Verbier • 14. März 2014 • Unverhofft kommt oft {OSWAT14}

Winterberichte aus dem Juragebirge und den Kantonen Wallis, Waadt und Freiburg.
Antworten
Benutzeravatar
Felix
Luftseilbahn Fil de Cassons
Beiträge: 5160
Registriert: Sa, 02.09.2006, 20:06
Lieblingsseilbahn: Klein Matterhorn, Fil de Cassons, Isenau, uvm.
Lieblingshersteller: Von Roll, Brändle, Giovanola
Kontaktdaten:

Verbier • 14. März 2014 • Unverhofft kommt oft {OSWAT14}

Beitrag von Felix » Di, 08.04.2014, 21:57

Verbier • 14. März 2014 • Unverhofft kommt oft {OSWAT14}

Nur eine knappe Minute vergeht zwischen dem Aussteigen aus der Kabinenbahn nach Bruson bis zum Einstieg in die deutlich kleinere Kabine nach Verbier. Vier Personen finden in den Kabinen der 2001 erbauten Anlage Platz. Die kleine Kabinengrösse rührt daher, dass man die Stationsgebäude des Vorgängers von Habegger weiterverwenden wollte, für eine grössere Bahn war daher schlicht zu wenig Platz. Neben der Kabinengrösse und der Stationen hat die Bahn auch einige Stützenschäfte des Vorgängers weiterverwendet. So wirklich an das Zeitalter der Giovanola-Klemme erinnert bei dieser modernen MCS-Bahn allerdings nichts mehr. Mit ein Grund für den Neubau war, dass gleichzeitig auch die zweite Sektion zum Croix des Ruinettes ersetzt wurde und damit seither ein Durchfahrbetrieb möglich ist. Dieser wird bis am späten Nachmittag aufrecht erhalten, bis die Bahn ins Skigebiet den Betrieb einstellt. Die erste Sektion zwischen Le Châble und Verbier bleibt dagegen noch bis 19.30 Uhr in Betrieb. Da parallel zur zweiten Sektion auch eine Städeli-Kabinenbahn ihre Runden dreht, laufen die Gäste aus Verbier nicht Gefahr, keinen Platz mehr in den bereits besetzten Kabinen aus Le Châble zu bekommen.

Während der Bergfahrt sprechen wir noch einmal über die weitere Route, die wir uns am Vortag spontan überlegt haben. Aufgrund der immensen Grösse des Gebiets ist es ohnehin unmöglich, in den verbleibenden fünfeinhalb Stunden alles abzufahren. Daher wollen wir uns auf die Bereiche konzentrieren, die wir in den vier Tälern noch nicht kennen und je nach Lust und Laune noch den einen oder anderen Höhepunkt mitnehmen. In erster Linie zählt zu den Wunschzielen das Vallon d'Arbi, eine abgelegene Abfahrtsroute, über die man vom Lac des Vaux nach La Tzoumaz gelangt. Sie stellt die einzige Möglichkeit dar, das Gebiet rund um Savoleyres vom restlichen Skigebiet aus auf den Ski zu erreichen. Zudem hätte ich auf diesem Weg die Möglichkeit, die altehrwürdige Kabinenbahn Verbier-Savoleyres abzulichten, die im kommenden Sommer auf neuer Trasse endgültig ersetzt werden soll. Sie besitzt schon seit langem keine eigene Abfahrt mehr; diese ist der Bauwut zum Opfer gefallen. Immerhin sollten aber ein paar Aufnahmen an der Bergstation möglich sein. Wegen der warmen Temperaturen sind wir uns jedoch nicht ganz sicher, ob uns nicht doch die drohende Lawinengefahr einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Daher wollen wir so schnell wie möglich in Richtung Vallon d'Arbi aufbrechen.

Pistenplan: http://www.infosnow.ch/~apgmontagne/?la ... -veysonnaz

Bild
Unterwegs nach Verbier mit der Garaventa-Kabinenbahn Le Châble-Verbier. Obwohl die Bahn noch nicht besonders alt ist, scheppert und klappert hier alles, als gäbe es kein morgen mehr.

Bild
Zeitweise geht es ziemlich bodennah am Hang entlang. An diesem Südhang dürften jedoch selten Probleme mit zu viel Schnee auftreten.

Bild
Weiter oberhalb geht es dann in gewohnter Manier den ersten Chaletbauten entgegen.

Bild
Nach Durchfahren der Mittelstation gesellt sich rechter Hand die Kabinenbahn Verbier-Croix des Ruinettes 1 hinzu, eine äusserst interessante Anlage. Sie ist die einzige 6er-Kabinenbahn der Firma Städeli, die mit Giovanola-Klemmen ausgestattet ist. Dies dürfte wohl eine Sonderanfertigung auf Kundenwunsch gewesen sein, nachdem zuvor alle Bahnen in Verbier mit dieser Klemme ausgestattet worden waren und Giovanola beim Bau aber nicht mehr im Seilbahnbau tätig war. Mit dem drohenden Abbau am Savoleyres ist diese Bahn die letzte in der einstigen Giovanola-Hochburg, die diese Klemmen noch besitzt! :shock:

Bild
Die Trassierungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Giovanola-typisch werden die aufwendigen Niederhalter auf der Strecke durch eine hohe Seilführung eingespart, während die Garaventa-Anlage mit geringerem Bodenabstand viel stärker dem Terrain folgt.

Bild
Nach über 1400 bewältigten Höhenmetern verlassen wir die Kabine und machen uns auf zur nächsten Sektion, dem Funitel nach Attelas. Sicherheitshalber frage ich nochmals bei einem Angestellten nach, ob das Vallon d'Arbi offen sei. Er gibt uns grünes Licht, warnt aber gleichzeitig vor der teils suboptimalen Schneelage.

Bild
Das Funitel nach Attelas - immer wieder aufs Neue eine beeindruckende Anlage, die in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern darf.

Bild
Auf Attelas ergibt sich dieser Blick auf den zugefroenen Lac des Vaux und seine beiden Sesselbahnen von Leitner (vorne) und Städeli zum Col de Chassoure. Hier wollen wir je nach Zeit noch zu einem späteren Zeitpunkt vorbeischauen.

Bild
Über diesen uns bislang noch unbekannten, aber sehr schön zu fahrenden Hang geht es zum Einstieg des Vallon d'Arbi, der sich etwas oberhalb der Sesselbahn-Talstationen am Lac des Vaux befindet.

Bild
Der Einstieg in das Vallon d'Arbi, welches am heutigen Tag (zu) gut frequentiert ist.

Bild
Über diese Bobbahn-ähnliche Piste geht es weiter zum eigentlichen Beginn der Tourenabfahrt.

Bild
Im Anschluss muss diese Traverse gemeistert werden, ...

Bild
... ehe sich die Abfahrt zu einer wunderbar zu fahrenden Buckelpiste verbreitert. Etwas oberhalb zweigt links eine Variante über des Col des Mines ab, die direkt nach Verbier zurück führt. Diese ist allerdings bereits wegen Lawinengefahr geschlossen.

Bild
Nach einer genialen Abfahrt und dem Bezwingen des grössten Teils der Höhenmeter ist nun ein wenig Schieben angesagt, bis die Route sich mit dem "normalen" Pistengebiet von La Tzoumaz vereinigt.

Bild
Unterwegs fällt der Blick auf die Sesselbahn Prarion im Sektor Nendaz, die die Verbindung von Siviez kommend herstellt. Zu ihr werden wir es vermutlich heute nicht mehr schaffen, allerdings hat sich der Bereich um Nendaz bei unserem ersten Besuch 2006 aber auch als weniger interessant als so manch anderer Sektor erwiesen.

Bild
Die Kabinenbahn von Mayens-de-Riddes, um die ursprüngliche Flurbezeichnung einmal zu verwenden, bringt uns hinauf nach Savoleyres. Den Vorgänger, eine Kabinenbahn mit Giovanola-Klemmen, habe ich 2008 leider um ein Jahr verpasst.

Eigentlich wollen wir unseren Weg nach einigen Abschiedsfotos von der Kabinenbahn Verbier-Savoleyres retour in Richtung Ruinettes fortsetzen, doch die steigenden Temperaturen sind schneller als wir. Die Verbindungspiste ins Hauptgebiet ist - genau wie das Vallon d'Arbi - inzwischen wegen Lawinengefahr gesperrt. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, als mit der Kabinenbahn nach Verbier talwärts zu fahren, da sie wie angesprochen keine eigene Piste mehr besitzt. Von dort müssen wir dann wie schon 2008 mit dem Skibus zurück nach Médran, um unseren Skitag fortzusetzen. Was auf den ersten Blick ernüchternd tönt, ist mir gar nicht so unrecht, denn so komme ich noch in den Genuss einer Fahrt mit dem geliebten Oldtimer. Für eine Tal- und gleich anschliessende Bergfahrt, wie es Dani vor einigen Jahren gemacht hat, hätte ich meine Begleitung nicht überreden können, aber so bleibt uns gar nichts anderes übrig. Unverhofft kommt oft.

Bevor wir aber die nächste Seilbahnfahrt antreten, wollen wir uns noch etwas im Sektor Savoleyres aufhalten. Die Nordhänge bieten ausgezeichnete Schneeverhältnisse und - böse Zungen behaupten viel wichtiger - haben wir bei der Bergfahrt nach Savoleyres unter der Bahn den penetranten Geruch von Bratwürsten frisch vom Grill in der Kabine gehabt ... Davon angezogen machen wir nahe der Sesselbahn Savoleyres Nord auch gleich unsere Mittagspause. Was von weitem noch gut organisiert aussieht, entpuppt sich jedoch als absolute Chaostruppe. Statt die Würste bei dem vollen Laden einfach auf Halde zu grillen, werden sie erst nach Bestellung auf den Grill geworfen - und nicht etwa wenn der Gast bestellt, sondern erst wenn die Dame, die an der Kasse sitzt, eine Sammelbestellung am Grill aufgibt. Am Grill selbst sieht es nicht besser aus. Die beiden Meister vom Fach scheinen eine originalgetreue Kopie von Dick und Doof zu sein, jedenfalls lassen sowohl das Aussehen als auch das Geschick keinen anderen Schluss zu :D. So vergehen fast 30 Minuten, bis wir endlich das Objekt der Begierde in den Händen halten. Ich bin eigentlich ein sehr geduldiger Mensch und nehme derartige Dinge im Normalfall mit Humor - aber beim heutigen Kilometerfressen und dem Skibus, den wir ja auch noch nehmen müssen, zehren solche Vorfälle ganz schön an den Nerven ;).

Bild
Ein Blick zur Sesselbahn Tête de Creusis, die 1996 ein fix geklemmtes Exemplar von Giovanola ersetzte. Die Garaventa-Bahn wollen wir eigentlich auch noch fahren, was wir nach den Erlebnissen am Grill dann aber doch verwerfen.

Bild
Bereits Saisonschluss hat die Sesselbahn Etablons de Riddes, ein weiteres Garaventa-Produkt. Sie ist allerdings auch vollkommen redundant, da alle Pisten auch von der Kabinenbahn erschlossen werden. Vor dem Bau selbiger diente sie gemeinsam mit der ersten Sektion von Städeli als wichtiger zweiter Zubringer und Beschäftigungsanlage zur Entlastung der chronisch überfüllten Giovanola-Kabinenbahn. Nachdem die erste Sektion inzwischen aber gar nicht mehr existiert, hat auch diese Bahn viel an Bedeutung verloren.

Bild
Kabinenbahn La Tzoumaz-Savoleyres.

Bild
Ein echtes Arbeitstier ist die Sesselbahn Savoleyres Nord, die eine ganze Reihe an pulvrigen Nordhängen erschliesst. Sie ersetzte einen Poma-Schlepplift und indirekt eine Städeli-Sesselbahn, die zum Tête des Savoleyres führte.

Bild

Bild
Sesselbahn Savoleyres Nord.

Bild
Damit nun aber wirklich zum Höhepunkt des heutigen Tages aus seilbahntechnischer Sicht: die letzte klassische Giovanola-Kabinenbahn von Verbier, deren Tage endgültig gezählt sind, nachdem ein Ersatz schon seit vielen Jahren geplant ist (schon bei meinem letzten Besuch hier 2008 wurde von einem zeitnahen Neubau gesprochen).

Bild
Sieben Kabinenbahnen mit Giovanolatechnik zählte man zu den Hochzeiten rund um Verbier - nur noch diese ist im klassischen Design der 70er Jahre verblieben.

Bild
Überhaupt existieren von dieser einstigen "Uni-G der Schweiz" neben der Bahn in Verbier im Originalzustand nur noch je eine in Zermatt und Aminona, und auch deren Zukunften sind nicht allzu rosig. Für mich ist der Verlust ähnlich tragisch wie das Ende der VR101 in der Schweiz!

Bild
Noch ein letztes Mal dürfen wir den röhrenden Sound des Antriebs dieser vollautomatischen Bahn geniessen - eine absolute Pionieranlage, der wir nun die letzte Ehre erweisen wollen.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild
Impressionen eines Stücks Seilbahngeschichte zum Geniessen.

Bild
Dann heisst es Abschied nehmen. Glücklicherweise hält bereits zwei Minuten nach unserer Ankunft der passende Skibus nach Médran, sodass wir in nur 15 Minuten die nächste Bahn erreichen. Und dafür extra eine neue Bahn bauen, damit die Anbindung besser wird? Geht doch so auch wunderbar ;).

Bild
Konsequenterweise will ich nun natürlich mit der noch nicht gefahrenen zweiten Bahn zum Croix des Ruinettes fahren, doch diese hat mangels Andrang den Betrieb zwischenzeitlich eingestellt. Überhaupt ist uns während der Fahrt im Skibus aufgefallen, dass sämtliche Cafés in Verbier bis auf den letzten Platz mit Skifahrern besetzt sind. Hören die alle schon auf, jetzt um 14 Uhr? Umso besser! :)

Bild
So nehmen wir ein zweites Mal die Kabinenbahn Verbier-Croix des Ruinettes 2, um schliesslich in der Kombibahn nach La Chaux zu landen. Wir erreichen sie über eine Rolltreppe mit Panoramaverglasung auf dem Dach. Was für ein Kontrast zu den am Vortrag gesehenen Gebieten, aber es hat irgendwie beides seinen Reiz. Der ruhende Pol in Liddes und das bis auf den letzten Punkt durchorganisierte Hochleistungsskigebiet Verbier.

Bild
Fontanet, die Zwischenstation dieser Tal-Berg-Tal-Bahn ist schnell erreicht. Insgesamt drei fix geklemmte Städeli-Sesselbahnen ersetzte dieses Leitner-Konstrukt im Jahr 2005.

Bild
Einflugschneise Fontanet.

Da der Mont Gélé inzwischen aufgrund Lawinengefahr für Skifahrer gesperrt ist, scheidet diese Möglichkeit zum Erklimmen eines weiteren Dreitausenders aus und wir machen uns stattdessen auf den Weg zum Mont Fort, der erstgenannten Gipfel noch einmal um 300 Meter überragt. Den Rückweg wollen wir je nach Wartezeit an der Bahn zum Gipfel entscheiden. Entweder die kurze Variante wieder nach La Chaux, oder aber die etwas ausgedehntere Version über Tortin und den Col de Chassoure.

Bild
Bei der Abfahrt nach La Chaux wird bereits der Blick auf die Luftseilbahn zum Col des Gentianes frei. Im Vordergrund die Sesselbahn zum Col Brunet von Städeli.

Bild
Sesselbahn La Chaux-Col Brunet, ihres Zeichens 1987 die erste fix geklemmte Vierersesselbahn der Schweiz. Im Hintergrund zu sehen die Talstation der 150er-Luftseilbahn La Chaux-Col des Gentianes. Aufgrund ihrer Grösse landläufig als "Jumbo" bezeichnet.

Bild
Strecke der Luftseilbahn La Chaux-Col des Gentianes. 1987 von Garaventa erstellt war sie nicht nur ein prestigeträchtiges Bauwerk für Verbier, sondern auch für den Hersteller, der sich mit dieser Bahn gegen die Luftseilbahn-Übermacht Von Roll aufbäumte.

Bild
Nach einer ereignisreichen Fahrt zum Col des Gentianes (siehe Video ;)) können wir gleich in die nächste Kabine zum Mont Fort einsteigen, Wartezeiten gibt es glücklicherweise keine. Es bewahrheitet sich das, was wir schon im Vorfeld vermutet haben - den Mont Fort fährt man am besten früh morgens oder ganz am Ende des Skitags, um die Warteschlange zu umgehen.

Bild
Das Panorama hier oben kennen wir ja bereits von 2012, aber es ist nach wie vor eines der eindrucksvollsten der Alpen.

Bild
Und dann stürzen wir uns in den Buckelhang, der uns zurück zum Col des Gentianes leiten wird. Kurz vor uns hat es leider wieder mal einen erwischt, sodass wenige Minuten später der Heli aufkreuzt.

Bild
Eigentlich würde es die Zeit noch zulassen, die 1000 Höhenmeter Buckelpiste nach Tortin zu bewältigen und von dort via Col de Chassoure nach Verbier zurückzukehren, doch auch diese Abfahrt ist inzwischen aufgrund drohender Lawinen gesperrt. Zwar ignorieren einige Skifahrer den Hinweis und die Absperrbänder, doch wir gehen lieber auf Nummer sicher und kehren - wie die sichtbare Mehrheit der Abfahrer vom Mont Fort, mit dem kurzen Skilift Gentianes wieder auf den Pass zurück, um nach La Chaux abzufahren.

Bild
Dabei entsteht dieses Foto der Luftseilbahn zum Col des Gentianes.

Bild
Alle Welt stellt sich an der Kombibahn nach Fontanet in die Schlange, da nehmen wir doch lieber dieses schöne Städeli-Exemplar, das als Rückbringer nach Verbier genauso taugt wie die Kombibahn.

Bild
Blick vom Col Brunet nach Fontanet mit der interessanten Mittelstation der Kombibahn.

Bild
Noch ist nicht aller Tage Abend, insbesondere nicht des heutigen, sodass wir noch einmal Richtung Attelas schweben können. Dies tun wir beim zweiten Mal für heute nicht mit dem Funitel, sondern mit der Sesselbahn Combe à Médran-Tête des Vaux, die 2006 eine Städeli-Sesselbahn und eine Giovanola-Kabinenbahn auf neuer Trasse ersetzte. Beide habe ich leider nie zu Gesicht bekommen, denn eine Fahrt ging sich 2006 aus Zeitgründen nicht mehr aus.

Bild
Auch wenn die Bahn technisch gesehen Einheitsbrei ist, besitzt sie immerhin eine interessante Trassierung.

Bild
Ganz verschwunden sind die Relikte des Vorgängers glücklicherweise noch nicht. Ein Fundament erinnert an das glorreiche Giovanola-Zeitalter rund um Ruinettes und Attelas.

Bild
Nach über vier Stunden sind wir wieder am Lac des Vaux, wo wir die letzten beiden Fahrten des Tages in Angriff nehmen wollen. Im Vordergrund die Sesselbahn zum Col de Chassoure. Diese nehmen wir um 16.25 Uhr und hoffen, dass das Pendant nach Attelas auch wie im Internet angegeben bis 16.45 Uhr läuft.

Bild
Während die Strecke anfänglich flach verläuft, geht es im letzten Drittel deutlich steiler zu und her. Das Städeli-Exemplar aus den späten 80ern ersetzte eine Müller-Sesselbahn, die etwas weiter nach rechts führte.

Bild
Offensichtlich ist dieser Bereich auch bei Freeridern sehr beliebt. Die präparierten Abfahrten befinden sich allesamt weiter rechts in sanfter Kessellage.

Bild
Die Bergstation im klassischen Städeli-Farblook.

Bild
Wie erwartet läuft die Sesselbahn nach Attelas noch bis 16.45 Uhr. Es wird die vorletzte Fahrt sein, die in die Geschichte der OSWAT 2014 eingeht.

Bild
Die späte Tageszeit sorgt dafür, dass diese kurze Leitner-Sesselbahn bereits vollständig im Schatten liegt. Zwei fix geklemmte Sesselbahnen von Giovanola ersetzte sie.

Bild
Damit beschliessen wir das Ende der Bergfahrten und machen uns auf den Weg ins Tal.

Bild
Unterwegs kreuzen wir die Sesselbahn Mayentzet-Combe à Médran sowie das Funitel nach Attelas.

Bild
Die Sesselbahn Mayentzet-Combe à Médran, die 2011 zwei Sesselbahnen von Giovanola und Städeli ersetzte. An diesen Nordhängen treffen wir selbst nun, um 17 Uhr, noch immer Pulverschnee an.

Bild
Die untergehende Sonne ermöglicht die eine oder andere Spielerei mit dem Motiv. Jetzt haben wir es ja nicht mehr eilig.


Link zum Video Alle Fotos gibt es wie immer im entsprechenden Album in der Fotogalerie.

Wieder zurück auf Médran treten wir die letzte Fahrt des Tages an, die Talfahrt mit der Kabinenbahn nach Le Châble. Bei dieser wird just in dem Moment, in dem wir eintreffen, auf den getrennten Betrieb der beiden Sektion umgestellt und die Bahn nach Les Ruinettes garagiert. Alles in allem können wir ein äusserst positives Fazit des Skitags ziehen, auch wenn sich die eine oder andere Änderung im Vergleich zum ursprünglichen Plan ergeben hat. Doch auch diese Änderungen hatten ihre positive Seite, denn noch einmal völlig unverhofft mit der letzten klassischen Giovanolabahn Verbiers fahren zu können, stellte definitiv einen Höhepunkt des Tages dar. Insgesamt sind die vier Täler ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Pisten wie Seilbahnen sind von einer Klasse, wie man sie anderswo in der Schweiz kaum mehr vorfindet, doch leider wird es von Jahr zu Jahr mit jeder neuen Standardbahn immer weniger interessant. Insofern bleibt zu hoffen, dass dieser schleichende Prozess noch weiter an Geschwindigkeit verliert und der eine oder andere Oldtimer noch lange erhalten bleibt. Der nächste Besuch ist jedenfalls sicher ;).

Damit endet auch die Ost-Süd-West-Alpentour 2014 nach neun aufeinanderfolgenden Powerskitagen bei besten Wetter- und Schneeverhältnissen. Wie schon vor zwei Jahren haben wir, was die Wetterverhältnisse betrifft, mehr Glück als Verstand gehabt, aber nach den beiden äusserst durchwachsenen Touren 2006 und 2008 eine willkommene Entschädigung! A propos 2006 - auf den Tag genau ist es heute, am 8. April 2014, wie ich diese Zeilen schreibe, acht Jahre her seit unserem ersten Besuch in den vier Tälern und gleichzeitig dem ersten Tag auf unserer ersten Wallistour. Schliesst sich damit der Kreis? Sicher nicht, denn es fehlen uns immer noch eine Hand voll Gebiete in der Sammlung, und in vielen anderen ist ein erneuter Besuch fest vorgesehen. In diesem Sinne, see you in 2015! ;)
Reportagen und Reiseberichte auf www.enviadi.com

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste