Henri Sameli-Huber. Dieser verbesserte und optimierte das System von Constam, wie bespielsweise eine kompaktere, kombinierte Anordnung von Antrieb und Abspannung und einer Verbesserung der Bügel (Einzugsapparate). Während bei Constam Einzugsapparat und Bügelarretierung noch an seperaten Gehängen aufgehängt waren, vereinfachte Sameli-Huber die Anordnung, sodass nur noch eine Aufhängung pro Bügel nötig war. Damit konnten Wartungskosten gesenkt und die Förderleistung deutlich erhöht werden. Nach dem Ablauf von Constams Patenten sprangen viele weitere Firmen auf den Skilift-Zug auf. Am prominentesten dürfte in den frühen Jahren die Firma von Karl Brändle gewesen sein. Er war nicht nur für den Bau von zahlreichen grossen Skiliftneubauten verantwortlich, er modernisierte auch Lifte seiner Vorgänger, indem er die alten Holzstützen gegen neue Stahlkonstruktionen austauschte. Weitere Firmen wie Städeli, Müller und Oehler suchten ebenso eigene Lösungen für Skiliftkonstruktionen. Am deutlichsten zeigte sich die fortschreitende Entwicklung an den Gehängen, die sich vom einfachen Holzbügel im Laufe der Jahre zum modernen Selbstbedienungsbügel weiterentwickelten. Wegweisend waren dabei auch die Hydrogehänge, die in den 70ern auf den Markt kamen. Waren die Bügel zuvor mit Hilfe von mechanischen Bremsen ein- und ausgezogen worden, sorgte bei den speziellen Gehängen eine integrierte Hydraulikpumpe für ein ruckfreies Fahren.
Während sowohl das Hefti-, wie auch das Vogler-System schon bald nach dem zweiten Weltkrieg ausstarben, war es das Poma-System, das sich neben Constam etablieren konnte. Da Poma allerdings im Gegensatz zu Constam kaum Lizenzen zum Bau der Lifte vergab, blieb es bei sehr wenigen anderen Firmen, die sich am Bau der kuppelbaren Stangenskilifte versuchten. Die wenigen, die es taten, versuchten für die patentierten Teile eine andere Lösung zu finden, sodass man die Lifte wie beispielsweise am Kuppelsystem von Poma unterscheiden kann. Prominente Firmen, die Poma-Lifte nachbauten, waren und sind z. B. Giovanola, Montagner, Montaz Mautino und Abig. Ähnlich wie beim Constam-System liefen die Konstruktionen immer mehr auf eine kostengünstige Standardisierung hinaus. So wurden die früher aufwendigen Fachwerkstationen auf zwei simple Steher reduziert, genau wie die Stützen. Im Gegensatz zu Constam sind allerdings bei Poma die Stützen je nach Anlage im Detail immer noch sehr individuell gefertigt. Poma entwickelte in den 80er Jahren zusätzlich ein System mit fix geklemmten Stangentellern. Die Anlagen eignen sich wegen ihrer geringen Fahrgeschwindigkeit jedoch nur für kurze Übungshänge. Das System entspricht grundsätzlich jenem von Constam, unterscheidet sich aber optisch sehr stark von den gewöhnlichen Constam-Skiliften.
Heute sind Skilifte weitgehend auf dem Rückzug. Steile, lange Anlagen werden weitestgehend durch Sesselbahnen oder andere Seilbahntypen ersetzt. Weiterhin werden Skilifte aber als kurze Übungsanlagen erstellt.
6.7 Kurvenskilifte
Wegen der Bindung an den Boden und der damit exakten Folge des Reliefs ist es bei Skiliften teilweise unumgänglich, Kurven, also horizontale Ablenkungen einzubauen, um Hindernisse in Form von Schluchten, Felsen oder ähnlichem zu umgehen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Klemmen der Gehänge von einer Seite ans Seil greifen müssen. Genau an dieser Stelle kann dann der Lift keine Rolle besitzen und ist somit in diese Richtung nicht ablenkbar.
Beim Hefti- und Poma-System stellten sich die Kurven als wenig problematisch heraus, da die Klemmen so beweglich fixiert sind, dass sie sehr leicht durch Führungsschienen in eine Position gebracht werden können, in der sie die Ablenkung nicht behindern. Sowohl Oehler als auch Poma setzten dabei schräge Rollen zur Ablenkung ein.
Schon wesentlich problematischer gestaltete sich die Kurvengängigkeit beim Constam-System, da wegen der stabilen und grossen Gehänge diese nicht durch Führungsschienen abgelekt werden können. Im Laufe der Jahre entwickelte nahezu jede im Skiliftbau tätige Firma eine eigene Lösung, die für die meisten Fälle ausreichte. Nahezu alle patentierten Lösungen kamen dabei von Schweizer Firmen.
Die einfachste Methode bei Skiliftkurven ist der Einsatz von schräg gestellten Rollen. Diese bewirken, dass das Förderseil leicht abgelenkt wird. Da die Rollen aber nicht vollständig waagerecht stehen, ist das Befahren in beide Richtungen, nach links und nach rechts, möglich. Jedoch ist der Kurvenradius entsprechend begrenzt, denn die Ablenkung pro Rolle ist nur sehr gering, damit genügend Auflagedruck vorhanden ist.
Dieses Problem zu lösen gelang der renommierten Seilbahnfirma Habegger, die eine Abfolge von Trage- und Niederhalterollen einsetzte. Durch diese Anordnung kann der Auflagedruck des Seils deutlich erhöht werden, was wiederum eine stärkere Ablenkung ermöglicht. Mithilfe einer Schiene wird das Gehänge zusätzlich schräg gestellt, sodass die engeren Radien auch befahren werden können, ohne dass der Gehängekopf im Weg stehen würde. Durch die starke vertikale Seilablenkung eignet sich der Einbau einer solchen Kurve jedoch nur auf der talfahrenden Seilseite, weswegen Kurven nur entweder nach rechts oder links möglich sind, je nach Auffahrtsseite.
Dort, wo das Gelände baumfrei ist, wird bis heute auf den so genannten Dreiecksskilift gesetzt. Der Name entspricht der Seilführung, welche von der Berg- zur Talstation in direkter Linie erfolgt, beim bergfahrenden Seil werden zur Umfahrung von Hindernissen Kurven eingesetzt. Diese Idee stammt noch von Ernst Constam, der jedoch bei seinen Skiliften selbst nie eine solche Kurve einsetzte. Schweizer Rekordhalter ist der Skilift Höchsthorn in Adelboden, dessen Seilführung ein Neuneck bildet.
Ende der 60er Jahre startete die Steffisburger Firma Baco eine Revolution im Skiliftbau. Baco erfand die nach dem Erfinder Marcel Bachmann benannte Kurvenscheibe, die bei Skiliften eine Ablenkung in beide Richtungen zulässt. Beim Befahren der äusseren Seite der Kurve kommt dabei eine gewöhnliche Seilscheibe zum Einsatz. Beim Befahren der Innenseite wird jedoch die spezielle Kurvenscheibe verwendet, bei der das Seil über einzelne Nocken abgelenkt wird. Diese werden von oben durch einen Federspeicher in Position gehalten. Sobald ein Gehänge die Kurve befährt, drückt eine Kappe, die am Gehänge montiert ist, einige Nocken nach oben und kann so die Kurve befahren. Nachdem das Gehänge die Kurve passiert hat, werden die Nocken durch die Feder wieder in ihre Ausgangsposition zurückgedrückt. Es ist bis heute das einzige System, das Kurven bei Anlagen mit einem Förderseil beliebig in alle Richtungen zulässt. Die Bachmann-Kurve kam auch bei einigen Sesselbahnen zum Einsatz, so beispielsweise in Schönried und in Pontresina.
Der Einbau der Abweiserkappen an den Gehängen bedeutete jedoch wiederum zusätzliche Kosten, die der Berner Willy Bühler bei seiner Zwirbelkurve umgehen konnte. Bei dieser Kurve wird das bergfahrende Seil normal abgelenkt, das talfahrende wird jedoch nicht um x° nach aussen abgelenkt, sondern um 180°-x° nach innen. Danach wird das Seil zu einer weiteren Umlenkscheibe geführt, wo es wiederum eine Ablenkung um 180° erfährt, ehe es dann direkt zur Talstation weitergeführt wird.
Die Firma Habegger versuchte sich in der Folge noch an zwei weiteren Systemen, von denen jedoch keines langfristig erfolgreich war. Eines davon war eine ähnliche Konstruktion zur Bachmannkurve, bei der die Nocken statt nach oben mit Zugfedern zur Seite gezogen wurden, wenn ein Gehänge die Kurve befuhr. Alle drei Skilifte nach diesem System wurden jedoch nach kurzer Zeit umgebaut. Das zweite System der inmittierten Seilführung sah vor, dass das Gehänge nicht wie üblich von der Seite, sondern von unten an das Seil griff. So konnten zwar Niederhalter und Kurven in alle Richtungen befahren werden, das Problem stellten nun jedoch die Tragerollen dar. Diese wurden bei Habegger in einem Winkel von 45° seitlich von unten an das Förderseil greifend installiert, sodass das Gehänge die Rollen mittig passieren konnte. Da die Justierung der Rollen insbesondere bei dünner werdenden Gummieinlagen sehr kompliziert wurde, konnte sich das System nicht durchsetzen und die einzige Kurvenanlage, die nach diesem System erstellt wurde, wurde bereits drei Jahre später durch eine gewöhnliche Skiliftanlage ersetzt. Heute wird das System noch bei einem kleinen Übungslift ohne Kurve sowie als Rettungsbahnen bei einigen Gondelbahnen eingesetzt.
Die wohl aussergewöhnlichste Methode wandte die Firma Küpfer an. Küpfer baute Skilifte mit zwei parallel geführten Zugseilen, bei denen das Gehänge mittig an die Seile griff. Zum Befahren von Trage- und Niederhalterollen verliefen die Seile nebeneinander, bei Kurven wurden sie entsprechend gekippt und standen übereinander, sodass die Klemme immer von aussen an die Kurve griff. Jedoch konnte sich auch dieses System aufgrund der immensen Kosten (doppelte Anzahl an Rollen, komplizierte Abspannung der Förderseile, die exakt gleich lang sein mussten) nicht wirklich durchsetzen und es blieb bei einigen wenigen Anlagen in der Schweiz. Ursprünglich war auch geplant, Sesselbahnen mit diesem System zu konstruieren. Da man aber keinen Abnehmer für das System fand, blieb es bei einem Modell, das man heute im Verkehrshaus in Luzern bestaunen kann.
6.8 Gletscherskilifte
Ein Meilenstein in der Geschichte des Skilifts ist zudem der Gletscherlift. Dieser entstand insbesondere mit der Erschliessung grosser Höhen im Wallis. Die Firma Bühler, die ihren Sitz im Rhônetal hatte, spezialisierte sich auf den Bau von solchen Skiliften. Das Problem bestand darin, dass die Stützen und Stationen der Skilifte auf Eis stehen und folglich nicht mit Fundamenten in die Erde eingelassen werden können. Weil sich das Eis ständig bewegt, musste eine Lösung geschaffen werden, mit der man die Stationen und Stützen ohne grossen Aufwand versetzen kann, je nachdem wie sich der Gletscher bewegt. Bühler entwickelte nun die so genannten Schwimmstützen. Bei diesen Stützen handelt es sich um Stahlstützen aus Rundrohren, die einfach zusammen gesteckt werden können. Neben der oberirdischen Konstruktion wird ein Teil der Stütze ins Eis eingelassen, sodass eine Art Rahmen entsteht. Auf diese Weise sind die Stützen gegen ein seitliches Umfallen geschützt. Damit sie nicht nach vorne oder hinten umfallen können, werden sie durch ein Halteseil miteinander verbunden. Dieses Seil wird in Tal- oder Bergstation verankert und abgespannt. Stehen auch beide Stationen auf Eis, so wird das Halteseil meist an einem nahe gelegenen Felsen verankert. Möglich machte den Bau von Gletscherskiliften aber erst die hydraulische Abspannung des Förderseils. Bis zur Erfindung dieser Abspannungsart war es üblich, das Förderseil mithilfe eines Gegengewichtes in Form eines Betonklotzes abzuspannen, was auf dem Gletscher wegen der zahlreichen Versetzungen der Stationen unmöglich gewesen wäre. Stattdessen entwickelte Bühler als erste Firma einen Skilift mit einem Antrieb, der auf einem Schlitten montiert ist. Auf diesen Schlitten wirkt ein hydraulischer Spannzylinder, der den Schlitten nach hinten stösst und so die Abspannung des Förderseils ermöglicht.
Der Gletscherskilift ermöglichte schlussendlich das Vordringen in die höchsten Bergregionen der Alpen. Was bis dato nur mit Pendelbahnen möglich war, die Gletscherfelder überspannen konnten, war nun auch mit einer viel preiswerteren und einfacheren Konstruktion möglich. Gebaut wurden die Gletscherskilifte fast ausschliesslich im Wallis, da dort die grössten und von der Hangneigung her am besten geeigneten Gletscher der Schweiz zur Verfügung standen. Nur so war der Skitourismus auch im Hochsommer möglich geworden.
6.9 Verbreitung in der Schweiz
Betrachtet man alle Skilifte, die bis heute gebaut wurden, so fällt auf, dass sich das Constam-System und alle darauf basierenden Weiterentwicklungen in der Schweiz am besten durchsetzen konnten. Während der Gurtenskilift nach dem zweiten Weltkrieg ausstarb und durch Skilifte mit dem Constam-System ersetzt wurde, konnte sich der Poma-Skilift vor allem in der Westschweiz etablieren. Dies ist in erster Linie mit der Kultur der Westschweizer zu erklären, die sich sehr an Frankreich orientieren und somit auf das französische System vertrauten. Generell lässt sich erkennen, dass sich die Skilifte am Alpenhauptkamm und damit in deutlicher Höhe befinden. Da der Skilift sich aber vor allem in Mattenregionen verbreiten konnte, ist auch die weit reichende Verbreitung im Jura nicht verwunderlich. Der Skilift ist bis heute die am meisten vertretene Seilbahnart der Schweiz.
Zum vorherigen Kapitel | Zum nächsten Kapitel



































































