Davos-Pischa • 28. März 2015 • Premiere & Derniere

Winterberichte aus dem Kanton Graubünden.
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Felix
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Davos-Pischa • 28. März 2015 • Premiere & Derniere

Beitrag von Felix » Sa, 25.04.2015, 19:28

Davos-Pischa • 28. März 2015 • Premiere & Derniere

Es gibt Skigebiete, die hat man während vielen Jahren auf seiner Liste potentieller Ziele, und doch geht sich ein Besuch aus welchen Gründen auch immer irgendwie letztlich doch nicht aus. Bei der Pischa war das bei mir jahrelang der Fall. Schon als man beschloss, einen Teil der Skipisten nicht mehr zu präparieren, wäre ich eigentlich gerne einmal hingefahren. Aber nachdem das Vorhaben im letzten Winter mit Vollbetrieb scheiterte, hatte ich als Pistenskifahrer auch nie wirklich grosse Lust, in späteren Jahren dem Freerideareal einen Besuch abzustatten. Das änderte sich schliesslich, als man dann doch wieder zum Pistenbetrieb überging - offenbar war ich nicht der einzige mit dieser Ansicht. Da es in den letzten Wintern aber in anderen Skigebieten immer wieder dringendere Fälle gab, bei denen Bahnen ersetzt oder stillgelegt wurden, verschwand die Pischa wieder ein wenig von meinem Radar. Anfang 2015 änderte sich das erneut, als die Schliessung der Schlepplifte und die Einstellung des Pistenskigebiets für die kommende Wintersaison angekündigt wurde. Zumindest einen Besuch wollte ich mir allerdings nicht entgehen lassen, zumal das Skigebiet vom Pistenplan her genau meinem Gusto entsprach: lange Schlepplifte mit mehreren Abfahrten, eine Pendelbahn als Zubringer und ganz sicher gemütliches Skifahren fernab von Halli-Galli und Schicki-Micki.

Nach der unerwarteten Ankündigung stand die Pischa für die Ostertage also plötzlich ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch das brachte wiederum einige andere Probleme mit sich - denn mit der Sesselbahn La Siala in Flims und der Sesselbahn Alp Stätz in meinem Hausskigebiet, der Lenzerheide, standen noch zwei weitere Bahnen auf dem Programm, die ich zwingend in ihrer letzten Saison dokumentieren wollte. Drei Tage würden sich wohl schon irgendwie ausgehen, dachte ich, machte die Rechnung aber nicht mit dem Wetter. Die Aussichten in der Woche vor Ostern waren unterirdisch, doch halbwegs passables Wetter wäre die Voraussetzung für eine Dokumentation. Es zeichnete sich ab, dass der Samstag vor der Karwoche wohl oder übel die einzige Möglichkeit in der gesamten Woche werden sollte, an dem gutes Fotowetter herrschen sollte. So überlegte ich am Vorabend fieberhaft, wie ich nun vorgehen sollte. Eine Fahrt mit der Sesselbahn Alp Stätz genoss die höchste Priorität - weniger wegen der Technik, sondern eher aus emotionalen Gründen, war diese Bahn doch so etwas wie meine Haus- und Hof-Sesselbahn vor der Haustür. Andererseits hätte ich da im Laufe der Woche eventuell auch mal noch Gelegenheit, in einem günstigen Moment schnell die Ski anzuschnallen und Videos zu drehen. La Siala wäre sicher technisch die interessanteste Anlage - diese hatte ich aber zumindest fotografisch schonmal abgelichtet, aber ein paar Videos wären natürlich auch nicht schlecht... Und dann noch die Pischa. Alles an einem Tag geht nicht, dazu liegen die Gebiete zu weit auseinander. Schnell wurde mir dann klar, dass ich wohl am Mittag das Gebiet wechseln müsste, um wenigstens zwei Sachen abhaken zu können. Also mal nach den Tarifen geschaut - weder in Flims noch an der Pischa gab es eine Vormittagskarte. Flims-Laax bot sogar nicht einmal eine Nachmittagskarte an, damit war das in jedem Fall schonmal aussen vor. Dank Saisonkarte musste ich mir auf der Lenzerheide keine Gedanken um etwaige Tarife machen (hier hätte es aber tatsächlich auch eine Vormittagskarte gegeben!), sodass der Fall dann schnell klar war. Am Vormittag ein paar Stunden auf der Lenzerheide, die Sesselbahn Alp Stätz bei Berg- und Talfahrt ablichten und dann am Mittag schnell rüber nach Davos zur Pischa. La Siala würde sich zur Not auch noch nach Ostern ausgehen, dachte ich.

Gesagt, getan, und so stand ich noch vor Betriebsbeginn um 8.30 Uhr bei bestem Wetter an der Talstation in Churwalden, die ich rund viereinhalb Stunden später, um viele Gigabyte Film und Foto reicher, wieder erreichte. Ziemlich genau um zwölf Uhr brach ich dann in Churwalden nach Davos auf, und dank freier Strasse erreichte ich schon 50 Minuten später die Talstation der Pischabahn oberhalb von Davos. Mittagessen gab es unterwegs, sodass ich nach dem Anziehen der Skiausrüstung und dem Kauf der 13-Uhr-Karte gerade noch die fünf Minuten später abfahrende Kabine ins Mitteltälli erwischte. Über das Skigebiet wurde ja in letzter Zeit bereits allerlei geschrieben, sodass ich auf die Geschichte und die heutige Situation nicht im Detail eingehen möchte. Nachfolgend stattdessen zwei Pistenpläne, die die Unterschiede vor und nach dem ersten Kahlschlag im Jahr 2005 verdeutlichen.

Vor 2005: http://www.skiwelt.de/skwpanoramen/original/pischa.jpg
2014/2015: http://www.snowdocdavos.ch/wp-content/u ... Pischa.jpg

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Ein Blick über die Flüelapassstrasse, die auf Davoser Seite im Winter wieder bis zur Passhöhe geräumt wird. Trotzdem dürfte der Wegfall dieser früher vielbefahrenen Route ins Engadin nach der Eröffnung des Vereinatunnels dem Gebiet letztendlich das Genick gebrochen haben.

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Unterwegs mit der Luftseilbahn Marke Von Roll ins Skigebiet. Schon durch den leeren Parkplatz konnte man sich ausmalen, dass wohl nicht viele Leute im Gebiet unterwegs sein würden.

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Über eine landschaftlich herrliche und schön coupierte Piste ging es für mich zuerst zum Schlepplift Flüelamäder. Der Garaventa-Schlepplift, der noch aus der Gründerzeit des Gebiets stammt, war ebensowenig frequentiert wie die Piste, die ich gerade hinter mir gelassen hatte - nämlich gar nicht.

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Vorbei an der Mäderbeiz ging es zum Einstieg des Schlepplifts Flüelamäder.

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Schlepplift Flüelamäder. Abgesehen von den Wanderern an der Bergstation der Luftseilbahn hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Menschenseele gesehen.

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Im oberen Teil dieser Anlage, die mehr als 400 Höhenmeter innert kurzer Zeit überwindet und damit eine geniale Wiederholungsanlage darstellt.

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Ab und zu fiel der Blick auch auf die Luftseilbahn, die nach wie vor nur wenige Gäste transportierte. Den 15-Minuten-Takt musste man zeitweise gar nicht fahren, da schlichtweg niemand da war, der zur entsprechenden Uhrzeit mit der Bahn fahren wollte. Und das an so einem Tag - Wochenende, bestes Skiwetter, vermutlich der einzige schöne Tag der ganzen Woche... Warum um alles in der Welt fährt hier niemand hin?

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Der Liftwart an der Bergstation führt ein einsames Leben. Noch immer hatte ich im ganzen Gebiet nicht einen einzigen Skifahrer ausser mir entdecken können.

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Etwas fassungslos machte ich mich zunächst einmal wieder auf zur Talstation. Die hier zu sehende Abfahrt am Lift entlang erreicht man nur von der Bergstation desselben. Die zweite Abfahrt am Schlepplift Flüelamäder wurde ja leider schon vor einigen Jahren aufgegeben.

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Immer noch am Schlepplift Flüelamäder und immer noch kein Mensch zu sehen. Zu meinem Erstaunen waren die Schneeverhältnisse trotz der fortgeschrittenen Tageszeit immer noch absolut optimal. Mehrheitlich pulver, ganz vereinzelt leicht pappig werdend, aber ein absoluter Genuss. Die Kuppen luden auch auf dieser Piste immer mal wieder zum Abheben ein.

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Nach einer weiteren Fahrt entschloss ich mich dann, zum Schlepplift Mitteltälli zu queren, was über eine flachere Abfahrt von der Bergstation Flüelamäder möglich ist. Und da - ja, wer genau hinsieht erkennt es - an der Pistenkreuzung in der rechten Bildhälfte standen tatsächlich zwei andere Skifahrer!

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Vorbei an einige Arven ging es zum Schlepplift Mitteltälli. Immer wieder staunte ich über das sehenswerte Panorama, das vom Flüelapass bis weit in Richtung Westen reicht. Gepaart mit der sonnigen Lage und der Weite des Hangs wird deutlich, warum man hier 1967 ein Skigebiet hinstellte. Es gibt einfach kein idealeres Skigelände als das hier!

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Die Talstation des Schlepplifts Mitteltälli. Während ich hier filmte, wurde ich von zwei weiteren Skifahrern überholt. Rush Hour!

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Die Talstation mit ihrer Gewichtsabspannung, genau das umgedrehte Spiel zum Schlepplift Flüelamäder. Beide Schlepplifte stammen aus dem Jahr 1967.

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Der untere Teil des Schlepplifts Mitteltälli ist relativ zum Rest gesehen eher steil.

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Das erklärt auch, warum man Mitte der 90er Jahre hier noch einen zweiten Schlepplift daneben stellte, der oberhalb des Steilhangs beginnt. Bei dieser Gelegenheit ersetzte man auch die Stützen der älteren Anlage. Dass die parallele, kürzere Anlage bei diesem Andrang nicht in Betrieb war, versteht sich glaube ich von selbst.

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Blick zur Bergstation mit der Luftseilbahn und dem Restaurant linker Hand. Zwar mit vier weiteren Personen im Lift, aber erneut keiner Menschenseele auf der genial aussehenden Piste links vom Schlepplift.

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Dank seiner Länge überwindet auch dieser Schlepplift trotz moderater Steigung über 400 Höhenmeter.

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Die Bergstationsbauweisen machen den Unterschied zwischen der Anlage aus den 60ern und jener aus den 90ern deutlich.

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An der Bergstation machte ich mich erst einmal auf zum letzten noch nicht abgelichteten Schlepplift am Mittelgrat. In diesem Bereich war tatsächlich etwas mehr Betrieb, allerdings mehrheitlich (Schneeschuh-) Wanderer. Der Boardercrosspark fiel dem Andrang entsprechend klein aus - dafür war die obligatorische vorherige Besichtigung auch schnell durchgeführt. Oder war das hier vielleicht doch eher das Übungsgelände und der Boardercrosspark war gar nicht geöffnet? ;) So jedenfalls musste ich über das Schild schon etwas schmunzeln :).

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Der Schlepplift Mittelgrat, der seit dem ersten Kahlschlag 2005 stillgelegt ist. 80% der Abfahrten kann man so theoretisch zwar immer noch fahren (wenn man sie denn alle präparieren würde), aber dennoch ist die Stilllegung natürlich eine herbe Einschränkung. Ob bewusst oder unterbewusst, auch der normale, nicht in die Skigebietspolitik eingeweihte Gast hat hier mit Sicherheit den Eindruck, dass mehr möglich wäre.

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Eine weitere geniale Piste und rechts noch mehr ideales Skigelände. Ich wiederhole mich, aber was zum Teufel hat man hier angestellt, dass hier kein Mensch mehr hinfährt?

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Auch der Schlepplift Mittelgrat besass einen Steilhang direkt hinter der Talstation. Um diesen umgehen zu können, richtete man diesen optionalen Zwischeneinstieg ein, vermutlich für schneeärmere Zeiten.

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Ein Blick über die Kuppe am Zwischeneinstieg zur Talstation. Dieser Schlepplift war in den 70er Jahren eine Neuerschliessung.

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Flüelapass.

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Nach einigen Fahrten am Schlepplift Mitteltälli und einer Abfahrt ins Tal machte ich mich gegen 15.15 Uhr wieder auf zu zwei weiteren Fahrten am Flüelamäder.

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Die Talstation der Pischa-Pendelbahn im Betonlook der 60er Jahre. Was ein Jammer kommen die im Original roten Kabinen jetzt im tristen Schwarz daher. Aber es passt zu den Aussichten dieses Skigebiets :(.

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Kurz nach 16 Uhr erreichte ich am Mitteltälli wieder die Bergstation. Eine weitere Fahrt wäre sich zwar zeitlich noch ausgegangen, aber nicht zuletzt durch den immer schwerer werdenden Schnee waren meine Beine langsam aber sicher müde, sodass ich gemütlich den Weg ins Tal antrat. 14.000 Höhenmeter hatte ich trotz der Autofahrt am Mittag insgesamt gemacht, das war definitiv genug.


Link zum Video Link zur Fotogalerie: https://www.bergbahnen.org/gallery/thumb ... ?album=318

Dass mein erster Besuch in einem Skigebiet gleichzeitig wohl auch mein letzter sein würde, das gab es in der Vergangenheit immer mal wieder. Allerdings schlichtweg deshalb, weil mir das Gebiet aus diversen Gründen nicht gefallen hatte oder die Erwartungen nicht erfüllen konnte. An der Pischa ist das anders. Selten habe ich ein Gebiet erlebt, das mir so gut gefallen hat. Lange Schlepplifte mit grossen Höhendifferenzen, abwechslungsreiche Abfahrten, sonnige Hangausrichtung und ein gemütlicher Charakter. Und doch werde ich wohl nie wieder hier aufkreuzen, denn ohne die präparierten Pisten und die Schlepplifte ist das Gebiet - sein wir ehrlich - am Ende. Die Tage, an denen man wirklich gut abseits der Piste fahren kann und gleichzeitig genügend Gäste kommen, lassen sich doch je nach Winter an einer Hand abzählen. Zusätzlich bei jeder Abfahrt den uninteressanten letzten Teil ins Tal fahren zu müssen wird sicher nicht für mehr Freude bei den verbliebenen Kunden sorgen. Eine Spezialisierung auf bestimmte Zielgruppen ist für solche kleinen Gebiete sicher der richtige Weg, aber gänzlich ohne Pistenskifahrer ist die Pischa auf lange Sicht verloren. Von den paar Wanderern und Freeridern wird man im Winter nicht leben können. Aber ich habe angesichts der misslungenen Skigebietspolitik in Davos während der letzten Jahre auch durchaus den Eindruck, dass dieses Szenario auch ein Ziel sein könnte. Sind die Schlepplifte erstmal weg wird es die Luftseilbahn in ein paar Jahren auch nicht mehr geben. Stören wird das manche Personen sicher nicht.

Man fragt sich, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte. Mitte der 90er Jahre war die Pischa noch so stark frequentiert, dass man einen neuen Schlepplift baute. Natürlich war der Bau des Vereinatunnels ein schwerer Schlag für das Gebiet. Aber statt während Jahren immer nur am Jakobshorn oder an der Parsenn zu investieren, hätte man eben auch Geld in die kleineren Gebiete stecken müssen, damit die infrastrukturellen Differenzen nicht immer grösser werden. Ich wage einmal zu behaupten, hätte man an der Pischa statt dem Kahlschlag 2005 z. B. in eine neue Sesselbahn investiert, gäbe es die heutigen Probleme nicht. Wo ist denn der Unterschied zum Jakobshorn, wenn nicht in der Infrastruktur? Das Auto oder den Bus muss man so oder so als Gast in den meisten Fällen nehmen. Da tut die etwas abgelegene Talstation der Pischabahn nichts zur Sache, die fünf Minuten Zeitunterschied sind marginal.

Andererseits ist es aus meiner Sicht alles andere als verständlich, warum das heutige - immer noch hervorragende - Angebot an der Pischa überhaupt nicht wahrgenommen wird. Ich werde es nie verstehen, warum sich die Leute in grossen Gebieten in die Warteschlangen stellen, während an der Pischa kein Mensch unterwegs ist. Für einen Tag ist die Grösse doch völlig ausreichend? Wie auch immer, man wollte die Pischa vermutlich einfach nicht retten. Statt vorwärts zu machen, hat man das Angebot sukzessive verknappt und damit erst recht dafür gesorgt, dass keiner mehr kommt. Mich erinnert das Verhalten an einen Restaurantinhaber, bei dem sich die Kunden über kalte Temperaturen in der Gaststätte beschwerten - die Antwort: "Es kommen so wenige Gäste, für die wenigen brauche ich nicht auch noch zu heizen". Dass es das Restaurant schon lange nicht mehr gibt, liegt auf der Hand. Hoffen wir, dass es an der Pischa nicht genauso läuft!
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Re: Davos-Pischa • 28. März 2015 • Premiere & Derniere

Beitrag von ProfiSuisse » So, 26.04.2015, 18:42

Vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht! :super:

Schade habe ich es nie in dieses kleine aber feine Skigebiet geschafft! Hoffen wir doch, dass es eine Kehrtwende gibt, denn die Hoffnung stirbt zuletzt - auch wenn sie kaum mehr vorhanden ist ... :(

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Re: Davos-Pischa • 28. März 2015 • Premiere & Derniere

Beitrag von Schöditaz » So, 26.04.2015, 22:07

Danke für den schönen Bericht. Zum Glück hast du auch noch ein Video gemacht, denn somit ist das Skigebiet auch noch filmtechnisch dokumentiert. Sollte ich mal Sehnsucht nach der Pischa haben, werde ich sicherlich deinen Bericht wieder anschauen.
ProfiSuisse hat geschrieben:Schade habe ich es nie in dieses kleine aber feine Skigebiet geschafft! Hoffen wir doch, dass es eine Kehrtwende gibt, denn die Hoffnung stirbt zuletzt - auch wenn sie kaum mehr vorhanden ist ... :(
Der einzige Hoffnungsschimmer ist, dass man die Anlagen wahrscheinlich nicht abbaut, da ein Abriss sehr teuer kommt. Schertenleib ist an seinem Ziel angelangt - Pischa nur noch auf Sparflamme laufen lassen. So hat er keine Konkurrenz zum Jakobshorn und er muss keine grossen Kosten für den Mini-Betrieb mehr aufwenden.
Felix hat geschrieben:An der Bergstation machte ich mich erst einmal auf zum letzten noch nicht abgelichteten Schlepplift am Mittelgrat. In diesem Bereich war tatsächlich etwas mehr Betrieb, allerdings mehrheitlich (Schneeschuh-) Wanderer. Der Boardercrosspark fiel dem Andrang entsprechend klein aus - dafür war die obligatorische vorherige Besichtigung auch schnell durchgeführt. Oder war das hier vielleicht doch eher das Übungsgelände und der Boardercrosspark war gar nicht geöffnet? ;) So jedenfalls musste ich über das Schild schon etwas schmunzeln :).
Dieses Jahr hat man den Boardercross leider nie präpariert. Entweder aus Spargründen, oder die teilzeit angestellten Rentner wussten nicht, wie man so eine Anlage präpariert.
Die Piste hätte sich nach der Talstation des Seillift aufgeteilt und die rechte Abzweigung führte dann in den Boarderdross, der neben dem Mitteltälli-Lift verlief und dann in die Liftüberquerungs-Piste mündete.

Auf alle Fälle ist ein grosser Teil der Davoser Bevölkerung wütend über den Entscheid der DKB, die Pischa-Skilifte zu schliessen. Schon viele Leserbriefe sind seit der Bekanntgabe dieses Hirngespinstes erschienen. Auch ich habe einen geschrieben und war überwältigt vom immensen positiven Echo. Davos hängt eigentlich noch an der Pischa, aber ohne den Unterstützungsverein "Pro Pischa" haben wir keine Stimme mehr bei den Bergbahnen. König Schertenleib hat halt die Fäden in der Hand - und auch schon Prinz Schertenleib ist in den Startlöchern. Eine Dynastie, die dem Skisportort Davos nichts gutes will.

Ich fragte mich, wie es eigentlich an einer solchen GV der Sportbahnen Pischa AG zu und her geht. Gibt es da keine Minderheitsaktionäre, die sich zusammenschliessen, um da mal auf den Tisch zu klopfen? Ich überlege mir ernsthaft, ein paar Aktien zu kaufen, um da mal an der GV teilnehmen zu können. Dem Vewaltungsrat sollte man einfach mal keine Décharge erteilen oder ihn gar nicht wiederwählen. Aber die (Stief-)Muttergesellschaft DKB tut wahrscheinlich eh alles nach ihrem Gusto.

Gleiter
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Re: Davos-Pischa • 28. März 2015 • Premiere & Derniere

Beitrag von Gleiter » Mo, 04.05.2015, 10:51

Vielen Dank für den Bericht und die Bilder von Pischa-Fluelapass.
Das serbelnde Pischa wird wohl der Inbegriff werden für Auf-Und-Davos, bzw, "Auf-Und-Davon" und irgendwann ganz sterben.

Pischa wird ja oft auch von den Davosern selbst gerne befahren, so mal für 2-3 Stunden stiebender Spass auf der Piste, etwas abseits vom Trubel der Wintersport-Fabrik Davos Kloster Mountains.

Pischa (Davos) am Fluelapass war ja mal ein richtig gutes Skigebiet für den Schweizer Büenzli.
Solche typischen Schweizer Skigebiete (Seilbahn mit einigen Skiliften, oder Sesselbahn mit einigen Skiliften) dezimieren sich allerdings fortzu.
(San Bernardino / Le-Super / Ernengalen / Oberwald / Winterhorn in Hospental hätten letzten November/Dezember 110-170 cm zu bieten gehabt, aber da man dort eben ohne flächendeckende Schneekanonen absolut nicht schneesicher ist und Tausende von Europas (wegen zu warm stillstehende) Eis-Granulat Erzeuger sehr viel besser sind, fahren dort keine Lifte mehr.)

Zurück zu Pischa und vor allem zur Preisentwicklung.

1997/98 hatte Pischa am Fluelapass 1 Seilbahn und 4 Skilifte in Betrieb zu SFr. 38.- die Tageskarte und SFr. 26.- die Halbtageskarte für Erwachsene. Auto-Parkplatz war gratis.

Jahr / Preis TK / Preis ½TK, Preisaufschlag

1997/1998 38.- / 26.-
1998/1999 40.- / 28.-, +2.-/+2.-
1999/2000 43.- / 30.-, +3.-/+2.-
2001/2002 45.- / 32.-, +2.-/+2.-
2002/2003 47.- / 33.-, +2.-/+1.-
2003/2004 47.- / 33.-, +0.-/+0.-
2004/2005 48.- / 40.-, +1.-/+7.-
2005/2006 48.- / 40.-, +0.-/+0.-

2014/2015 50.- / 44.-

Die Zeiten ändern sich, bei Pischa scheinbar besonders rasant.
Fr. 50.-/44.- das ist mal halt zu viel, für das Angebot. Für sowas fährt man nicht mehr von Weit an.
Bei Pischa stiegen die Preise um 10.-, bzw 14.- an, wo andere über die Jahre nur 2-3.- zulegten, ohne aber ein zusätzliches Angebot zu schaffen, eher mit Reduktion des Angebotes (geschlossener Mittelgrat-Lift).

Der Pisten-Spass war mit 26.- bis 30.- für die Vormittagskarte jeweils perfekt und ein Rückreise-Stau nach dem Mittagessen in der Beiz zuoberst, oder unten am Fluelamäder Lift inexistent. Nach dem Preisaufschlag um 2004/2005 liess ich dann aber Pischa links liegen.

Ich hatte Pischa als sehr schönes Gebiet in Erinnerung und fuhr da öfters im November und Dezember vor den Festtagen hin, da sehr Naturschnee-sicher und sonnig den ganzen Tag. Lange Abfahrten, genussvoll bis coupiert. Toller Winter-Einddruck mit der tief verschneiten Nordflanke gegenüber und den Gletscherbergen um den Fluelapass. Klar hatte es damals einiges mehr an Skifahrer auf den Pisten von Pischa als bei den Bildern von Felix.
Natürlich waren damals nicht immer alle Pisten jeden Tag frisch planniert, das war aber auch nicht wirklich notwendig. Der Schweizer Büenzli konnte schliesslich auch Ski fahren. Das hat sich mittlerweile eben auch geändert.
Heut-zu-Tage steht man hoch-sportlich auf allerbesten Carving-Skiern und düst über feinst gerippt planierte Pisten. Aber wehe, die Piste wird nicht jeden Tag frisch gewalzt, dann ist es auf einen Schlag vorbei mit dieser Hoch-Sportlichkeit und die Reklamationen sind den Bergbahnen sicher.

Desshalb gibt es nun bestens vermarktete Wintersport-Fabriken wie Davos Kloster Mountains, Laax, Arosa-Lenzerheide usw. Frägt sich aber nur welcher Schweizer Büenzli sich sowas mehrmals im Winter mit seiner ganzen Familie noch leisten kann. Der Deutsche Gast aber kriegt Davos mitten in der Hochsaison im Februar zu Euro 110.- (SFr. 120.-) für eine Nacht im 3-Sterne Hotel und 2 Tageskarten. Was im Schnitt je Fr. 40.- macht, für alle Anlagen der ganzen Destination, soviel wie einst in Pischa 1998/1999 die Tageskarte kostete. Ähnliches hört man aus der Lenzerheide. Gewiss der Schweizer Büenzli hat schon den NFA und die Direkt-Zahlungen für den Kanton Grischun zu tragen, da darf er dann auch etwas mehr für das Skifahren berappen, als der Gast aus dem Ausland.

Die Ecke (2000 müM-2500müM) war des übrigen in den letzten Jahren gemäss den Messstationen SLF (Fluela Hospiz / Klosters Gatschievers) auch im Spätherbst/Frühwinter immer reichlich mit Schnee versorgt!

Tschau Pischa, leider!

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