Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Winterberichte aus dem Juragebirge und den Kantonen Wallis, Waadt und Freiburg.
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Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Di, 30.12.2014, 21:41

Jura Skisaison 2014/2014

In dieser Saison hab ich mir vorgenommen, vor allem im Jura skifahren zu gehen. Lange hat es danach ausgesehen, dass ich kaum mehr im Jahr 2014 die ersten Spuren im Schnee hinterlegen kann. Dank des Schnees jedoch, der jetzt endlich gefallen ist, begann die Saison nun doch schon im 2014.

Nach dem jeweiligen Besuch eines Gebietes stelle ich hier meine Eindrücke vom Tag rein. Wo und wie oft ich Skilifte und Pisten im Juragebirge besuche ist mir selbst unklar. Denn wer im Jura skifahren will, muss meist auf genügend Schnee hoffen. Viele Skilifte stehen knapp über 1'000m.ü.M, manche sogar darunter.

A, 29. Dezember 2014, Hohe Winde

Zur Zeit hat es haufenweise Schnee. Je nach Region mehr oder weniger. In Beinwil im Kanton Solothurn hat es reichlich genug Schnee. Rund 40cm hat es gegeben. Die Talstation des 1972 erbauten Borer Skiliftes steht gerade mal auf 770m.ü.M. Seine Pisten werden nur rudimentär präpariert. Der Lift ist eher für seine vielfältigen Abfahrtsvarianten bekannt. Um 11:30 Uhr sind Forenkollege Freerideski und ich in Solothurn abgefahren. Die Hinreise gestaltete sich so wie ich mir das vorgestellt hatte..

Bild

BildBevor wir den Lift überhaupt einmal gesehen haben, reihten sich Autos an Autos auf der schmalen Zufartsstrasse zum Skilift. Nach gut einer Stunde, viel Stosserei und noch mehr Geduld war der Stau mit rund 30 Autos aufgelöst. Da ich keine Schneeketten dabei hatte, musste ich auf halber Strecke auch aufgeben. Ich fuhr schliesslich zur Hauptstrasse zurück, wo wir das Skilift-Taxi nahmen. Hätten wir dies schon von Anfang an genommen, wären wir nicht erst um 14:30 auf der Piste gestanden..

BildNichts desto trotz fuhren wir mit dem arg langsamen Lift rauf.

BildSchneeparadies Hohe Winde

BildDer Skilift ist mit einer Länge von 1'310m ziemlich lang.

BildWie ich später erfahren habe wird der Lift Hydraulisch betrieben. Das war also der Grund für die gemütlich langsame Fahrt.

BildBlick in die hügelige Landschaft des nördlich gelegenen Schweizer Juras.

BildBlick ins Gelände

BildFreerideski macht seinem Namen alle Ehre hier bei der letzten Abfahrt vom Skilift zur Hauptstrasse, wo wir nach dem Fiasko geparkt haben.

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Di, 30.12.2014, 22:00

B, Prés d'Orvin, 30. Dezember 2014

Das Bieler Hausskigebiet ist nur ca. eine Stunde von mir entfernt. Daher ging der Besuch recht gemütlich vonstatten. Das Gebiet besitzt zwei Anlagen von GMD. Der ältere von 1954 ist quasi der Haupttlift. Sobald er die Schneesportler alleine nicht mehr befördern mag, wird der jüngere Bruder aus dem Jahr 1962 in betrieb genommen. Beide erschliessen praktisch die selben Pisten. Mit 12.- darf man hier schon den ganzen Nachmittag unterwegs sein.

Bild

BildDie lange Anlage von 1954

BildDer Untere Streckenteil verläuft teilweise im Wald

BildDie Bergstation des kleinen Bruders.

BildEine der vielen Abfahrten

BildTalstation der jüngeren und kürzeren Anlage, generell musste man hier weniger anstehen.

BildUnterwegs auf dem selben Lift.

BildNicht mehr als 100m daneben befindet sich die grosse Anlage. Eine KSB würde hier das ganze Gebiet zunichte machen, es geht so gemütlich und gesittet zu und her.

BildSpannend ist, dass beide Lifte ursprünglich mit einem Todpunktausstieg ausgestattet wurden. Komischwerweise werden die heute nicht mehr verwendet, man wirft den Bügel ca. 30m früher ab.
Zuletzt geändert von salvi11 am Do, 22.01.2015, 22:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Fr, 02.01.2015, 17:07

C, Crêt du Puy/Les Bugnenets, 2. Januar 2015

Am Morgen des Berchtoldstag ging es mit Begleitung von Forenkollege Monte nach Le Pâquier zum Skilift Crêt du Puy. Das Skigebiet mit zwei Anlagen bedient ein paar gute Hänge. Die Hauptanlage wurde von Küpfer im Jahr 1971 gebaut. Er gilt als längster Skilift im Schweizer Jura. Der zwei Jahre jüngere Anfängerlift im unteren Teil ist ein Fabrikat Bühlers. Am Nachmittag gingen wir noch kurz für eine Stunde ins Nahe gelegene Skigebiet Les Bugnenets. Wir waren froh haben wir dort nur eine Stunde gelöst. Je höher die Temperaturen stiegen, desto mehr nahm die Pistenqualität ab.

Bild

BildDer mit 1'818m längste Skilift des Schweizer Juras.

Bild

BildSchöne Kurzbügel

BildAuch der Anfängerlift besitzt noch Kurzbügel, sogar mit Stahlseilen. Nur wenige Gehänge wurden mit einem neuen Seil umgerüstet.

Bild

BildDie Talstation der Hauptanlage könnte einen neuen Anstrich gut gebrauchen.

Bild

BildDarf bei einem Jura-Bericht nicht fehlen, der Chasseral.

BildNach dem Mittag im Skigebiet Les Bugnenets, zu sehen ist der Skilift Chasseral von GMD.

BildTéléski Le Rumont

BildIm anderen Teil des Gebietes wurde in der letzten Saison diese neue Garaventa Anfängeranlage zum ersten mal in Betrieb genommen.

BildDaneben kurvt weiterhin der doppelte Städeli Sava I und Sava II rum.

BildDie höchste Erhebung des Berner Juras.

BildTéléski les Pointes mit Piste
Zuletzt geändert von salvi11 am Sa, 11.06.2016, 22:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von Felix » Sa, 10.01.2015, 19:06

Danke, sieht sehr ansprechend aus! Jura steht bei mir auch seit Jahren auf der Liste, aber leider hat es bislang nie gepasst. In Les Bugnenets sieht es schneemässig aber auch nicht mehr allzu rosig aus!?
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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Sa, 10.01.2015, 22:54

Felix hat geschrieben:Danke, sieht sehr ansprechend aus! Jura steht bei mir auch seit Jahren auf der Liste, aber leider hat es bislang nie gepasst. In Les Bugnenets sieht es schneemässig aber auch nicht mehr allzu rosig aus!?
Ist auch schwer, weil man wirklich auf eine gute Saison hoffen muss. Vorausplanen kann man im Jura nicht, man muss einfach gehen sobald genügend Schnee liegt. Da haben z.B. Ortsansässige Bieler oder Neuenburger natürlich einen grossen Vorteil. Seit dem 3. Januar hat nichts mehr offen. Ich hoffe auf einen weiteren Schneefall, damit der Bericht hier nicht schon zu ende ist... Metabief, La Dole, Lac de Joux, La Corbatiere oder auch La Golatte (der einzige laufende KSL im Kanton Bern??) würden noch auf der Liste stehen. Also ziemlich viele..

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Mi, 21.01.2015, 21:42

D, La Corbatière-Roche aux Crocs, 21. Januar 2015

La Corbatière liegt in der Nähe von La Chaux de Fonds im Vallée de La Sagne Kanton Neuenburg. Das am Vue des Alpes Pass gelegene Skigebiet besitzt zwei Anlagen. Der eine sehr flache Skilift von Tebru aus dem Jahr 1966 besitzt sehr filigrane Stützen und dürfte damit der letzte in dieser Art sein. Oberhalb dieses Liftes erschliesst der Skilift Roche aux Crocs einen sehr steilen Hang. Schon 1951 ermöglichte es mithilfe eines Skiliftes von GMD diese wohl steilste Piste im Schweizer Jura zu erklimmen. 1988 wurde der Lift von Baco ersetzt und damit auch gleich mithilfe der Firmen eigenen Kurve verlängert.

Bild

BildAls ich angekommen bin musste ich erstmals warten. Der Tebru-Lift hatte eine Panne. Nach ca. 20min ging es dann erstmals rauf in der Hoffnung, ich könne direkt auf den grossen Lift wechseln.

BildDer erste Blick aber zum Skilift Roche aux Crocs verhiess nichts gutes. Er war nicht in Betrieb. Grund war eine Panne beim Skiliftmörder Nr. 1 aus der Werkstatt Bacos. Die Kurve wurde repariert, der Lift solle später am Nachmittag in Betrieb gehen hat man mir gesagt. Da hatte ich also wirklich Pech... Zum Glück traf ich auch erst gegen 14:00 in La Corbatière ein, von dem her verkraftbar. Rechts die wohl steilste Abfahrt im Schweizer Jura. Sie wird nicht präpariert weil es erstens für eine Präparierung viel mehr Schnee bräuchte, was selten vorkommt, und zweitens die Betreiber eine Seilwinde installieren müssten am Pistenfahrzeug.

BildDann blieb mir nichts anderes übrig und ich widmete mich der Anfängeranlage und Zubringer.

Bild

BildEin kleiner Windstoss würde genügen um die Stütze zu verbiegen, so könnte man meinen.

BildUm 15:00 öffnete die zweite Sektion seine nicht vorhandenen Drehkreuze :wink: Vorne an der Talstation ist ein "Bircher-Seilbahnen Adelboden"-Schild angeschraubt. Bircher könnte den Lift wohl montiert haben, denn hergestellt hat ihn ganz klar Baco.

BildDas Monstrum ist bereits nach ende des Steilhangs in Sichtweite. Der Vorgänger fuhr gerade aus noch ein Stück weiter.

BildDer Klang der Kurve ähnelt einem aufziehbaren alten Wecker.

BildNach der Kurve führt er weit weniger steil rauf als noch zu beginn.

BildBlickt man zurück erkennt man die alte Bergstation.

BildSchöne Jurassier Stimmung auf dem Roche aux Crocs.

BildIm Zoom der Skilift La Bosse, ein Brändle Fabrikat das nicht in Betrieb zu sein scheint. Montierte Gehänge am Seil waren aber auszumachen, aber das muss noch nichts heissen..

Bild180° auf der anderen Seite im Zoom der Skilift Crêt Meuron. Hier waren keine Gehänge montiert, weshalb er ganz sicher nicht mehr in Betrieb ist. Wenn sich die vielen Skilift-Gesellschaften hier in der Region (Les Loges, Crêt Meuron, La Bosse, Les Hauts-Geneveys und La Corbatiàre) einst zusammengetan hätten, dann wären bestimmt noch alle, oder jedenfalls die meisten Skilifte in Betrieb. Beide Anlagen in Les Hauts de Geneveys sind ausser Betrieb, der Doppel-KSSL Les Loges wurde 2013 abgebrochen, Crêt Meuron ist wie gesagt ausser Betrieb und La Bosse scheint noch in Betrieb zu sein laut deren Website.

BildAktuell sind jedenfalls nur die Lifte in La Corbatière in Betrieb und das freut mich doch, wenn ich die massiv konstruierte Bergstation von Baco so anschaue :)

BildDie Aussenrumpiste des grossen Liftes ist schön trassiert durch dieses Tal.

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Sa, 24.01.2015, 14:03

E, Métabief, 22. Januar 2015

Das relativ grosse Skigebiet Métabief im Französischen Jura liegt nah an der Schweizer Grenze. Seit über 60 Jahren wird hier Skisport betrieben. In der Ortschaft Métabief selber führte bereits 1953 die erste Zubringeranlage in Form eines Korbliftes von Poma auf den Hausberg Morond. In den folgenden Jahren entstanden weitere Anlagen, meist gleich bei der Talstation im Dorf oder oben als Beschäftigungsanlage auf dem Berg. Im ganzen Gebiet findet man kein einziger Skilift an, der nach dem System-Constam gebaut wurde. Es regieren die Stangenschlepper, die Meisten aus dem Hause Montagner mit je einer Ausnahme von Montaz Mautino und Poma. Ab 1978 bis 1985 gab es dann eine Revolution im Gebiet. Neu sollte Poma die Region mit insgesamt acht fixen 3er Sesselbahnen regieren. So beispielsweise konnte man das Gebiet sogar erweitern und der damalige eigene Sektor Piquemiette verbinden, weshalb das Gebiet auch für Schweizer sehr beliebt ist. Gerade mal 5 Autominuten von der Grenze in Vallorbe entfernt, steht die Sesselbahn Piquemiette. Die neuste Errungenschaft im Gebiet ist eine aus dem Jahr 2005 gebaute Leitner Sesselbahn, dessen 6er Sessel die Schneesportler schnell auf den Hausberg Morond bringen.

Bild

BildDie Sesselbahn Piquemiette war die letzte Anlage von Poma 1985. Sie ersetzte zwei kuppelbare Poma Stangenschlepper aus den früheren Zeiten des Sektors. Beide Anlagen waren bis vor kurzem sogar noch in Betrieb.

BildDie zweite Sektion bildet diese Sesselbahn Namens Roches. Auch sie ersetzte einen KSSL von Poma, welcher auch heute noch bei viel Andrang in Betrieb ist. Er führt jedoch nicht ganz zur Bergstation der Sesselbahn rauf.

BildDer parallel verlaufende Skilift Signal. Die Bergstation dürfte wohl nicht mehr aus dem originalen Baujahr 1974 sein. Die kam mir generell zu neu vor wenn ich die Stützen verglichen habe.

BildDie Bergstation der Sesselbahn Chamois. Sie besitzt eine Mittelstation, damit kann man sie als Beschäftigungs sowie auch als Verbindungsesselbahn gebrauchen.

BildUnterwegs zur Mittelstation, damit ich rüber in den Sektor Morond wechseln konnte. Wer sagt skifahren im Jura sei landschaftlich langweilig, hat sich nach diesem Bild masslos getäuscht.

BildAuf der Sesselbahn Chamois, die man in beide Richtungen gebrauchen kann. Von Morond her nach Piquemiette gäbe es aber auch einen Ziehweg.

BildGezwungenermassen muss man nach Ankunft mit der Verbindungssesselbahn die Sesselbahn Troupezy nehmen, um ins weitere Gebiet zu gelangen.

BildOben angekommen im Bild die Sesselbahn Troupezy. Auch die Alpen waren in Sicht. Wie sagt man so schön in meiner Heimat? Das schönste an den Alpen ist die Aussicht auf die Alpen :lol:

BildDanach ging es gleich nach Métabief, Falls der Hochnebel doch noch aufsteigen würde.

BildDie beiden Prés-Midi Lifte, die vor allem von Skischulen gut benutzt werden.

BildDer Skilift Berche daneben erschliesst eine schöne rote Abfahrt.

BildDie parallel verlaufende Sesselbahn war nicht in Betrieb.

BildIm Vordergrund die Talstation des Skilift Berche und im Hintergrund nicht zu übersehen die neuste Anlage des Skigebietes.

Bild

BildBei der Bergstation Morond geht der Blick automatisch rüber zur Sesselbahn Paradis.

BildDer einzige Stangenschlepper hier von Montaz Mautino Namens Citerne.

BildDanach ging es rüber zum dritten Sektor Super Longevilles. Zu sehen sind die Talstationen der SB Paradis und der SL Bellevue.

BildKSSL Bellevue, die wohl nicht im selben Jahr gebaut wurden.

BildGleich wechselte ich rüber zum Doppelskilift Super Longevilles. Die Lifte hier sind weit weniger lang und steil als man dies aus dem Pistenplan heraus lesen könnte. Daher war ich etwas enttäuscht und ging ziemlich rasch wieder zurück.

BildFliegende Umlenkscheiben bei der Bergstation Super Longevilles.

BildNach weiteren Fahrten mit der Sesselbahn Troupezy, Paradis und der Leitner-Bahn, ging ich wieder zurück zum Sektor Piquemiette. Ich hab den Ziehweg genommen um zur Mittelstation zu gelangen.

BildWunderschöne Stimmung auf der Sesselbahn Chamois.

BildHier vergnügte ich mich dann noch für den Rest des Tages.

BildAls ich nach Hause ging zog der Nebel noch kurz weg, weshalb ich die Gelegenheit nutzte um die Sesselbahn Roches in ihrer vollen länge zu fotografieren.

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von Felix » Di, 10.02.2015, 16:32

Métabief - hatte ich zwar vom Namen her schonmal gehört, kannte ich allerdings bislang noch nicht näher. Das hat sich mit dem Bericht geändert, herzlichen Dank!

Landschaftlich mit den schroffen Abgründen definitiv interessant, das Gebiet selbst scheint mir dann aber doch sehr flach zu sein? Schade auch um die Wassertropfen-Sessel von Poma. Diese Ersatzsessel haben irgendwie überhaupt keinen Charme :(.
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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Di, 10.02.2015, 17:15

Ja das mag so rüber kommen, vor allem der Sektor Super Longevilles ist sehr flach. Die dortigen roten Pisten könnten auch als blau durchgehen, aber es gibt durchaus auch steilere Abschnitte. Gerade bei der Sesselbahn Roches oder der Leitner-Bahn.

BildPiste "Bouc Blanc" an der SB Roches (sieht flacher aus als sie ist), hier gibt es aber noch weitaus steilere Pisten, die ich nicht fotografiert habe. Z.B. "Gudel" oder "Compétition". Die Abfahrt an der SB Troupezy kann auch mit den Pisten in den Alpen konkurieren. http://www.station-metabief.com/assets/ ... -14-15.pdf

BildDie damals nicht geöffnete schwarze Piste "Renversée" links

Ja ich finde es auch relativ schade. Man hat wirklich bei jeder Sesselbahn die Tropfen ersetzt. Nichts desto trotz fahre ich lieber fix als kuppelbar, egal welche Sessel dran hangen. Viiiiiiiel gemütlicher :super:

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » So, 22.02.2015, 19:44

F, Vallée de Joux, 22. Februar 2015

Nach rund einem Monat ging ich wieder mal Jura studieren, im Prinzip logisch, denn es liegen zur Zeit 40 bis 60cm Schnee! Vor allem im Westen hat es deutlich mehr Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Heute sollte es daher ins Vallée de Joux im Kanton Waadt gehen. Bekannt ist dieses Tal wohl eher wegen dem grössten See des Schweizer Juras, weniger wegen der Skiregion. Dennoch befinden sich rund um den Lac de Joux insgesamt drei Teilskigebiete. Das eine in L'Abbaye direkt am See, dann die beiden Lifte in L'Orient und die zwei Anlagen in Brassus. Es gäbe sogar noch ein vierter Sektor mit dem Skilift Vaulion, doch der befindet sich nicht mehr im selben Tal und daher habe ich ihn heute auch nicht besucht. In dieser Region stammen alle Anlagen von Poma ab, bis auf zwei Ausnahmen. Der Skilift Vaulion wurde beispielsweise von Montaz Mautino gebaut und der Skilift Les Mollards im Sektor Brassus ist ein Fabrikat Leitners. Offizielle Website des Gebietes mit Pistenplan. Ich musste übrigens nur ein Ticket lösen, das bei allen Liften gültig war.

Bild

BildNachdem ich vor einem Monat in Métabief war, fuhr ich bei der Heimreise kurz nach L'Abbaye und hab schon damals gesehen, dass die Talstation ein Uptate bekam. Die alte Fachwerkstation von 1966 wurde ersetzt. :( Es dürfte sich hierbei aber um eine Occasions-Talstation handeln die irgendwo mal schon in Betrieb war. Fragt sich nur wo.

BildSonst blieb aber alles beim Alten nehme ich an. Blick zurück auf die einzige Kurve des Hauptliftes.

Bild
Trotz neuer Talstation ging die Fahrt ziemlich langsam vonstatten. Man ist sich anderes gewohnt von Stangenschleppern,

BildDie Talstation der zweiten, wirklich sehr flachen Sektion von 1969.

BildSehr spezielle Klemme für einen kuppelbaren Stangenschlepper, der Lift besitzt daher natürlich keine Kurve und ist auch recht langsam unterwegs verglichen mit anderen KSSL.

BildAb in den Nebel. Ich hoffte ja auf die vorhergesagten Aufhellungen aber naja... daraus wurde nichts.

BildIm Prinzip müsste man nur die Talstation ersetzten, dann könnte man normale Constam-Gehänge verwenden :lol: Mir gefällts aber so eindeutig besser :D

BildAuch der Rückbringer zum Hauptlift besitzt diese komischen Klemmen.

BildAbfahrt nach L'Abbaye

BildDer Übungsschlepper des Gebietes, im Hintergrund der gefrorene Lac de Joux.

BildNach nur einer Stunde in L'Abbaye, wechselte ich nach L'Orient. Der rechte Lift auf dem Bild ist deutlich schneller Unterwegs als der linke Lift. Verglichen mit L'Abbaye sind aber beide flotter unterwegs, ein Katapultstart ist jeweils vorprogrammiert. Das ist KSSL!

BildAuf dem kürzeren, aber schnelleren Lift von 1969.

Bild

BildIm Steilstück des längeren Liftes von 1962.

BildIm Hintergrund die Ortschaft Le Chenit.

BildEine wohl nicht alltägliche Talstation von Poma beim langen Schlepper.

Bild

BildRote Abfahrt

BildEine Stunde später wechselte ich erneut das Gebiet nach Brassus. Dieser Sektor betreibt ebenfalls zwei Anlagen. Diese Anlage hier auf dem Foto von 1963 und der Leitner Lift von 1989.

BildDer einzige System-Constam-Lift von Heute in der Totalen.

Bild

BildHier stand einst ein Gurtenschlepper von Oehler, der bereits 1947 gebaut wurde. Ihn ersetzte dann ein Müller-Fabrikat, welcher wiederum abgelöst wurde vom heutigen Leitner-Lift.

BildMein erster Leitner-Schlepper überhaupt den ich je gefahren bin.

BildAuf der blauen Abfahrt. Im Hintergrund ist die Passstrasse des Col du Marchairuz zu sehen.

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von Felix » Do, 05.03.2015, 23:35

Danke, das sind wirklich immer sehr spannende Berichte aus dem Jura! Schade, dass man die Fachwerktalstation in L'Abbaye ersetzt hat, ich glaube sogar das war die letzte der Schweiz!? Die Talstation vom linken Lift in L'Orient ist übrigens gar nicht mal so unüblich. Diese Bauweise setzte Poma bei grösseren Skiliften nach dem Ende der Fachwerk-Ära ein. Für mich ist es immer wieder von Neuem erstaunlich, dass diese Konstruktion stabil ist. Sie sieht nämlich finde ich ganz und gar nicht danach aus :lol:.

Ursprünglich gab es sogar noch zwei weitere Skigebiete im Vallée de Joux. Ein kurzer Lift namens La Bréguette auf dem Weg nach Vaulion und einen sehr langen Poma-Skilift in Le Pont am nördlichen Seeende. Gerade bei letzterem ist der Wegfall bedauerlich, denn mit immerhin 360 Höhenmetern war es einer der grössten Skilifte des Juragebirges. Wenn ich mir die Karte so anschaue, kam man sogar mit etwas Anstrengung mit den Ski von L'Abbaye nach Le Pont und wieder zurück.
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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Di, 17.03.2015, 21:54

Felix hat geschrieben:Danke, das sind wirklich immer sehr spannende Berichte aus dem Jura! Schade, dass man die Fachwerktalstation in L'Abbaye ersetzt hat, ich glaube sogar das war die letzte der Schweiz!?
In Blonay dürfte doch noch einer stehen? Oder täuscht das nur wegen den aussergewöhnlichen Stützen :lol:
Felix hat geschrieben:Ursprünglich gab es sogar noch zwei weitere Skigebiete im Vallée de Joux. Ein kurzer Lift namens La Bréguette auf dem Weg nach Vaulion und einen sehr langen Poma-Skilift in Le Pont am nördlichen Seeende. Gerade bei letzterem ist der Wegfall bedauerlich, denn mit immerhin 360 Höhenmetern war es einer der grössten Skilifte des Juragebirges. Wenn ich mir die Karte so anschaue, kam man sogar mit etwas Anstrengung mit den Ski von L'Abbaye nach Le Pont und wieder zurück.
Ja das ist wirklich schade. Ich denke zwar, dass beide Anlagen ziemlich flach waren. Der in Le Pont stieg erst gegen Ende richtig an. Die Pisten dürften daher ähnlich gewesen sein wie beim obersten Lift in L'Abbaye, nämlich flach. Aber eine Verbindung wäre schon möglich gewesen.

An dieser Stelle möchte ich den Bericht beenden. Nachdem es lange Zeit nicht nach viel Schnee aussah zu beginn der Saison, gab es letztendlich doch überdurchschnittlich viel. Ende 2014 schneite es erstmals sehr kräftig. Dieser Schnee war aber nur bis zum 3. Januar Bestandteil des Juras. Erst Mitte Januar öffneten dann wieder ein paar Gebiete ihre Drehkreuze, ehe plötzlich alle wieder genügend Schnee hatten. Durch das kalte Wetter und den regionalen Schneefall blieb die weisse Pracht durch den Februar hinweg liegen. Noch heute Mitte März haben ein paar Gebiete offen, z.B. Les Bugnenets oder Métabief. Während dieser schneereichen Zeit besuchte ich aber lediglich nur drei Gebiete, was eigentlich ziemlich schade ist, wenn man bedenkt, dass dieser Winter für den Jura wirklich ausgesprochen gut ausging. Witzig ist die Feststellung, dass ich mich von Skitag zu Skitag immer weiter nach Süden orientierte, ohne es zu merken. Gebiete die ich diese Saison verpasst hab sind ganz klar Les Rasses, La Golatte und das Schweiz-Französische Gebiet La Dôle. Entweder passte das Wetter nicht oder ich besuchte andere Regionen.

Damit beende ich den Bericht und hoffe für euch, dass der Jura nun nicht mehr so unbekannt ist :wink:

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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von ProfiSuisse » Mi, 18.03.2015, 16:16

Vielen Dank für die vielen Impressionen und Eindrücke! :D

Das Jura hat doch einiges mehr zu bieten, als ich bisher gedacht habe! :wink:
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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von Felix » Mi, 18.03.2015, 17:01

salvi11 hat geschrieben:In Blonay dürfte doch noch einer stehen? Oder täuscht das nur wegen den aussergewöhnlichen Stützen :lol:
Nein, der besitzt eine "normale" Talstation, da er erst 1975 gebaut wurde. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Ära der Fachwerkstationen bereits der Vergangenheit an.

Danke Dir an dieser Stelle nochmal für die ausführliche Berichterstattung aus dem Jura. Diese kleinen Gebiete dort haben wirklich mehr zu bieten als es auf den meisten Pistenplänen den Eindruck erweckt. Und auch schön zu sehen, dass es offenbar ein schneereicher und damit auch erfolgreicher Winter für die Betreiber war.
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Re: Skisaison 2014/2015 im Juragebirge

Beitrag von salvi11 » Sa, 06.06.2015, 13:25

salvi11 hat geschrieben: BildDie höchste Erhebung des Schweizer Juras.
Ich möchte da nachträglich noch etwas korrigieren. Der Chasseral ist nicht der höchste Punkt des Schweizer Juras, sondern nur der höchste Berg des Berner Juras. Er dürfte aber die bekannteste Erhörung sein im Schweizer Jura. Der Mont Tendre zwischen den Jurassier Pässen Col du Mollenddruz und Col du Marchairuz ist mit 1'679m.ü.M der höchste Punkt. Danach folgt ganz knapp La Dôle mit zwei Meter Differenz. Erst auf dem Dritten Platz befindet sich der Chasseral zusammen mit dem Chasseron 1'607m.ü.M.

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