Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Sommerberichte aus dem Berner Oberland und dem Berner Mittelland.
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Meteorus
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Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Meteorus » So, 21.09.2008, 00:22

Es ist schon ein komisches Gefühl. Ich habe noch nie VR 101 in der Realität gesehen. Und heute kam ich nach Kandersteg um mir die Überreste der alten Sesselbahn anzusehen.
Nach einer 2,5 Stündigen Fahrt kammen wir in Kandersteg endlich an. Diereckt neben unserem Parkplatz waren schon alle Stützenteile der neuen Gondelbahn. Als ich schon die ersten paar Fotos gemacht habe, gingen wir (mein Vater und ich) langsam richtung Baustelle Talstation von der ich ebenfalls eins zwei Bilder machte. Dadurch die Seilbahn (egal welche man, nimmt neu oder alt) nicht lief (wie auch) wurde für die Zeit ein Shuttlebus eingerichtet. Kaum als wir eingestiegen waren fuhr dieser auch schon los. Ich glaub ich bin noch nie so Bus gefahren. Die meiste Zeit fuhr dieser im ersten Gang und ab und zu mal im zweiten, einfach nur weil die "Straße" so Steil ist. Als dann der Bus auch mal zwischendurch aufgesetzt hat, war das mit Sicherheit nicht gut für den Bus. Oben beim angekommen beim Skilift Oeschinensee schnell noch ein paar Fotos derselben und weiter zum Oeschinensee. Dieser See ist auf jedem Fall ein Besuch wert. - Wunderschön - , nur das Geschrei der anderen Touristen nervte. Dann ersteinmal ein weiteres steiles Stück bergauf Rischtung Bergstation Skilift Oeschinensee. Verbunden mit einer kleinen Pause. Dann gins weiter zur Bergstation der Sesselbahn, oder Bessergesagt das was davon übrig geblieben ist. Dreimal mit der Sommerrodelbahn gefahren. Und dann ging es auch schon bald wieder Bergab. Wir sind den Wanderweg gegangen der am nächsten von der Seilbahn ist. So konnte ich immer mal wieder Fotos von den Stützen machen, wovon die meisten bis jetzt noch stehen. Kurz bevor wir an den Dauercampern vorbeigelaufen sind sahen wir noch jemand der gerade seinen Sessel auf sein Autodach gebunden hatte. wahrscheinlich war er der letzte. Unten bei der Talstation angekommen, konnte ich endlich davon Fotos machen. Und dannach ging es auch schon wieder nach Hause.
Ich wäre schon einmal gerne mit einer VR 101 gefahren. Aber vorher hatte ich in diesem Jahr nicht die Gelegenheit und wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss sehen was übrig bleibt. Hoffentlich komme ich noch dieses Jahr dazu mit der Sesselbahn Weissenstein zu fahren. Und für den Fall das denn nicht so kommt, so soll (so, oder so) der Verein Pro Sesseli den Streit gewinnen das es noch in weiteren Jahren die Möglichkeit gibt mit der Sesselbahn zu fahren.

Jetzt Aber die Fotos:

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Stützenteile nahe des parkplatzes

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Stützenjoche

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Detailaufnahme der Rollbaterien

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Wie man auf diesem Foto erkennen kann wird die Bahn von Garaventa gebaut.

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Erstes Bild der aktuellen Talstation

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Talstation des Skiliftes Oeschinensee

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Streckenverlauf

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Oeschinensee!

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Auf'm weg richtung Bergstation Oeschinensee

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Bergstation

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Streckenverlauf

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Landschaftsaufnahme

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Bergstation Läger

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Der Streckenverlauf vom Läger kruzt mit dem Wanderweg.

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Bergstation der Baustelle ist in Sicht.

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Reifenförder und Seilbahntechnik für die Bergstation.

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Umlenkscheibenteile

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Fasade des Ehemaligen Sesselliftes. Auf der anderen Seite ist ein restaurant.

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Stützen an der Kante, an der der Sessellift wieder flacher verläuft.

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Selbe im Zoom.

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Von der Rodelbahn aus Fotografiert.

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Blick richtung Tal

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Bergstationbaustelle von der Rodelbahn aus.

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Neugierig wie ich bin habe ich mal in den Blauen Container von Oben reingeschaut. Es klingt zwar verrückt, aber als Nostalogiefan hätte ich am liebsten einen Lkw genommen, alles nach hause gefahren um es wie ein Puzzle wieder Zusammenzuschweisen.

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Langsam gingen wir abwärts. Blick richtung Tal, mit Stütze im Vordergrund.

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Stütze der ehemaligen Sesselbahn.

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Streckenverlauf nach oben (etwa auf halber Strecke).

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Hier kann man schon eines der neuen Stützenfundermente erkennen.

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Streckenverlauf Talwärts

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Stützendoppelpack 6 + 7.

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Talstation

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Materieallager

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Erneut die Talstation.

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Hier wird noch ein Fundament zugegraben. Vermutlich war hier noch eine alte Stütze die erst abgerissen werden musste, bevor das neue Fundament gegossen werden konnte.

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Streckenverlauf der ehemaligen Sesselbahn.

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Talstation

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Will jemand eine VR 101 Klemme? Dann sollte er sich beeilen, solange sie da noch stehen.

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Hier sieht man das manche Grundmauern der alten Bahn einfach in die neue intigriert wurden..

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Das wird hier einmal werden. -Zum wohle des einem, zum Schaden des anderem- Zum wohle der modernen Gondelbahn, anstatt einer Historisch wichtigen Sesselbahn. Hätte darauf verzichten können.

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Schrottcontainer bei der Talstation. Mit Antrieb!

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Stütze 1; RIESSIG!

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Ohne es zu Wissen sind wir sowohl am Firmensitz von Von Roll, wie auch bei diesem Lager, oder was das ist vorbeigekommen.

Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen und ich freue mich auf Feedback.
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Dani » So, 21.09.2008, 02:10

Irgendwie möchte ich bei den Szenen nicht von "schönen Bildern" sprechen, ausser wir machen ab, dass ich damit NUR die fotographische Qualität meine :wink: Danke für den interessanten Bericht - aber eigentlich ist es einfach nur ein Jammer.... :(

http://meteorus.me.funpic.de/kandersteg/PICT0037.jpg

Bei sowas schmerzt das Herz... :cry:
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Felix » So, 21.09.2008, 07:48

Schöne, aber auch sehr traurige Bilder! :cry:

Wenn ich noch dran denke, dass ich vor zwei Monaten noch mit der Bahn gefahren bin, die sah noch aus wie neu... Und jetzt ist es nur noch ein Trümmerhaufen.
Meteorus hat geschrieben:Will jemand eine VR 101 Klemme? Dann sollte er sich beeilen, solange sie da noch stehen.
Da hättest du nur bei den Betreibern nachfragen müssen, die Klemmen gibt's gratis, weil viele der Sesselkäufer den Sessel ohne Klemme und Gehängearm haben wollten.
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Mirco » So, 21.09.2008, 10:44

Merci für die Bilder, die einem aber auch wehtun! :(

Sehr Schade, dass eine weitere historische VR101 daran glauben muss. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Stationen keine misslungenen Badewannen werden.
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Meteorus » So, 21.09.2008, 11:27

Mirco hat geschrieben:Sehr Schade, dass eine weitere historische VR101 daran glauben muss. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Stationen keine misslungenen Badewannen werden.
Davon ist aber auszugehen!

@Felix: Eine Klemme habe ich auch mitgenommen. Schlieslich bekommt man soeine möglichkeit nie wieder (zumindest hoffe ich das im bezug auf dem Weissenstein).

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Königsspitze » So, 21.09.2008, 12:31

Waouh! Vielen Dank für die Bilder! :shock:

Die Schönheit der UNI-G ist einzigartig! :wink:

Oldtimerffreaks...bitte nicht weinen da jede Anlage sein Zeit hat! :D

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Meteorus » So, 21.09.2008, 12:52

Königsspitze hat geschrieben:Waouh! Vielen Dank für die Bilder! :shock:

Die Schönheit der UNI-G ist einzigartig! :wink:

Oldtimerffreaks...bitte nicht weinen da jede Anlage sein Zeit hat! :D
Da bin ich anderes Meinung! Sie muss nicht ihre Zeit haben. Es sind immer die Betreiber die eine höhere Kapazität wollen.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Königsspitze » So, 21.09.2008, 20:12

Und wieso wollen die Betreiber neue Bahnen? Weil die Kunden solche Bahnen fragen und ist ja auch verständlich wenn man manchmal bis zu 80 CHF pro Tag zahlen muss zum Skifahren...!

Ich zahle nicht zum warten deswegen entschied ich mich immer für KSB Gebiete...à la Frankreich!

Kapazität, schnell und bequem zum Gipfel! (und dazu noch sicher... :!:) Die Kunden haben ja sowieso "schiss" von den alten Bahnen... :!:

Long life zu der neue Technologie! :tanzen:

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Viderjoch » So, 21.09.2008, 20:29

Das Profit der Bergbahnen ist ausserdem von 4-5 Oldtimer Freaks die 1x kommen zum Fotos machen und dann nie wieder auch nicht gewährleistet. Familien mit Kinderwagen, Schlittler, Gehbehinderte werden die neue Bahn bevorzugen und der alten garantiert keine einzige Träne nachwerfen. Weshalb soll der idyllische Öschinensee nicht für jeden und in jeder Jahreszeit erreichbar sein??
Die Schweiz galt ja früher in Sachen Wintersport, Seilbahnen etc als eines der innovativsten Länder überhaupt. Weshalb soll jetzt die Schweiz langsam vor sich hinvergammeln und zuschauen wie sich unsere Touristen die für den Grossteil der in den Wintersportzentren lebenden Menschen für das tägliche Brot sorgen, in die modern eingerichteten Nachbarländer wie Frankreich oder Österreich verziehen??
Wir sind ja bekanntlich schon eine Hochpreisinsel. Touristen sind sicher auch bereit höhere Preise für eine Tageskarte zu zahlen, aber die Qualität muss stimmen.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Felix » So, 21.09.2008, 21:00

Ich will jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion zu dem Thema beginnen, aber irgendwie muss ich noch meinen Senf dazugeben. Klar, viele Leute kommen nur der Aussicht wegen dorthin, aber irgendwann hat es an jeder Stelle so eine Bahn, alle sehen gleich aus und gerade bei den VR101 mit den Seitwärtsesseln sieht selbst jemand, der mit Seilbahntechnik überhaupt nichts am Hut hat, sofort, dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt. Somit fallen also nicht nur die Seilbahnfans in die Kategorie "ich fahre mal hin um Bahn zu fahren", sondern auch viele Leute, die schlichtweg solch eine Bahn mal gefahren sein wollen. Und ausserdem kann ich mir schon vorstellen, dass auch der eine oder andere nicht-seilbahnorientierte Mensch nicht mehr nach Kandersteg kommt, denn solch eine Bahn findet er auch in Verbier usw. Ich glaube, dass man, wenn man zukunftsorientiert denkt, sagen wir, die nächsten 20 Jahre, dann wird wieder mal ein Ersatz oder Umbau fällig sein, sicher mit der neuen Bahn mehr Profit macht als mit der alten. Aber denkt man darüber hinweg, wenn es in 20 Jahren keine solchen Bahnen mehr gibt, dann wäre man unter Umständen froh, wenn man die Bahn als etwas Besonderes erhalten hätte. Siehe Stanserhorn, dort wurde die Standseilbahn schonend umgebaut und wird seither erfolgreich als Nostalgiebahn vermarktet.
Wegen der Erreichbarkeit, klar ist es für Behinderte oder für Familien mit einer Gondelbahn bequemer, aber das Gegenargument ist eben auch, bisher ging es ja auch ohne Gondelbahn. Und ob man einen Kinderwagen wirklich so viel einfacher in einer Gondel, statt in einem Sessel transportieren kann, das wage ich zu bezweifeln. Es gibt ja auch immer noch genügend Transportgondeln im Einsatz. Für meine Begriffe ist die Welt einfach zu Komfortorientiert.
In einem Skigebiet finde ich einen Ersatz noch verständlich, um mit der Konkurrenz in den Nachbarländern mithalten zu können, was moderne Aufstiegshilfen angeht, denn dort dürften wohl wirklich 99% der Leute nicht wegen der Bahn hinfahren. Aber am Oeschinensee, oder auch am Weissenstein, ist ja praktisch nichts mit Skilaufen. Dort könnte man mit einem geeigneten Marketingkonzept auch mit einer Nostalgiebahn Erfolg haben, da bin ich mir sicher.
Was ich viel eher bedenklich finde, ist, dass sich die Behörden so schwer tun, einzusehen, dass ein solches technisches Meisterwerk erhalten werden muss. Bei Eisenbahnen, Schiffen und Autos geht es ja schliesslich auch. Selbst Deutschland mit seiner Bürokratie hat es hinbekommen, eine Seilbahn unter Denkmalschutz zu stellen...
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Viderjoch » So, 21.09.2008, 21:43

Felix hat geschrieben:Ich will jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion zu dem Thema beginnen... aber irgendwann hat es an jeder Stelle so eine Bahn, alle sehen gleich aus
Kann nicht verstehen wo das Problem liegt?! vor 30 Jahren stand auch an jeder Ecke ein Städeli Skilift oder ein Habegger. Heute sind es eben das UNI-G System von Garaventa/DM und Multix/Sigma Composite von LEITNER/POMA. Wie sieht es dann in 30-40 Jahren aus wenn die UNI-G und Sigma Composite`s immer spärlicher werden??
Ich denke somit wäre eine Grundsatzdiskussion gar nicht so fehl am Platz...
Felix hat geschrieben:Wegen der Erreichbarkeit, klar ist es für Behinderte oder für Familien mit einer Gondelbahn bequemer, aber das Gegenargument ist eben auch, bisher ging es ja auch ohne Gondelbahn. Und ob man einen Kinderwagen wirklich so viel einfacher in einer Gondel, statt in einem Sessel transportieren kann, das wage ich zu bezweifeln. Es gibt ja auch immer noch genügend Transportgondeln im Einsatz. Für meine Begriffe ist die Welt einfach zu Komfortorientiert.
Dass es bisher auch ohne Gondelbahn ging mag sein, aber wie viele wünschen sich dort hinaufzufahren aber dürfen aus irgend einem Gebrechen nicht hinauf? Und ein Kinderwagen mit einem Säugling drin oder ein Gehbehinderter mit Rollstuh in einer Transportgondel zu verfrfrachten finde ich schon eine Zumutung.
Die Welt ist vielleicht zu Komfortorientiert, aber die Zeiten ändern sich. Das was wir hier jetzt schreiben, einfach so ein Meinungsaustausch von Zuhause aus, jeder in seinem bequemen Sessel am Schreibtisch oder Kabellos auf dem Sofa oder im Wintergarten wäre früher nicht möglich gewesen. Und wer würde heutzutage schon auf diesem Komfort verzichten?? Denke niemand... Klar, es hat wenig mit der Seilbahn zutun, trotzdem siehe ich Zusammenhänge zwischen diesen beiden Sachen. Und seien wir mal ehrlich. Wir haben zwei Skigebiete, gleiche Anzahl Anlagen, gleiche Tageskartenpreise. Eines ist modern, breite Pisten, komfortable, schnelle Hochleistungsanlagen, Beschneiungsanlagen etc. Das andere langsame, alte Tellerschlepper, enge Pendelbahnen und Buckelpisten die von Steinen übersät sind und die ganze Skiausrüstung zerstören. Neben den Pisten hats noch weniger Schnee. Was macht ihr? Welches Gebiet besucht ihr? Wenn ihr sagt ihr geht ins alte wo ich für viel Geld wenig bekomme, dann glaube ich kein einziges Wort.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Meteorus » So, 21.09.2008, 22:52

Daniele hat geschrieben:
Felix hat geschrieben:Ich will jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion zu dem Thema beginnen... aber irgendwann hat es an jeder Stelle so eine Bahn, alle sehen gleich aus
Kann nicht verstehen wo das Problem liegt?! vor 30 Jahren stand auch an jeder Ecke ein Städeli Skilift oder ein Habegger. Heute sind es eben das UNI-G System von Garaventa/DM und Multix/Sigma Composite von LEITNER/POMA. Wie sieht es dann in 30-40 Jahren aus wenn die UNI-G und Sigma Composite`s immer spärlicher werden??
Ich denke somit wäre eine Grundsatzdiskussion gar nicht so fehl am Platz...
Tya, das liegt aber daran, weil es vor 30 Jahren vorher halt noch keine Bahnen gab und ware die ersten an diesen Stellen. Ansonsten gäbe es diese Diskussion schon vor 30 Jahren. Wenn irgendwo ein neuer Berg erschlossen wird meckert heute auch keiner rum wenn da eine Uni-G hingestellt wird (ausser vielleicht weil das Design gefällt nicht). Und ich denke auch das es in 30 Jahren, oder wann immer die nächste Generation an Seilbahnen kommt geschrien wird, man solle eine (alte) Uni-G erhalten. Das ist das gleiche wie als wenn man auch heutzutage einfach alle Mittelalterlichen Burgen abreist, mit dem Argument moderne Festungsanlagen schützen eh besser. Wenn interresiert was damals war.
Daniele hat geschrieben:
Felix hat geschrieben:Wegen der Erreichbarkeit, klar ist es für Behinderte oder für Familien mit einer Gondelbahn bequemer, aber das Gegenargument ist eben auch, bisher ging es ja auch ohne Gondelbahn. Und ob man einen Kinderwagen wirklich so viel einfacher in einer Gondel, statt in einem Sessel transportieren kann, das wage ich zu bezweifeln. Es gibt ja auch immer noch genügend Transportgondeln im Einsatz. Für meine Begriffe ist die Welt einfach zu Komfortorientiert.
Dass es bisher auch ohne Gondelbahn ging mag sein, aber wie viele wünschen sich dort hinaufzufahren aber dürfen aus irgend einem Gebrechen nicht hinauf? Und ein Kinderwagen mit einem Säugling drin oder ein Gehbehinderter mit Rollstuh in einer Transportgondel zu verfrfrachten finde ich schon eine Zumutung.
Ich habe bis her noch nie gehört das nach einer Gondelbahn gefordert wurde weil jemand mit seinem Kinderwagen nicht raufkommt oder das ein Gehbehinderter ein grosses Problem damit hat kurz seinen Rollstuhl zu verlassen, weil dieser eine Minute später mit der Liefergondel kommt.

Und wie Felix auch schon gesagt hatte in einem Skigebiet kann ich das absolut nachvollziehen, wenn da moderne Anlagen mit hoher Kapazität hinkommen (auch wenn es historisch wertvolle Anlagen sind). Aber Weissenstein und Kandersteg sind im wesentlichen nur Gäste da zum Wandern und wenn die Sesselbahn am Weissenstein noch weitere 10-20 Jahre dort steht, werden mit Sicherheit noch viele Gäste der Seilbahnwegen kommen.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Felix » Di, 23.09.2008, 18:40

Daniele hat geschrieben:
Felix hat geschrieben:Ich will jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion zu dem Thema beginnen... aber irgendwann hat es an jeder Stelle so eine Bahn, alle sehen gleich aus
Kann nicht verstehen wo das Problem liegt?! vor 30 Jahren stand auch an jeder Ecke ein Städeli Skilift oder ein Habegger. Heute sind es eben das UNI-G System von Garaventa/DM und Multix/Sigma Composite von LEITNER/POMA. Wie sieht es dann in 30-40 Jahren aus wenn die UNI-G und Sigma Composite`s immer spärlicher werden??
Du sagst es. Ein Städeli, ein Habegger, ein Küpfer, ein Garaventa, ein Tebru, ein Poma, ein Montaz, ein Bühler, ein Von Roll, ... Und heute? Ein Doppelmayr, ein Leitner, ein Poma - hm, das war's dann schon, abgesehen von ein paar kleineren Herstellern. Mir ist auch klar, dass es aus wirtschaftlichen Gründen nunmal lukrativer ist, ein Einheitsprodukt herzustellen, aber dennoch sollte man auch dafür ein Einsehen haben, solche Technikmeisterwerke, wie es die Oeschinenbahn war, zumindest an einem Ort zu erhalten.
Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen die neuen Bahnen. Mir gefallen die Stationen nicht, ok, das ist Geschmackssache. Was mir eben nicht passt, ist, dass man an allen Ecken und Enden historische und seltene Bahnen aus der Pionierzeit ersetzt. Wenn es in 30 Jahren soweit kommt, dass die UNI-Gs "aussterben" und durch ein völlig neuartiges System ersetzt werden, dann fände ich es auch schade, wenn die letzte UNI-G ersetzt wird. Eine Utopie-Vorstellung: Angenommen in 30 Jahren gibt es keine Seilbahnen mehr, sondern du fährst mit deinem Privatfahrzeug (was das auch immer sein mag) den Berg hoch und dann auf Skiern wieder runter. Dann würde ich mich auch für den Erhalt einer UNI-G einsetzen, da es sich um ein Stück Technikgeschichte aus vergangener Zeit handelt. Für mich bedeuten die VR101 einfach ein Stück Zeitgeschichte, das auch für die Nachwelt noch interessant ist.
Daniele hat geschrieben:
Felix hat geschrieben:Wegen der Erreichbarkeit, klar ist es für Behinderte oder für Familien mit einer Gondelbahn bequemer, aber das Gegenargument ist eben auch, bisher ging es ja auch ohne Gondelbahn. Und ob man einen Kinderwagen wirklich so viel einfacher in einer Gondel, statt in einem Sessel transportieren kann, das wage ich zu bezweifeln. Es gibt ja auch immer noch genügend Transportgondeln im Einsatz. Für meine Begriffe ist die Welt einfach zu Komfortorientiert.
Dass es bisher auch ohne Gondelbahn ging mag sein, aber wie viele wünschen sich dort hinaufzufahren aber dürfen aus irgend einem Gebrechen nicht hinauf? Und ein Kinderwagen mit einem Säugling drin oder ein Gehbehinderter mit Rollstuh in einer Transportgondel zu verfrfrachten finde ich schon eine Zumutung.
Ich verlange nicht, dass ein Rentner oder ein Säugling in eine Transportgondel verfrachtet wird. Meine Aussage bezog sich auf das Beispiel mit dem Kinderwagen.
Daniele hat geschrieben:Die Welt ist vielleicht zu Komfortorientiert, aber die Zeiten ändern sich. Das was wir hier jetzt schreiben, einfach so ein Meinungsaustausch von Zuhause aus, jeder in seinem bequemen Sessel am Schreibtisch oder Kabellos auf dem Sofa oder im Wintergarten wäre früher nicht möglich gewesen. Und wer würde heutzutage schon auf diesem Komfort verzichten?? Denke niemand...
Diese Aussage unterschreibe ich zu 100%. Aber dennoch sollte man zumindest an einem Ort eine solche Bahn erhalten können. Schliesslich kann man auch heute noch auf einer einsamen Berghütte ohne Strom, ohne warmes Wasser und ohne jegliche technische Einrichtungen übernachten. Dass das nicht auf der ganzen Welt möglich ist, ist klar, aber ich sage ja auch nicht, dass jeder Garaventa-Skilift von 1965 erhalten werden muss. Es geht mir lediglich darum, dass ein Exemplar für die Nachwelt erhalten werden kann. Und dass man nicht von jeder Sorte etwas erhalten kann, das will ich gar nicht bestreiten. Aber meines Erachtens handelt es sich bei den VR101 um etwas wirklich Ausgefallenes, bei dem jeder erkennt, dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt und gerade am Oeschinensee, genauso wie auch am Weissenstein, den ich nicht unbedingt als Skidestination bezeichnen würde, sollte so etwas machbar sein.
Daniele hat geschrieben:Und seien wir mal ehrlich. Wir haben zwei Skigebiete, gleiche Anzahl Anlagen, gleiche Tageskartenpreise. Eines ist modern, breite Pisten, komfortable, schnelle Hochleistungsanlagen, Beschneiungsanlagen etc. Das andere langsame, alte Tellerschlepper, enge Pendelbahnen und Buckelpisten die von Steinen übersät sind und die ganze Skiausrüstung zerstören. Neben den Pisten hats noch weniger Schnee. Was macht ihr? Welches Gebiet besucht ihr? Wenn ihr sagt ihr geht ins alte wo ich für viel Geld wenig bekomme, dann glaube ich kein einziges Wort.
Natürlich besuche ich das Gebiet, bei dem ich mehr bekomme. Aber die Frage ist eben, welches Gebiet sehe ich als dasjenige an, wo ich mehr bekomme, das liegt ganz allein an meiner persönlichen Einstellung. Ich habe nichts gegen enge Pendelbahnen, Tellerschlepplifte oder schlechte Pisten. Ich fahre insbesondere bei Gebieten, die ich nicht kenne, primär wegen Seilbahnen und nicht wegen dem Skifahren hin. Würde ich nur nach dem Skifahren und dem damit verbundenen möglichst maximalen Komfort gehen, liegt es natürlich auf der Hand, dass ich in das Gebiet mit den modernen Anlagen und besser präparierten Pisten gehe. Aber ich fahre eben vor allem Ski, um Seilbahn zu fahren ;). Und wie gesagt, mir ist schon klar, dass in grösseren Skigebieten Investitionen in Form von z. B. Ersatz von Bahnen unumgänglich sind, aber bei einer einzelnen Bahn (abgesehen von den zwei etwas zu kurz geratenen Skiliften ist ja am Oeschinensee auch nicht mehr) bin ich mir sicher, dass man mit einem geeigneten Konzept auch Leute für eine Nostalgiebahn anziehen kann (Stanserhorn macht's vor).
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Dani » Mi, 24.09.2008, 20:46

@ Meteorus & Felix: Ich muss gratulieren, eure Argumentation ist hervorragend. :wink:

@ Daniele & Kiliano: Wahrt ihr je in Kandersteg? Denn viele Argumente von euch machen gar keinen Sinn wenn man die Anlage kennt.

- Die Leute haben Angst vor alten Anlagen: Vorallem haben die Leute Angst vor dem Bodenabstand. Ich kenne fast keine kuppelbare Seilbahn die so einen geringen Bodenabstand wie die VR101 in Kandersteg hatte. Dadruch, sowie durch den Umstand das die Anlage extrem ruhig und nicht all zu schnell läuft hat man ein Gefühl der Sicherheit das ich so ausgeprägt glaub ich noch bei keiner Seilbahn hatte.

- Alte Bahnen sind nicht beliebt: Praktisch jede Person die nichts mit den Bergbahnen zu tun hat fand die Ersatzpläne jammer schade, sei es am Weissenstein oder in Kandersteg. Es ist also nicht so dass sich der Durchschittsgast nicht darum schehrt, ob da jetzt eine VR101 steht oder nicht.

- Die VR101 ist nicht kofortabel: Das ist überhaupt nicht so. Ich habe keine der Bahnen unbequem gefunden. Bei Regen am Weissenstein war es vielleicht nicht das ideale Gefährt, aber dank dem Schutzdach war man besser dran als auf einer modernen Sesselbahn ohne Bubbles, mit dem Regenmantel sogar besser als in einer modernen KSB mit Bubbles. Daneben muss man sehen: bei schlechtem Wetter hat eine Gondelbahn keine bessere Frequenz als diese Sesselbahn. Denn sie sind beide Zubringer zu Outdooraktivitäten, und wenn man nicht mit dem schlechten Wetter in Kontakt kommen will fahrt man eh nicht rauf.

- Moderne Bahnen entsprechen einem Kundenbedürfniss: Dies mag gerade in grossen Skigebieten zutreffen. Dort zieht es Leute hin, die viel und komfortabel Skifahren wollen. Das Skigebiet von Kandersteg (vom Weissenstein müssen wir ja gar nicht sprechen) lädt aber nicht zu solchem Ski"genuss" ein. Das kleine Gebiete wenig für viel Geld bieten finde ich überhaupt nicht. Wenn wir ehrlich sind, ist St. Moritz eines der Skigebiete die ein wahrlich beschissenes (man entschuldige mir den Ausdruck) Preis-/Leistungsverhältniss haben. Nicht dass das Gebiet nicht schön wäre, aber um 14.00 für die Halbtageskarte 57 zu bezahlen ist ja mehr als hirnverbrannt. Für das Geld kann man in vergleichbaren Gebieten um 8.00 an der Kasse stehen oder in einem gleichgrossen, aber weniger modernen Skigebiet zwei Tage Skifahren.

- Des weiteren: Die VR101en in Kandersteg und Solothurm sind keine Beschäftigungsanlagen für den Massenskilauf, man vergesse das bitte nicht! Diese Bahnen leben von Erlebnis - sie sind nicht das Mittel zum Zweck sondern müssen ein gewisses Erlebnis vermitteln.
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Viderjoch » Mi, 24.09.2008, 22:14

AHA-bin völlig Paff- von allen drei....

Schon das wir bei den klaren Fakten und Richtlinien angelangt sind:

Könntest du oder ihr vielleicht noch etwas über

-Ersatzteilbeschaffung
-Unterhaltkosten
-Bedienungsfreundlichkeit
-Betriebssicherheit
-Betriebskosten
-Heutiger Zustand der Anlage
-Pro-/Contra Neubau
-Preis-/Leistungsverhältniss Sanierung resp. Neubau
-Statik
etc....

erzählen?

wäre dankbar und gleichzeitig "gwundrig" auf die Argumente.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Meteorus » Do, 25.09.2008, 19:08

Inzwischen macht es mir ja fast Spass zu argumentieren!
Daniele hat geschrieben:Könntest du oder ihr vielleicht noch etwas über

-Ersatzteilbeschaffung
ersatzteile werden und da hast du auch recht ein Problem bleibem. Da eigentlich alles neu und in Handarbeit angefertigt werden muss. Was mir jetzt dazu nur einfällt ist, dass durch die relativ geringe Anzahl an Teilen die ersetzt werden müssen nicht so hohe kosten entstehen müssten (ich kann aber auch falsch liegen).
Daniele hat geschrieben:-Unterhaltkosten
Da dürfte sich im Gegensatz zu modernen Bahnen nicht viel tun. Bis auf das oben genannten Ersatzteile.
Daniele hat geschrieben:-Bedienungsfreundlichkeit
Die hatten damals schon einen Computer und Knöpfe. Was soll sich da geändert haben? Von der Steuerung ist die Bedienungsfreundlichkeit gleich geblieben. Nur...Garagerierung z.B. kann heutzutage vollautomatisch geschehen, wobei dies selten gemacht wird. Also das gleiche wie bei neuen Bahnen.
Daniele hat geschrieben:-Betriebssicherheit
In diesem Punkt sind sich viele einig. Es tut sich nichts! Mir ist nicht bekannt, das es JEMALS einen Unfall bei einer VR 101 gab der surch einen Technischen Defekt verursacht wurde. Es gab mal das Problem am Weissenstein, das ein hohes Auto an die Ausfahrt von der talstatioin gefahren ist und die Sessel dagegen gestoßen sind.
Daniele hat geschrieben:-Betriebskosten
Auch hier dürfte sich nihcts tun. Ein Antrieb, steuerung und ein bisschen Licht. Was soll damals mehr gewessen sein an Strom. Da ist es heute eher so das mehr Engergie benötigt wird. Personal wird gleich viel benötigt werden und weiter ausgaben die größer sind gibt es nicht oder fallen mir nicht ein.
Daniele hat geschrieben:-Heutiger Zustand der Anlage
Wie man auf meinen Bildern erkennen kann, war die Anlage in Oeschnien noch in einem sehr gutem Zustand. Die klemmen z.B. sind noch sehr gut geschmiert (ich habe ja eine Zuhause). Und grundsätzlich hängt der Zustand davon ab wie die Betreiber ihn Pflegen. Auch der Weissenstein ist nicht in einem Bedenklichen Zustand.
Daniele hat geschrieben:-Pro-/Contra Neubau
Pro:
Betriebsbewilligung für die nächsten 20 Jahre oder so gewährleistet.
Neuerer Sicherheitsstandart

Kontra:
Neue Anlage wird nicht benötigt, wiel eine da ist die super funktioniert
Historisch wertvolle Anlage verschwindet
Kosten für einen Neubau
Verschandung des Berges (Bsp. Weisssenstein: Sommerrodelbahn,...)
Fügt sich nicht so gut in die Landschaft ein
Daniele hat geschrieben:-Preis-/Leistungsverhältniss Sanierung resp. Neubau
Das ist die Frage! Fest steht, wenn man eine neue Bahn baut steht die dann die nächsten auf jedem fall 30+ Jahre da. Bei einer Restauration ist aber dafür in 20+ der Seltensheitwert da. Jetzige Investitionen sind in erster Linie etwa gleich bei Neubau & Restauration. Eine solche Seilbahn ist eben Historisch Wertvoll
Daniele hat geschrieben:-Statik
Was soll sich geändert haben? die Stützen wurden von Von Roll damals auf die Sesselbahn abgestimmt und werden durch belastung in laufe der Zeit nicht unstabiler. Damals wie heute gleich stabil. Nur wenn man heute noch auf die Idee kommen würde irgendwelche Gondel daran zu befestigen wird es fraglich ob das geht. Aber solange man bei den Sesseln bleibt ist nichts los.
Daniele hat geschrieben:etc....
Ja, da bin ich mal gespannt. wenn dir noch was einfällt lass es mich Wissen.

So, ich hoffe ich bekomme jetzt noch den Rücken gestärgt von meinen mitstreitern und freue mich natürlich auch auf deine meinung Daniele.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Dani » Do, 25.09.2008, 20:42

@ Kosten: Am Weissenstein will einer der reichsten Schweizer mitzahlen, dazu kommen spenden. Dass man der Betreibergesellschaft finanziell helfen muss die zusätlichen Kosten zu meistern ist klar. Aber das hat ja auch nie jemand abgestritten. Und: eine neue Bahn kostet überigens mehr, da hohe Abschreibekosten. Die damit nötige Frequenzerhöhung ist aber bei weitem nicht garantiert.

Ersatzteilherstellung: Das braucht einige Einzelanfertigungen, aber grad eine ganze Bahn muss ja auch nicht gebaut werden. Hin und da mal eine neue Klemme vielleicht, was sind denn das bitte für Kosten im Vergleich zu einer neuen Bahn. Ganz ehrlich, wenn man alle Aspekte einbezieht, am Oeschinensee hat man einen Fehler gemacht.
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Felix » Do, 25.09.2008, 21:05

Ohne jetzt auf jeden Punkt eingehen zu wollen, der Überbegriff zu all den Punkten, die du genannt hast, dürften wohl die Kosten sein. Ich möchte nur klarstellen, dass ich nie behauptet habe, dass die Nostalgiebahn im Kostenbereich günstiger wegkommen würde, als ein Neubau! Dies belegen ja die Rechenexempel von allen Betreibergesellschaften von einer VR101, ich will auch gar nicht bestreiten, dass der Betrieb einer solchen Anlage billiger sei als ein Neubau. Aber die Frage ist, ob es sich im Endeffekt nicht doch rentiert, vorerst noch einen Verlust in Kauf zu nehmen, und später, sagen wir in 20 Jahren, wenn z. B. der Weissenstein die einzige Seitwärtssesselbahn Europas ist, durch höhere Gästezahlen im Endeffekt doch einen grösseren Gewinn macht. Wie ich schon schrieb, mit einem geeigneten Konzept ist es möglich, da bin ich mir sicher, eine Nostalgiebahn zu betreiben und gleichzeitig wirtschaftlich erflogreich zu sein.
Man sieht es bei Eisenbahnen, Schiffen usw. Bei der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecken stand die Dampflok vor dem Aus und ich würde mal behaupten, dass die Situation eine vergleichbare war, we heute die VR101, dass man damals einen wirtschaftlichen Erfolg mit der Dampflok als Nostalgieerlebnis ausschloss, aber wie viele Nostalgie-Dampfzüge findet man heute in Europa? Mir fallen so einige ein!

Zu ein paar Punkten möchte ich dennoch meinen Kommentar abgeben.
Daniele hat geschrieben:-Ersatzteilbeschaffung
Sollte nach dem Abbruch von Kandersteg eigentlich nicht mehr so schwer sein. Die hatten sicher noch welche übrig, die man dem Weissenstein hätte schenken oder verkaufen können. Und wie der Name schon sagt, es sind ja nur Teile der Bahn, die ersetzt werden müssen.
Daniele hat geschrieben:-Bedienungsfreundlichkeit
Die Steuerung der Bahn ist sicher nicht mehr original. Aber auch bei einer alten Bahn kann man eine moderne Steuerung einbauen, ohne dass diese ihren Charme verliert und trotzdem ist der Bedienkomfort auf dem Stand einer mordernen Anlage. Abgesehen von der Garagierung, die noch per Hand erfolgt, läuft wohl alles automatisch. Dennoch kenne ich auch moderne Anlagen, die eine manuelle Garagierung besitzen. Was die Wartung angeht, so dürfte die modernisierte VR101 mit Anhebeböcken und Wartungspodesten auf der Strecke einer neuen Bahn in nichts nachstehen.
Daniele hat geschrieben:-Betriebssicherheit
In 60 Jahren VR101 in der Schweiz ist mir kein einziger Zwischenfall bekannt, bei dem die Seilbahn alleiniger Verantwortlicher für verletzte Personen ist. Natürlich kann jemand Mist auf dem Sessel bauen, aber Kabinen dürften kaum sicherer sein (siehe Chamonix).
Daniele hat geschrieben:-Heutiger Zustand der Anlage
Diesen würde ich in Kandersteg und auch am Weissenstein für die Zeit, die die Bahnen stehen, als hervorragend bezeichnen.
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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Königsspitze » Do, 25.09.2008, 22:00

Dani hat geschrieben:
@ Daniele & Kiliano: Wahrt ihr je in Kandersteg? Denn viele Argumente von euch machen gar keinen Sinn wenn man die Anlage kennt.
Glaubst du wirklich ich werde mich für eine solche Anlage bewegen wenn in anderen Gebieten auf mich UNI-G`s oder Multix`s warten ?
Zuletzt geändert von Königsspitze am So, 25.10.2009, 18:29, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Kandersteg | 20.09.08 | Überreste & Neubau

Beitrag von Dani » Do, 25.09.2008, 22:20

1000x Entschuldigung... :roll: Immer schön locker bleiben :D
Glaubst du wirklich ich werde mich für eine solche Anlage bewegen wenn in anderen Gebieten auf mich UNI-G`s oder Multix`s warten ?
Naja, damit entzieht man sich meiner Meinung nach jegentliches Mitspracherecht. Die Auffahrt am Oeschinensee bei Prachtswetter und leicht angezuckerten Bergen im Spätsommer ist etwas vom schönster dass man meiner Meinung nach in den Alpen in Verbindung mit Seilbahnen erleben kann, bzw. leider: konnte.
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