Flims-Laax-Falera • 21. März 2005

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Felix
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Flims-Laax-Falera • 21. März 2005

Beitrag von Felix » Sa, 21.03.2015, 14:46

Flims-Laax-Falera • 21. März 2005

Beginnen möchte ich mit dem ersten gezielten Tagesausflug zum Besuch eines für mich neuen, unbekannten Skigebiets - am 21. März 2005 ging es nach Flims-Laax-Falera.

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Ausblick vom Kassagebäude auf die erste Sektion des sogenannten "Arena-Express" - oder anders ausgedrückt - der Kabinenbahn Flims-Plaun. Je acht Personen fassen die schwarzen Kabinen.

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Unterwegs auf der zweiten Sektion Plaun-Scansinas, die 1997 eine fix geklemmte Poma-Sesselbahn ersetzte, welche als Occasion im Skigebiet von Grüsch-Danusa wieder aufgestellt wurde. Trotz ihres zarten Alters von acht Jahren waren die Fensterscheiben der Kabinen schon seinerzeit stark zerkratzt.

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Nach einem lockeren Einfahren auf den sonnigen Hängen auf der Alp Nagens ging es zum Doppelschlepplift Mutta Rodunda. Der rechte, längere war die erste der beiden Anlagen und führte bis zur Bergstation der heutigen Sesselbahn. Dass die parallele Nummer zwei erst viele Jahre später hinzukam, erkannte man an den Stützen recht deutlich, denn statt der typischen Habegger-Doppelstütze wurde der linke Lift an eine Einzelstütze lediglich angebaut.

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Ausstieg des kürzeren, linken Schlepplifts Mutta Rodunda 2, der unterhalb des Steilhangs vor der heutigen Bergstation endete. Dass der Anbau 1987 nicht mehr durch Habegger selbst erfolgte, liess sich an der letzten Stütze deutlich erkennen.

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Ein Blick auf den oberen Teil des rechten Schlepplifts und die Bergstation des linken. Dass es bereits meine letzte Fahrt mit den Schleppliften sein würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Denn leider reichte die Zeit an jenem Märztag später nicht mehr aus, um dem Lift nochmals einen Besuch abzustatten - und im darauffolgenden Sommer wurden die Stützen bekanntermassen zugunsten einer neuen Sechsersesselbahn mit Sitzheizung gefällt.

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Auch den Schlepplift Mughels-Grisch, unsere nächste Station am 21. März 2005, kann man heute nicht mehr bestaunen. Er war der letzte Zeitzeuge der Brändle-Ära im Sektor Nagens - La Siala und wurde im Sommer 2005 ersatzlos abgebaut. Ursprünglich als erste Sektion zweier Brändle-Schlepplifte Richtung La Siala gebaut, diente er auch nach dem Ersatz der zweiten Sektion 1982 weiterhin der Erschliessung einiger flacher Abfahrten. Rechts daneben, im selben Gebäude, startete einst auch der Städeli-Skilift Mughels-Crunas. Die steile Anlage wurde aber bereits nach einem Lawinenschaden 1999 nicht mehr betrieben und war auch 2005 schon nahezu vollständig rückgebaut.

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Ausblick von der Bergstation des Schlepplifts Mughels-Grisch auf die Bündner Alpen. Markant bei diesem Skilift waren wie so oft die Brändle-typischen langen Spannfelder. Zudem war es die einzige Brändle-Anlage mit einseitigen Portalstützen, die mir je vor die Linse gekommen ist.

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Dass die Sesselbahn Grisch-La Siala etwas Besonderes sein würde, hatte ich im Vorfeld des Besuchs bereits gewusst. Dennoch überrascht von der ungewöhnlichen und einmaligen Seilführung in der Talstation gelang mir von selbiger nur dieser mehr als schiefe Schnappschuss.

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Als nicht minder interessant stellte sich die Fahrt zum Gipfel heraus - das Geklapper der Sessel, das Rumpeln der Rollenbatterien - diese einzige kuppelbare Sesselbahn der Firma Habegger hatte ich schon nach wenigen Metern in mein Herz geschlossen. Schon 2005 war ein Ersatz im Gespräch, allerdings liess die Realisierung - glücklicherweise - bislang auf sich warten. Doch zehn Jahre nach Entstehen dieses Fotos scheinen die Tage dieses Technikdenkmals tatsächlich endgültig gezählt - im Sommer 2015 werden nach derzeitigem Stand die Bagger anrollen. Ein letzter Besuch, eine Dekade nach dem ersten, ist daher in der laufenden Saison definitiv geplant.

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Angekommen auf über 2800 Metern Höhe knapp unterhalb des La-Siala-Gipfels.

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An der Aussicht auf die Glarner Alpen und das Skigebiet von Elm hat sich bis heute ausnahmsweise einmal nichts geändert.

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An den Gletscherskiliften auf dem Vorab erwartete uns eine lange Warteschlange. Nicht nur wir wollten uns auf die lengendäre Abfahrt vom Vorabgletscher zur Alp Ruschein stürzen. In diesen Fällen hätte die Sesselbahn Vorab Pign sicher gute Dienste geleistet. Doch schon 2005 gehörte sie der Vergangenheit an - lediglich das Talstationsgebäude stand seinerzeit noch sichtbar hinter den beiden Schleppliften.

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Der Vorabgletscher noch mit sichtbar mehr Eis als heute.

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Auf der Abfahrt zur Alp Ruschein mit Obersaxen im Hintergrund.

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Nach vielen Kilometern Abfahrt erreichten wir schliesslich die Talstation der Sesselbahn an der Alp Ruschein und mit ihr bereits unsere Mittagsrast. Eigentlich war der Vormittag noch gar nicht vorbei - und doch konnten wir dem penetranten Geruch nach Bratwürsten auf dem Grill neben der Talstation nicht widerstehen. Ebenso legendär wie die Abfahrt, die wir gerade hinter uns gebracht hatten. Heute ist dieser Bereich vom Skigebiet Flims-Laax-Falera im Winter gänzlich unberührt. Die Sesselbahn an der Alp Ruschein gehört längst der Vergangenheit an, wurde sie doch vor einigen Jahren durch eine Bartholet-Anlage mit schwenkbaren Sesseln auf neuer Trasse ersetzt.

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Nach der langen, gemütlichen Auffahrt von der Alp Ruschein zum Crap Masegn setzten wir unseren Weg Richtung Crap Sogn Gion fort. Mit dem Schlepplift Treis Palas, einer der unzähligen Habegger-Konstruktionen im Gebiet ging es hinauf zum Crest la Siala, unter der sichtbaren Pendelbahn vom Crap Sogn Gion zum Crap Masegn hindurch.

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Der Ausstieg des steilen Schlepplifts Treis Palas. Ohne direkten Ersatz wurde er vor einigen Jahren stillgelegt.

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Ein Blick auf die weitläufigen Hänge von Flims-Laax mit dem Vorabgletscher am linken Bildrand.

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Über die heute noch existente Kabinenbahn Fuorcla ging es wieder hinauf zum Vorab.

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Kabinenbahn Crap-Masegn-Fuorcla-Vorab, 1978 bei der Erschliessung des Gletschers die erste Kabinenbahn der Schweiz mit sechsplätzigen Betriebsmitteln.

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Am Crap Sogn Gion mit der Sesselbahn Plaun-Crap Sogn Gion, ihres Zeichens im Jahr 1995 gemeinsam mit Trais Fluors in Celerina die erste Sechsersesselbahn der Schweiz.

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Auch bei einer erneuten Bergfahrt mit der Kabinenbahn nach Nagens faszinierte deren moderne Stationsarchitektur.

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Über La Siala ging es schliesslich auf zur letzten Fahrt des Tages, die uns zunächst an der Luftseilbahn am Grauberg vorbeiführen sollte. Kühn schwingen sich damals wie heute die beiden 80-plätzigen Kabinen von Startgels hinauf zum Grauberg. Auch wenn die Anlage nach der Stilllegung des Zubringers von Flims ein wenig an Bedeutung verloren hatte, so erfreute sie sich auch anno 2005 noch grosser Beliebtheit. Auf der Segnashütte liessen wir den Skitag mit den letzten Strahlen der Märzsonne ausklingen.

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Über einen wenig spannenden Ziehweg folgte zum Abschluss des Tages ein Abstecher nach Foppa, der ersten Zwischenstation der Achse Flims-Cassons. Auch wenn es für eine Bergfahrt hier zu spät war, so konnte ich zumindest meine ersten Fotos einer kuppelbaren Von-Roll-Sesselbahn schiessen. Auf eine erste Fahrt mit einer solchen musste ich mich dann aber doch noch etwas gedulden.

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Vorbei am Städeli-Schlepplift Spaligna, der bereits im Sommerschlaf weilte, führte uns der Weg wieder ins Tal nach Flims.


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