8-LPB Brügg - Riedlig - Biel (Bürglen)

Technik-Reportagen aus den Kantonen Luzern, Obwalden, Nidwalden, Schwyz, und Uri.
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Kabinenzug
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8-LPB Brügg - Riedlig - Biel (Bürglen)

Beitrag von Kabinenzug » Fr, 31.05.2019, 18:41

8-LPB Brügg - Riedlig - Biel
Datenbankeintrag der 1. Sektion
Datenbankeintrag der 2. Sektion

Am nörd-östlichsten Zipfel des Vierwaldstättersees liegt bekanntlicherweise der Kanton Uri. Eine Möglichkeit, das Glarnerland zu erreichen, ist eine Fahrt über den Klausenpass. Dabei durchquert man das Schächental, und kommt somit auch an der Ortschaft Brügg nicht vorbei. Brügg ist der Ausgangspunkt der Luftseilbahnen nach Ruogig und Biel. Dabei erschliesst die in zwei Sektionen ausgeführte Bahn nach Biel auch noch das Ski und Wandergebiet Biel-Kinzig, und ist auch ein wichtiger Zubringer für Riedlig, denn bis zum Bau des Güterweges war Riedlig vom Strassennetz abgeschnitten.

Die Firma Küpfer aus Steffisburg erschloss ab dem Jahr 1952 Brügg, Riedlig und Biel auf dem gleichen Trasse. Mit den Kabinen, die 4 Personen aufnehmen konnten, konnte nun die Ortschaften Riedlig und Biel nun mühelos vom Tal erreicht werden.
Beide Sektionen wurden 1974 durch die Firma R. Niederberger und Söhne aus Dallenwil erneuert, wobei die Kapazität von 32 auf 96 Pers./h gesteigert werden konnte. Dabei wurden viele Teile der alten Bahn wiederverwendet. Als einziger Umbau seit der Erneuerung der beiden Sektionen wurde in den späten 80'er Jahren die Steuerung durch die SISAG ersetzt.
Aufgrund von Verschuldungen durch den Bau der Sessellbahn von Weissenboden bis Oberalp sowie den schlechten Wetterbedingungen in den folgenden Jahren musste die ehemalige Betreiberfirma, die Biel-Kinzig AG, 2017 Konkurs anmelden. Seitdem führt die neue Biel-Kinzig AG als Auffanggesellschaft den Betrieb der beiden Sektionen und des Skigebietes weiter. Die Weiterführung ist vor allem deswegen wichtig, weil die beiden Sektionen die einzigen öffentlichen Verkehrsmitteln der beiden Ortschaften sind und deshalb eine hohe Verfügbarkeit der Bahnen wichtig ist.

Bis auf den Ersatz der Steuerung sind die beiden Sektionen ohne andere nennenswerte Änderungen erhalten geblieben. Aufgrund von Materialermüdungen und anderen altersbedingten Einflüssen sollen die beiden Bahnen in absehbarer Zukunft ersetzt werden.


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Etwas oberhalb der Busstation befindet sich die Talstation der ersten Sektion.

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Das erste auffällige Merkmal der Bahn sind die Portalstützen.

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Der Warteraum verdeutlicht sehr stark, das im verlaufe des Tages nicht viel betrieb herrschen würde. Auch die Kasse ohne Personal schlief ein wenig vor sich hin ;)

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Den Instruktionen sind natürlich folge zu leisten.

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Ein Blick durch die Portalstütze. Die Erste Sektion ist 1724 Meter lang und überwindet eine Höhendifferenz von 804 Metern.

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Kabine und Laufwerk in der Talstation.

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Nach der Portalstütze durchquert die Bahn den Taleinschnitt um den Holdenbach. Hier ist der Bodenabstand am grössten.

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Stütze 2 mit dem Zwischenausstieg.

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Die beiden Stützen vor der Mittelstation. Zwischen diesen wird noch der neue Güterweg von Brügg nach Riedlig gebaut.

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Einfahrt in die Mittelstation.

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Nach der Ankunft in der Mittelstation und der Bezahlung des Fahrpreises startete die erwartete Besichtigung. Als erstes gibt es mal ein Bild vom Kommandopult der 1. Sektion.

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Der Antrieb der 1. Sektion auf engen Raum.

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Ein wenig Aussicht...

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Der Antrieb der 2. Sektion

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Ein Blick auf den Verbrennungsmotor des Notantriebes.

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Die Steuerungen der SISAG.

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Der Antrieb der 2. Sektion aus einer anderen Perspektive.

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Kommandopult 2. Sektion.

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Ankunft der Kabine Nummer 3.

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Die 2. Sektion überquert den Guggibach samt Taleinschnitt. Die Streckenlänge ist mit 1392 Metern kürzer als die 1. Sektion und auch der Höhenunterschied ist mit 365 Metern kleiner als vorher .

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Die Stütze Nr. 7. Die Gitterkonstruktion könnte noch von der Vorgängeranlage sein.

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Oben angekommen war es ziemlich still. Das Berggasthaus Biel hatte jedoch seine Türen wie erwartet offen.

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Hinter der Bergstation die Talstation des Skiliftes Biel - Oberalp.

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Eine Transportseilbahn.

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Die Einfahrt der Bergstation.

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Die Portalstütze Nr. 8 mit den Gemeiden Bürglen, Schattdorf, Attighausen und der verdeckten Bergkulisse im Hintergrund:

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Die Kabine Nummer 4.

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Die Mittelstation von der Kabine aus.

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Die Mittelstation von aussen. Auffällig sind die kleineren Transportbahnen um das Gebäude.

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Blick auf die Strecke der 2. Sektion.

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Kabine Nr. 2 bei der Stütze 4.

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Kommandoraum und Kasse.

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Der Durchgang zwischen den beiden Sektionen.

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Nochmals die Zwischenstütze der ersten Sektion.

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Blick auf die Strecke der 1. Sektion.

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Stütze Nr. 1 und Talstation.

Das Video zur Reportage:


Link zum Video

Quellen
SRF Regionaljournal Zentralschweiz zum Konkurs der alten Biel-Kinzig AG

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