Zentralschweiz (Sommertour) | 19.-22. Juli 2008 | Teil 2

Sommerberichte aus den Kantonen Luzern, Obwalden, Nidwalden, Schwyz, und Uri.
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Felix
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Zentralschweiz (Sommertour) | 19.-22. Juli 2008 | Teil 2

Beitrag von Felix » Mi, 06.08.2008, 20:53

Seilbahntour Sommer 2008 (Zentralschweiz (Teil 2) | 19.-22. Juli 2008)

Und tatsächlich, am nächsten Morgen war das Wetter zwar bei Weitem nicht perfekt, aber immerhin regnete es nicht mehr und die Wolken schienen sich zu lockern. Für den Tag 4 der Tour waren weniger Autokilometer geplant, als viel mehr ein knappes Dutzend Seilbahnfahrten. Start war um 9 Uhr in Brügg bei Riedlig, denn es stand das Schächental auf dem Programm. Im Schächental gibt es vermutlich mehr Seilbahnen als Einwohner, aber dazu später mehr. Zunächst stand eine Bergfahrt mit der Pendelbahn Brügg-Eierschwand auf dem Programm, eine Pendelbahn mit Platz für vier Personen pro Kabine, eine Stütze, Hersteller Niederberger und Sisag. Das wären so die wichtigsten Stichwörter, um sich ein Bild von der Bahn machen zu können. Neben uns wollten noch zwei weitere Wanderer mit der Bahn fahren, sodass die Kabine gefüllt war und es dauerte nicht lange, da setzte sich die Bahn auch schon in Bewegung, die Billette musste man in der Mittelstation lösen. Dort angekommen ging es sogleich in die zweite Sektion Eierschwand-Ruogig, eine weitere Niederberger-Pendelbahn, diesmal aber für 6 Personen. Diese hatte auch nicht nur in der Kabine mehr Platz, sondern auch zwischen Kabinenboden und Erdboden war viel mehr Platz als bei der ersten Sektion. Der Bodenabstand war teilweise enorm, dann hatte man das Gefühl, man würde aufsetzen. Alles in allem eine sehr amüsante Fahrt vorbei an den 4 Stützen und dem einen Stützenausstieg. Oben angekommen war es empfindlich kühl, dass sich die Sonne, die zuvor mal durch ein Föhnloch geschienen hatte, sich inzwischen wieder hinter dicken Wolken verdrückt hatte. Nichts desto trotz begannen wir mit einer Wanderung zur Bergstation der Pendelbahn Biel, wo sich auch ein kleines Skigebiet befindet.

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Blick von Brügg bei Bürglen auf den Eierschwand mit der ersten Sektion Pendelbahn Richtung Ruogig

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Pendelbahn Brügg-Eierschwand, Hersteller Mechanik wie üblich Niederberger, Hersteller Elektronik wie üblich Sisag

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Jetonautomat. Dieser ist nur bei schlechtem Wetter und über Mittag in Betrieb, sonst ist die Bahn in der Mittelstation bedient

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Blick aus der Pendelbahn Brügg-Eierschwand auf die Pendelbahn Brügg-Riedlig

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Pendelbahn Brügg-Eierschwand

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Pendelbahn Brügg-Eierschwand

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Pendelbahn Brügg-Eierschwand

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Die zweite Sektion. Hier handelt es sich jedoch um Kabinen mit 6 Plätzen

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Zwei der unzähligen Materialseilbahnen an diesem Hang

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig - mit Stützenausstieg

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig - Eine der beiden Umlenkscheiben in der Bergstation

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Pendelbahn Eierschwand-Ruogig

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Und gleich noch eine Materialseilbahn

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Tja, nicht für Personen

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Ruogig


Angekommen auf der Oberalp - nein, nicht die von Andermatt - entdeckten wir eine weitere der zahlreichen Materialseilbahnen, die von der Bergstation der Personenseilbahn Riedlig-Biel ein Skigasthaus bedient. Zudem stich gleich die verlassene Talstation eines Skilifts ins Auge, nämlich jene vom Skilift Biel-Oberalp 2, ein alter Garaventa-Schlepplift, der im letzten Sommer durch eine BMF-Sesselbahn auf neuer Trasse ersetzt wurde. Die erste Sektion, Biel-Oberalp 1, die übrigens erst nach der zweiten erstellt wurde, steht noch und wurde ebenfalls von Garaventa erbaut, allerdings mit einer sehr merkwürdigen Stützenart.

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Materialseilbahn zu einem Skigasthaus auf Biel. Die Stützen sehen wie zusammengesteckte Habegger Skiliftstützen aus

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Bergstation dieser Materialseilbahn

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Talstation des 2007 stillgelegten Skilifts Biel-Oberalp 2. Er war der erste Skilift hier oben und wurde durch eine BMF-Sesselbahn auf neuer Trasse ersetzt

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Konzessionsschild

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Rollenbatterien als letzte Überreste dieses frühen Garaventa-Skilifts

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Bergstation der weiterhin existenten Sektion 1, der Skilift Biel-Oberalp 1

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Skilift Biel-Oberalp 1

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Zoom zur Bergstation der neuen Sesselbahn Weissenboden-Oberalp. Links davon erkennt man bei einer Materialseilbahn eine weiterverwendete Doppelmayr-Skiliftstütze. Würde mich nicht wundern, wenn diese vom Skilift Biel-Oberalp 2 wäre. Hier oben kommt eben nichts um!

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Sesselbahn Weissenboden-Oberalp

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Überreste in Form von Fundamenten des Skilifts Biel-Oberalp 2

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Projekttafel für die neue Sesselbahn

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Talstation Skilift Biel-Oberalp 2

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Skilift Biel-Oberalp 1. Die Stützen erinnern mich an den Skilift in Fischingen


Kurze Zeit später erreichten wir die Bergstation der Pendelbahn Riedlig-Biel, wiederum ein Niederberger-Produkt. Diese ist Zubringer ins Skigebiet und mit 8 Personen neben der ersten Sektion Brügg-Riedlig die grösste im Schächental. Dennoch ist sie mit ihrer sehr begrenzten Kapazität ein sehr dürftiger Zubringer in das Skigebiet - Vorteil: wenn man mal oben ist, steht man garantiert nicht an! Ein Blick auf den Fahrplan verriet uns, dass wir die Bahnfahrt um eine Minute verpasst hatten, doch die Kabine stand noch in der Station. Also rief ich beim Seilbahner an und der meinte nur, wir sollten uns setzen, es würde gleich losgehen - was es dann auch tat, kaum dass wir in der Kabine waren.

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Zubringer zu diesem kleinen Skigebiet ist diese Pendelbahn, die von Brügg aus über Rielig in zwei Sektionen hier hinauf führt

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Kabine der Pendelbahn Riedlig-Biel

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Fahrt mit der Pendelbahn Riedlig-Biel

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Pendelbahn Riedlig-Biel

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Pendelbahn Riedlig-Biel

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Pendelbahn Riedlig-Biel


In der Mittelstation wurden die Fahrten bezahlt und schon gleich ging es weiter hinunter ins Tal wieder zurück nach Brügg, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.

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Die erste Sektion ist baugleich zur zweiten. Auch hier bieten die Kabinen Platz für 8 Personen

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Pendelbahn Brügg-Riedlig mit Stützenausstieg

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Pendelbahn Brügg-Riedlig

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Pendelbahn Brügg-Riedlig


Die zweite Seilbahnfahrt starteten wir in Spiringen. Dort parkierten wir an der Seilbahn Spiringen-Ratzi, mit der wir jedoch nicht nach oben fuhren, nein, wir suchten lediglich das Restaurant St. Anton, wo es Jetons für die zweite Bahnachse auf diesen Berg gab, zwei Pendelbahnen, die von Spiringen über Chipfen nach Tristel führen. Schlussendlich erhielten wir die Jetons in einem Supermarkt im Gebäude, wo auch das Restaurant untergebracht ist. Ein kurzes Stückchen mussten wir laufen, dann erreichten wir auch schon das hölzerne Gebäude der Pendelbahn nach Chipfen. Im Inneren wurden erst einmal Fotos der Niederberger-Pendelbahn gemacht, ehe ich mir die Bedienung des Jetonbetriebs durchlas. An der Wand der Station wurde man direkt auf einen Unglücksfall an der Bahn aufmerksam gemacht, was das Vertrauen in die dünnen Seile nicht unbedingt verstärkte. Mein Vater stieg bereits in die halboffnee Gondel ein, musste aber die Tür schliessen, damit der Jetonbetrieb funktionierte. Beim ersten Mal nahm der Automat die Münze nicht an, beim zweiten Mal funktionierte es und schon ertönte in gleichmässigen Abständen das Telefon in der Kabine, das die Abfahrt signalisiert. Entgegen diverser Behauptungen, man müsse rennen, um noch in die Kabine zu kommen, hatte man 30 Sekunden zeit, ehe das Telefon dauerhaft klingelte und die Kabine ruckartig die Talstation verliess. Eine der wahrscheinlich kuriosesten Seilbahnfahrten meines Lebens hatte begonnen :D

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Weiter ging es mit der Pendelbahn Springen-Kipfen-Tristel in zwei Sektionen. Die Bahn hat über die Sommermonate Jetonbetrieb

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Talstation Pendelbahn Spiringen-Kipfen

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Pendelbahn Spiringen-Kipfen

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Sisag-Steuerungskasten

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Kabine der Pendelbahn Spiringen-Kipfen im typischen Schiffchen-Design

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Pendelbahn Spiringen-Kipfen

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Bedienungshinweise in der Kabine

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Rein damit und dann 30 Sekunden Zeit bis zur Abfahrt

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Pendelbahn Spiringen-Kipfen

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Pendelbahn Spiringen-Kipfen

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Pendelbahn Spiringen-Kipfen


Die Kabine der zweiten Sektion ist zwar vollständig geschlossen, aber keineswegs unspektakulärer. Das Prozedere war genau das Selbe wie in Sektion 1 und so ging es wieder weiter bergwärts. Dadurch, dass kaum Fenster in der Kabine waren, gestaltete sich das Fotografieren schwierig, aber ein paar brauchbare Ergebnisse gab es dennoch.
Vom Start der Bahn hat mein Vater ein Video gedreht, Interessierte können sich bei mir melden ;)

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Die zweite Sektion hat eine geschlossene Kabine und bietet Platz für 4 Personen, eine mehr als die erste Sektion

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Pendelbahn Kipfen-Tristel

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Pendelbahn Kipfen-Tristel

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Pendelbahn Kipfen-Tristel

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Pendelbahn Kipfen-Tristel

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Pendelbahn Kipfen-Tristel

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:lol: Sogar eine Ampel für den Weg... Seilbahn hat Vorfahrt ;)

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Pendelbahn Kipfen-Tristel


Als nächstes wanderten wir zur bereits oben erwähnten Pendelbahn Spiringen-Ratzi, mit der wir um Punkt 12 Uhr die letzte Fahrt vor der Mittagspause erwischten. Unterwegs wurde noch der Skilift Ratzi-Gisleralp abgelichtet, ein Garaventa-Skilift, der ein Oehler-Fabrikat ersetzte. Kaum waren wir im Tal angekommen, gingen wir im Restaurant St. Anton etwas essen, nach 7 Seilbahnfahrten in drei Stunden ist man etwas hungrig ;).

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Blick hinauf zum Skilift Ratzi, ein Skilift, der mit einer Pendelbahn von Springen aus erschlossen wird

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Pendelbahn Spriringen-Ratzi, dahinter der Skilift Ratzi-Gisleralp

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Talstation Skilift Ratzi-Gisleralp. Ein klassischer Garaventa-Skilift

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Pendelbahn Springen-Ratzi

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Pendelbahn Spiringen-Ratzi

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Technische Daten der Pendelbahn Spiringen-Ratzi

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Pendelbahn Spiringen-Ratzi mit einem der beiden Stützenausstiege

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Pendelbahn Spiringen-Ratzi

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Pendelbahn Spiringen-Ratzi


Den frühen Nachmittag nutzten wir zum Fotografieren verschiedener Anlagen im Schächental und jener auf dem Urnerboden. Im Schächental sind dies namentlich die Pendelbahnen Alp Äsch-Oberalp, Brunnital-Sittlisalp, Witterschwanden-Eggenbergli, Witterschwanden-Archerberg, Archerberg-Kesselberg (alle Niederberger) sowie die Kraftwerkspendelbahn Spiringen-Sulzbach.

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Zoom zur nicht öffentlichen Pendelbahn Holzboden-Sulzbach, eine Kraftwerksbahn

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Zoom zu einer Stütze der steilen Pendelbahn Alp Äsch-Oberalp. Die Bahn erfährt an dieser Stelle einen starken Gefällsbruch

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Zoom zu einem schönen Wasserfall

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Zoom zur Bergstation der Pendelbahn Ribi-Wannelen, die einige Häuser auf dem Berg erschliesst

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Pendelbahn Alp Äsch-Oberalp

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Nochmals dieser faszinierende Wasserfall

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Landschaft am Klausenpass

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Auf dem Urnerboden befindet sich seit einigen Jahren auch eine Bahn zum beliebten Ausflugsziel Fisetengrat

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Na, das Wichtigste hat eine Extra-Farbe ;-)

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Pendelbahn Urnerboden-Fisetengrat

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Pendelbahn Ribi-Wannelen. Angeblich soll hier diesen Sommer noch eine 8er Pendelbahn von BMF hinkommen, das glaub ich aber erst, wenn die Bahn steht...

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Pendelbahn Ribi-Wannelen mit ihrer steilen Strecke bis zur einzigen Stütze

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Kabine in der Talstation dieser Niederberger-Pendelbahn

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Spektakuläre, stützenlose Strecke der Pendelbahn Brunnital-Sittlisalp

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Pendelbahn Brunnital-Sittlisalp

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Zoom zur Bergstation der einsuprigen Kraftwerkspendelbahn Springen-Sulzbach

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Talstation der Pendelbahn Springen-Sulzbach

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Konzessionsschild

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Zoom zur Pendelbahn Archerberg-Kesselberg, die zweite Sektion im Anschluss an die Pendelbahn Witterschwanden-Archerberg

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Pendelbahn Witterschwanden-Eggenbergli

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Pendelbahn Witterschwanden-Eggenbergli

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Pendelbahn Witterschwanden-Eggenbergli

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Kabine der Pendelbahn Witterschwanden-Archerberg. Wie die zweite Sektion zum Kesselberg stammt auch sie von Niederberger. Interessanterweise geht die Bahn quer zum Haus den Berg hoch

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Pendelbahn Witterschwanden-Archerberg

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Pendelbahnen Witterschwanden-Archerberg und Archerberg-Kesselberg


Noch war es aber mit den Seilbahnfahrten nicht zu Ende, denn wir machten uns auf nach Attinghausen, zum Brüsti. Innerhalb von Attinghausen ist die erste Sektion Attinghausen-Kohlplatz eine innerstädtische Verbindungsbahn und wurde ausnahmsweise auch mal von Küpfer erbaut, nicht immer von Niederberger. Die kleine Pendelbahn mit Kabinen für 6 Personen ist aber für Automobilisten, die aufs Brüsti wollen, uninteressant, da sich der Parkplatz an der Mittelstation befindet. Da wir das aber nicht wussten, suchten wir uns einen Platz in der Nähe der Bahn, erfuhren aber dann, dass es besser ist, zur Mittelstation zu fahren, was wir auch taten. Im Anschluss daran ging es mit einer Küpfer 8er Pendelbahn ganz nach oben aufs Brüsti. Die Bahn ist für eine 8-Personen-Kabine ein wahres Monster. Nicht nur die grossen Stützen, 6 an der Zahl, 2 Stützenausstiege, sondern auch die 1000 Meter Höhendifferenz machen diese Pendelbahn zu einem absoluten technischen Meisterwerk.

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Im benachbarten Ort Attinghausen dient diese kleine Pendelbahn von Küpfer als innerstädtisches öffentliches Verkehrsmittel. Sie verkehrt auf Anruf

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Pendelbahn Attinghausen-Kohlplatz

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Strecke Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Bergstation der ersten Sektion Attinghausen-Kohlplatz

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Pendelbahn Attinghausen-Kohlplatz

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Pendelbahn Attinghausen-Kohlplatz

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Alte Bilder in der Talstation der Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Alte Bilder in der Talstation der Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Alte Bilder in der Talstation der Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Alte Bilder in der Talstation der Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti mit Werbung für eine andere Anlage auf Urner Boden, die Pendelbahn Stäfeli-Äbnet nahe Engelberg

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti, leider waren die Scheiben so zerkratzt, dass gute Fotos nicht möglich waren

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti


Auf dem Brüsti selbst werden die Bahnen dann wieder etwas kleiner. Hier zu sehen die Pendelbahn Waldnacht-Brüsti, eine kleine Niederberger-Pendelbahn. Sie erschliesst ein Dorf etwas unterhalb des Brüstis.

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Luftseilbahn Waldnacht-Brüsti

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Pendelbahn Waldnacht-Brüsti


Tja, und dann gibt es auf dem Brüsti auch Skibetrieb, nämlich an einem kurzen Skilift. Dieser besitzt sehr merkwürdige Stützen, grösstenteils dürfte das Gebastel aber von Garaventa stammen. Er ist zwar nicht besonders lang, aber dennoch recht steil, wieder einmal liegt die Würze in der Kürze. Aber zwei Wochen Skiurlaub macht hier sicher niemand ;).

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Einen ominösen Sklift hat es hier oben auch noch, den Skilift Kulmegg-Brüsti

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Skilift Kulmegg-Brüsti

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Aussicht vom Brüsti Richtung Süden

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Karte vom Brüsti

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Pendelbahn Kohlplatz-Brüsti mit ihren beiden Stützenausstiegen


Auf meiner Karte war in Attinghausen noch eine weitere Bahn eingezeichnet, die Pendelbahn Chummet-Regliberg. Diese scheint wohl auch noch zu bestehen, allerdings nur noch als Materialseilbahn.

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Eine Materialseilbahn in Attinghausen. Sie hört auf den Namen Chummet-Regliberg und hatte auch einmal Personentransport. Heute macht sie nur noch Materialtransporte

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Strecke der Materialseilbahn, die Stützen sehen denen der Materialseilbahn auf dem Biel im Schächental sehr ähnlich

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Pendelbahn Chummet-Regliberg im Detail. Der Spannwagen für das Zugseil ist auf dem Tragseil angebracht


Für den folgenden Tag waren auf dem Weg in Richtung Berner Oberland noch einige Anlagen im Reusstal geplant, die wir abfahren wollten, eigentlich wollten wir auch noch aufs Haldi fahren, was wir bekanntlich am Vortag wegen des schlechten Wetters hatten streichen müssen. Inzwischen war es 17 Uhr geworden und ansich hätten wir noch aufs Haldi fahren können. Da ich aber vor der Tour noch kurzfristig festgestellt hatte, dass die Sesselbahn in Kandersteg bereits am 7. September ihren Betrieb einstellt, wollte ich diese unbedingt noch fahren. So entschieden wir uns schlussendlich dazu, das Haldi zu streichen und das Programm vom folgenden Tag vorzuziehen.

Als erstes ging es daraufhin ins Maderanertal nach Bristen. Die Strasse dorthin ist noch spektakulärer als im Riemenstaldnertal und ausserdem noch viel stärker befahren, sodass wir für die eigentlich sehr kurze Strecke ziemlich lange brauchten. Schliesslich kamen wir aber doch noch am Ziel an und gleich ging es zur Pendelbahn Bristen-Waldiberg, zur Abwechslung mal wieder eine Pendelbahn von Niederberger.

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Blick auf die Talstation der Pendelbahn Bristen-Waldiberg. Gebaut hat diese Bahn Niederberger

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Blick auf die Strecke


Kurz und steil, so lässt sich in etwa die Pendelbahn Bristen-Breitlaui beschreiben. Sie wurde ebenfalls von Niederberger gebaut und erschliesst einige Häuser oberhalb von Bristen.

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Pendelbahn Bristen-Breitlaui

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Einzige Stütze der Pendelbahn Bristen-Breitlaui. Sie erschliesst eine Häsuer oberhalb von Bristen


Die wohl meistgenutzte Bahn dieses Tals dürfte wohl die Pendelbahn Bristen-Golzern sein, eine bei Touristen ausgesprochen beliebte Bahn, führt sie doch zum Golzernsee in ein Wanderparadies. Die 8er Kabinen sind oftmals mehr als ausgelastet, was zu langen Wartezeiten führt. Im Jahr 2005 war das Tal so schwer vom Hochwasser betroffen, dass viele Gebäude zerstört wurden, darunter auch das Talstationsgebäude der Pendelbahn, die im Folgejahr durch Garaventa praktisch neu gebaut werden musste. Die Vorgängerbahn stammte von Niederberger.

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Kabine der Pendelbahn Bristen-Golzern in voller Fahrt

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Talstation in neuem Aussehen

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Talstation Pendelbahn Bristen-Golzern

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Pendelbahn Bristen-Golzern

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So sah es während den Unwettern im Jahr 2005 aus. In der Mitte erkennbar ist die Talstation der Pendelbahn


Von Amsteg führt eine Standseilbahn zum Wasserschloss. Diese ist nicht öffentlich und dem Zustand der Bahn nach wohl auch schon seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb. Sie gehört den Wasserkraftwerken Amsteg der SBB. Gebaut wurde sie 1918 von Bell, da der Wagen mit dem Schild einer bekannten Firma aus Goldau verziert ist, ist anzunehmen, dass diese Firma die Bahn einmal modernisiert hat.

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Standseilbahn Amsteg-Wasserschloss

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Standseilbahn Amsteg-Wasserschloss

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Standseilbahn Amsteg-Wasserschloss


Ebenfalls von Amsteg aus führt eine Seilbahn in die Nähe des Arnisees, ein schönes Hochplateau auf knapp 1400 Meter Höhe. Die zweite Bahn, die direkt an den Arnisee führt, startet in Intschi, ein kleines Dorf in der Nähe von Amsteg. Diese 8er-Pendelbahn von Küpfer besuchten wir als erstes.

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Pendelbahn Intschi-Arnisee

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Ein Blick hinter die Kulissen der Talstation

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Pendelbahn Intschi-Arnisee

Nicht weniger steil ist die Pendelbahn Amsteg-Arni, aber bedeutend kleiner, denn sie bietet nur Kabinen mit Platz für 4 Personen. Gebaut hat diese Bahn mal wieder Niederberger. Die Fahrt stelle ich mir noch spektakulär vor... :)

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Pendelbahn Amsteg-Arnisee

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Pendelbahn Amsteg-Arni


Nur ein Dorf weiter müssen wir fahren, um das nächste Schiffchen zu sehen. Die Pendelbahn Silenen-Chilcherberge erschliesst einige Häuser über dem Reusstal, ist aber auch gleichzeitig ein bei Touristen beliebtes Ziel zum Wandern. Die Bahn stammt ursprünglich von Niederberger, doch seit einer Sanierung hängen hier blaue Schilder mit der Aufschrift Garaventa.

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Pendelbahn Chilcherberge. Ein Niederberger-Produkt, das von Garaventa vor kurzem auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde

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Pendelbahn Silenen-Chilcherberge


Wirklich weit hatten wir es zur nächsten Bahn wiederum nicht, denn unsere nächste Bahn stand in Erstfeld, die Pendelbahn zum Schwandiberg. Auch diese Bahn stammt von Niederberger. Nach einer Irrfahrt durch den Ort, die wegen diverser Einbahnstrassen ihren Höhepunkt erreichte, kamen wir schlussendlich doch noch an der Bahn an. Auch hier staunten wir mal wieder nicht schlecht, wie steil doch die Bahnen im Reusstal den Berg hinauf schweben.

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In Erstfeld führt eine Pendelbahn vom Dorfrand auf den Schwandiberg

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Pendelbahn Erstfeld-Schwandiberg


Nun wechselten wir die Talseite und machten uns auf zur Niederberger-Pendelbahn Hofstetten-Wileri. Die 3er Pendelbahn von Niederberger erschliesst im Winter eine Schlittelbahn mit über 500 Meter Höhendifferenz.

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Auf der gegenüberliegenden Talseite verkehrt die Pendelbahn Hofstetten-Wileri

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Pendelbahn Hofstetten-Wileri

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Pendelbahn Hofstetten-Wileri

Nur etwa einen Kilometer weiter nördlich, direkt am neuen LKW-Warteraum für den Gotthard-Basistunnel trafen wir auf die Pendelbahn Ripshausen-Zieriberg, die ebenfalls von Niederberger erbaut wurde. Die Kabinen bieten nur Platz für zwei Personen, fahren kann man mit dieser Bahn wie so oft im Urnerland nur nach vorheriger Vereinbarung mit dem Betreiber.

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Pendelbahn Ripshausen-Zieriberg

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Pendelbahn Ripshausen-Zieriberg


Das Haldi musste nun aus Zeitgründen endgültig dran glauben, aber immerhin konnte ich von der Strasse zwischen Erstfeld und Altdorf noch einen Blick zum Skilift Haldi erhaschen. Dieser Städeli-Skilift ist nicht der einzige auf Uris Sonnenterrasse, dafür ist er aber derzeit ausser Betrieb, kein schmerzvoller Verlust, denn er erschloss so oder so nur einen Übungshang. Der lange Zeit stillgelegte zweite Skilift von Städeli, wesentlich länger und interessanter, was die Skipisten anbetrifft, ist nun wieder in Betrieb. Erschlossen ist das Haldi mit einer Küpfer-Pendelbahn für 15 Personen, ausnahmsweise einmal eine etwas grössere Bahn.

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Blick zum Skilift Haldi von Städeli auf dem gleichnamigen Plateau

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Blick zur Bergstation der Pendelbahn Schattdorf-Haldi - gut nachvollziehbar, warum das Haldi auch Sonnenterrasse von Uri genannt wird ;-)

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Pendelbahn Schattdorf-Haldi von Küpfer

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Pendelbahn Schattdorf-Haldi

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Pendelbahn Schattdorf-Haldi


Bis zum letzten jahr gab es in Schattdorf auch noch eine zweite Pendelbahn, nämlich die Luftseilbahn Schattdorf-Lehn. Bis auf die Talstation und eine deutlich sichtbare Schneise erinnert allerdings nichts mehr an eine Seilbahn. Nachn einiger Suche entschieden wir uns schlussendlich dazu, die Seilbahnbesichtigungen für den Tag abzuschliessen und kehrten ins Hotel zurück.

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Eine zweite Pendelbahn in Schattdorf war die Pendelbahn Schattdorf-Lehn

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Ehemalige Schneise der Pendelbahn Schattdorf-Lehn

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Eine alte Müller-Gondel der Gondelbahn Emmetten-Stockhütte hat ihren neuen Platz in Schattdorf bereits eingenommen. Die Bahn wurde 2007 ersetzt

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Klemme der Kabine im Detail

In der Zwischenzeit war es bereits wieder 19 Uhr geworden, glücklicherweise blieb uns diesmal aber die Suche nach einer Unterkunft erspart, denn wir konnten bereits das zweite Mal in Altdorf übernachten.

Der nächste Morgen begann ähnlich grau, wie der Vorabend geendet hatte, aber wenigstens regnete es nicht, sodass wir uns trockenen Fusses von Altdorf verabschiedeten und unseren Weg in Richtung Süden fortsetzten. In Gurtnellen machten wir jedoch noch einmal Halt, besser gesagt war es ein ziemlich grosser Abstecher, denn wir mussten noch einige Kehren hinter uns lassen, ehe wir die Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg unter die Lupe nehmen konnten. Diese Pendelbahn ist eigentlich nicht öffentlich und fährt nur an bestimmten Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit. Gebaut wurde sie, dem Schild der Talstation nach, durch Garaventa.

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Nicht öffentliche Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg in Gurtnellen. Hinten erkennt man das Herstellerschild

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Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg

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Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg

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Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg

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Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg

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Pendelbahn Gurtnellen-Geissberg - mit Seilreitern, eigentlich recht untypisch für Bahnen mit nur einem Tragseil


Auf dem Weg zum Sustenpass fiel uns noch eine weitere Bahn auf, von der ich überhaupt nichts wusste. Der Grösse der Bahn nach, handelte es sich dabei aber mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine Bahn mit Personentransport, ja sogar einen Stützenausstieg schien die Bahn zu besitzen. Das verrammelte Gebäude und der fehlende Zufahrtsweg deuten darauf hin, dass diese Bahn wohl nicht öffentlich ist, sondern eine Privatanlage ist oder dem Militär gehört.

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Eine unbekannte Seilbahn an der Sustenpassstrasse westlich von Wassen

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Der Hersteller dieser Bahn ist mir nicht bekannt, sieht aber sehr nach Garaventa aus

Für alle Interessierten an den Kleinbahnen im Kanton Uri gibt es die folgende Seite mit allen Infos zu den Urner Seilbahnen: http://www.seilbahnen-uri.ch" onclick="window.open(this.href);return false;.
Reportagen und Reiseberichte auf www.enviadi.com

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Re: Zentralschweiz (Sommertour) | 19.-22. Juli 2008 | Teil 2

Beitrag von Dani » Mi, 06.08.2008, 21:34

Von Amsteg führt eine Standseilbahn zum Wasserschloss. Diese ist nicht öffentlich und dem Zustand der Bahn nach wohl auch schon seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb. Sie gehört den Wasserkraftwerken Amsteg der SBB. Gebaut wurde sie 1918 von Bell, da der Wagen mit dem Schild einer bekannten Firma aus Goldau verziert ist, ist anzunehmen, dass diese Firma die Bahn einmal modernisiert hat.
Die Bahn führt so eine schlummer Existenz. Im Jahre 2003 oder 2004 wurde die mal reaktiviert, als die Strasse für mehrere Wochen unterbrochen war. Die Bahn ist auch im Doppelmayr-Garaventa Jahrbuch drin.
Bilder von Seilbahnen und Skiliften: www.seilbahnbilder.ch

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