Felix' Seilbahntour Sommer 2007 | 11.-18. August (Tag 2)

Sommerberichte aus anderen Ländern auf dem Globus.
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Felix
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Felix' Seilbahntour Sommer 2007 | 11.-18. August (Tag 2)

Beitrag von Felix » Di, 21.08.2007, 20:55

2.1 Passo della Presolana

Nach einem kleinen Frühstück setzten wir uns gegen 9.30 am Passo della Presolana in Bewegung. Das Tagesziel war es, in den gesamten Bergamasker Alpen interessante Anlagen abzuklappern. Bis zum ersten Lift mussten wir gar nicht weit fahren. Schon nach wenigen Minuten erwartete uns ein Unikat. Zuerst aber der übliche Blick auf die weitere Route.

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2.1.1 Die Route des zweiten Tages in der Übersicht

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2.1.2 Zur besseren Übersicht hier noch eine Skikarte der Bergamasker Alpen. Hier sind auch noch einige Gebiete dabei, die wir nicht besuchten. Dem aufmerksamen Leser wird es aber nicht schwerfallen, die Orte direkt zu finden. Beim Klick auf das Bild gibt es eine grössere Version

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2.1.3 Das Schild auf der Passhöhe

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2.1.4 Nun aber endlich zum ersten Lift des Tages. Wer kennt den Hersteller?

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2.1.5 Sowohl Stützen als auch Talstation erinnern etwas an Leitner...

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2.1.6 ... der Hersteller ist allerdings die Firma Imes aus Bozen. Warum man gerade an dieser Stelle einen Skilift errichtete, bleibt mir ein Rätsel!

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2.1.7 Nicht mehr ganz neu... aber vermutlich noch in Betrieb

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2.1.8 Nur wenige Meter weiter gelangt man zu einer Seggiovia biposto

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2.1.9 Auf diesem Bild kann man bereits erahnen, dass diese Bahn nicht besonders kurz ist

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2.1.10 Hier sieht man einen guten Teil der Strecke

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2.1.11 Aber nun zum Hersteller: Gebaut wurde diese relativ neue Bahn von der Firma MEB, die uns ja inzwischen schon öfters begegnet ist. Von Bergamo ist es auch nur ein Katzensprung bis hier her

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2.1.12 Die Talstation, für alle Technikinteressierten

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2.1.13 Kein Gebiet ohne Schrott, wir befinden uns ja schliesslich in Italien :)

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2.1.14 Diese Stützen dürften wohl von Carlevaro oder der Nachfolgefirma Marchisio gewesen sein. Diese Stützenart sollte uns zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal begegnen

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2.1.15 Zoom zur vermutlichen Bergstation des ... Ja, was war es denn eigentlich für ein Bahntyp? Sicher sagen können wir es nicht. Wer iatlienische Liftkultur kennt, weiss allerdings, dass es nicht viele Auswahlmöglichkeiten gibt

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2.1.16 Slittovia? Was es wohl damit auf sich hat? Genaueres konnten wir leider nicht herausfinden, denn wie die Vorderseite...

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2.1.17 ... gab es auch auf der Rückseite keinen Zugang zum Haus :(

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2.1.18 Zurück zu altbekanntem: Diese Doppelmayr-Vierersesselbahn erschliesst einen Übungshang schräg unterhalb der MEB-Sesselbahn

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2.1.19 Die Strecke dieser doch recht kurzen Bahn

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2.1.20 Gleich daneben befindet sich dieser Doppelschlepplift. Der Hersteller war wieder nicht sofort ersichtlich, eine Vermutung hatten wir dennoch: MEB war naheliegend

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2.1.21 Die Talstation verrät noch nichts Genaues

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2.1.22 Doch auf dieser Rolle wird unsere Vermutung bestätigt

Nach dem Besuch der Bahnen auf dem Presolanapass ging es weiter in Richtung Clusone. Hier befanden sich im Gegensatz zur anderen Passseite zahlreiche Albergos, Hütten, Restaurants und Hotels, allerdings ähnlich wie in Schilpario vollkommen überfüllt. Anlass dafür war ein weiteres Dorffest, begleitet von einem Marathonlauf, weswegen in regelmässigen Abständen der Verkehr angehalten wurde, was zu Stau führte. In Clusone selbst ging es ähnlich zähflüssig weiter, denn auch hier wurde kräftig gefeiert. Nach dem Verlassen des Dorfes in Richtung Norden wurde der Verkehr zwar etwas weniger, die Feste aber dafür immer mehr. In jedem noch so kleinen Kaff gab es mindestens ein Dorffest! Noch dazu kam, dass ähnlich wie in Aprica am Vortag sämtliche Strassen voller Fussgänger waren, die offenbar den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, als von einem ins nächste Dorf zu laufen.

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2.1.23 Talfahrt Richtung Clusone


2.2 Lizzola

Von Clusone Richtung Norden gab es nur ein einziges Tal, von dem ab und an ein paar Seitentäler abzweigen. Diese Seitentäler liessen wir aber zunächst links (bzw. auch rechts) liegen und kamen schlussendlich in Valbondione an. Von dort aus verläuft eine recht gut ausgebaute Strasse ins Bergdörfchen Lizzola, das gerade an einem Abhang gebaut wurde. In Lizzola gibt es aber neben einem schönen Dorf auch noch ein Skigebiet zu sehen (wer hätte das gedacht ;)). Es besteht aus insgesamt noch fünf intakten Anlagen, wovon eine erst vor kurzem erbaut wurde. Natürlich (:)) hat es auch hier wieder ein paar Ruinen. Dazu aber mehr bei den folgenden Bildern.

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2.2.1 Eines der zahlreichen Dörfer im Tal Richtung Valbondione

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2.2.2 Pistenplan Teil 1 mit Lizzola links

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2.2.3 Und Pistenplan Teil 2, dieser hier eingezeichnete Lift befindet sich hinter dem Grat, auf den die zweite Sektion Sesselbahn in Lizzola führt. Er wurde erst vor kurzem gebaut

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2.2.4 Die recht kurze Strecke der ersten Sektion, eine klassische Sacif-Konstruktion

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2.2.5 Typische Sacif-Stütze. Nicht nur die Rollen, sondern auch der Schaft und das Joch sind hier rund

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2.2.6 Talstation dieser Seggiovia

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2.2.7 Nanu? Ein alter Schlepplift. Wie man hier sieht, befördert er schon seit einiger Zeit keine Gäste mehr

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2.2.8 Eine Stütze steht verdächtig schief, eine andere ist bereits entwurzelt worden. Ich würde anhand den Stützen auf Graffer tippen. Auch die Stationen sind typisch für diesen Hersteller

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2.2.9 Damit nicht genug! Gut versteckt und kaum sichtbar diese Stütze links der Sacif-Sesselbahn im Wald

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2.2.10 Die Strecke. Es stand sofort fest, dieser Lift steht schon das ein oder andere Jahr mehr als der Schlepplift oben. Doch was für ein Bahntyp könnte es sein? Wenn man dem Pistenplan (2.1.2) Glauben schenken darf, muss es sich hier um einen Schlepplift gehandelt haben. Darüberhinaus gab es aber auch noch die obligatorische Herstellerfrage zu klären. Den Stützen nach dürfte das hier ziemlich sicher ein Trojer-Produkt gewesen sein.


2.3 Spiazzi

Die Strasse von Lizzola nach Valdobbiadene wurde wieder heruntergekurbelt und es ging wieder zurück in Richtung Clusone und Richtung Süden. Es stand in diesem Tal, das übrigens den Namen Valle Seriana trägt, noch einiges auf dem Programm. Als erstes bogen wir nach Osten von der Hauptstrasse ab und fuhren erneut den Berg hinauf, nach Spiazzi oberhalb von Gromo. Neben den inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Dorffesten erreichte die Menschenmenge aber in Spiazzi einen neuen Höhepunkt. Der Parkplatz vom Skigebiet war voller als voll und sämtliche Wiesen (teils Skipisten) waren vollkommen übervölkert. Überall wurde gegrillt, gezeltet, gefeiert und und und. Viele Leute schauten etwas schräg, als ich statt Tisch und Klappstuhl lediglich meine Kamera auspackte und nach ein paar Aufnahmen wieder ging. Störte mich aber nicht weiter, immerhin konnte ich von diversen Herstellern interessante Sachen fotografieren.

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2.3.1 Der übervolle Skigebietsparkplatz in Spiazzi

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2.3.2 Die erste gesichtete Sesselbahn stammt von einem inzwischen recht bekannten Hersteller

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2.3.3 An Länge ist diese Bahn kaum zu übertreffen. Am Ende des Fachstücks besitzt sie eine Mittelstation, von wo aus eine Sommerrodelbahn startet. Daher ist die Bahn auch im Sommer in Betrieb

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2.3.4 Einmal mehr MEB und einmal mehr eine andere Bauweise

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2.3.5 Blick zur Talstation

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2.3.6 Einzig die Niederhalter für die Ewigkeit findet man des Öfteren bei der Firma aus Bergamo

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2.3.7 Nanu? Stützenteile im Wald?

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2.3.8 Sie gehören wohl zu diesem leider entfernten Schlepplift, der einige mittelschwere Pisten erschloss. Gut nachvollziehen kann ich die Betriebseinstellung nicht, denn so etwas gibt es in Spiazzi nicht noch einmal. Lediglich lange Sesselbahnen und kleine, flache Schlepplifte

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2.3.9 Das Fundament, an dem ich den Hersteller jedoch nicht ausmachen konnte

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2.3.10 Beim nächsten Skilift ist der Hersteller ein klarer Fall: Leitner! (im Hintergrund verstreut übrigens die Zelte, Stühle usw. ;))

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2.3.11 Weder die Länge noch die Höhendifferenz ist umwerfend, aber...

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2.3.12 ... sowohl die Stützen und insbesondere...

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2.3.13 ... die Talstation gefielen mir

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2.3.14 Die technischen Daten des Übungslifts, der auf den Namen Campo Scuola hört

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2.3.15 Die letzte Bahn, die von uns in Spiazzi besichtigt wurde, eine betagte 08-15 Leitner Sesselbahn. Die Sessel wurden zusammengeschoben, dass man nicht aufsteigen kann. Eigentlich schade, aber bei dem Betrieb durchaus nachvollziehbar

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2.3.16 Zoom Richtung Bergstation, die man hier aber noch nicht sieht. Auch hier wieder eine immens lange Bahn

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2.3.17 Die eher schlichte Talstation. Antrieb und Spannung befinden sich am Berg

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2.3.18 Spiazzi

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2.3.19 Kaum wieder im Tal, schon sichteten wir die ersten Palmen

Nachdem wir wieder im Tal angelangt waren, suchten wir uns ein kleines Alimentari, wo wir frisches Brot, Käse und Wurst für ein Picknick zu kaufen. Nach kurzer Zeit hatten wir auch schon eines gefunden und kauften die gewünschten Artikel ein. Das gestaltete sich etwas problematisch, da keiner in diesem Tante Emma Laden etwas anderes als italienisch sprach. Mit ein bisschen Zeichensprache bekamen wir dann aber doch das, was wir wollten.


2.4 Spontanausflug nach Valcanale

Da wir noch gut in der Zeit lagen, legten wir einen kurzen Trip nach Valcanale ein, ein Ort, der etwa gegenüber von Spiazzi in einem weiteren Seitental liegt. Wird wussten bereits, was uns dort in etwa erwarten würde, nämlich genau genommen eine halbwegs intakte Sesselbahn, die allerdings schon seit etwa 10 Jahren stillsteht. In Valcanale angekommen entdeckten wir neben dem üblichen Dorffest auch noch einen (wahrscheinlich künstlich angelegten) See, an dem schätzungsweise 100 Autos parkierten, ebensoviele dürften es entlang der Strasse gewesen sein, die in Richtung der Sesselbahn führt.

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2.4.1 Blick vom Ortseingang Richtung Ex-Skigebiet. Auf dem kleinen Plateau etwas rechts der Bildmitte endete der Zubringerlift, eine 1-SBF, von dort aus starteten dann zwei Skilifte, ein dritter stand (oder steht noch da) etwas oberhalb

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2.4.2 Hier sieht man das nochmals auf der Übersichtskarte

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2.4.3 Hier war dann leider Endstation. Eine Schranke versperrte uns den Weg zum Sessellift, übrigens ein Sacif-Produkt. Aus zwei Gründen entschieden wir uns jedoch dazu, nicht zum Lift zu laufen, obwohl das ohne Weiteres möglich gewesen wäre. Erstens weil es weit und breit keine Parkmöglichkeit gab und zweitens weil der Ausflug ursprünglich nicht vorgesehen war und uns so den Zeitplan durcheinander gewürfelt hätte. Zu guter Letzt erwarteten wir in Foppolo später an diesem Tag noch ein weiteres solches Produkt, an dem wir einen Sommerbetrieb nicht ausschlossen

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2.4.4 Das Rifugio, an dem der Sessellift vermutlich startet

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2.4.5 Halt! Was entdecken wir denn da? Eine Stütze und einige Einersessel!

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2.4.6 Auf dem Plateau kann man noch einige Skiliftstützen erkennen, T-Stützen, aber zum Erkennen des Herstellers hat es leider nicht gelangt

Fortsetzung folgt...
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Beitrag von Dani » Di, 21.08.2007, 21:34

Danke, wiedermal wunderbare Bilder!
2.3.15 Die letzte Bahn, die von uns in Spiazzi besichtigt wurde, eine betagte 08-15 Leitner Sesselbahn. Die Sessel wurden zusammengeschoben, dass man nicht aufsteigen kann. Eigentlich schade, aber bei dem Betrieb durchaus nachvollziehbar
Wie genau geht das?
Bilder von Seilbahnen und Skiliften: www.seilbahnbilder.ch

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Beitrag von TPD » Di, 21.08.2007, 22:37

^^
Wenn man die Bilder anschaut kann man es sehen ;)

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Beitrag von Dani » Mi, 22.08.2007, 11:52

Ja schon, die Sessel wurden zusamenngeschoben. Aber nur die sechs. Bei den anderen gehts ja noch wenn der Lift mal läuft... Und im Stillstand ist es ja nicht so schlimm, wenn einer mal auf dem Sessel hockt.
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Beitrag von Felix » Mi, 22.08.2007, 16:55

Dani hat geschrieben:Ja schon, die Sessel wurden zusamenngeschoben. Aber nur die sechs. Bei den anderen gehts ja noch wenn der Lift mal läuft... Und im Stillstand ist es ja nicht so schlimm, wenn einer mal auf dem Sessel hockt.
Bei einem Grossteil der Leute macht es nichts, wenn sie auf dem Sessel sitzen. Aber es gibt eben auch leider solche, die unbedingt alles zerstören müssen. Und genau vor denen will man die Sessel schützen. Man sieht's ja des Öfteren im Winter bei Sesseln, bei denen die Fahrgäste mit ihren Skistöcken die Sitzpolster zerstechen.
Dani hat geschrieben:Wie genau geht das?
Klemme öffnen, schieben, Klemme schliessen ;)
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Beitrag von Felix » Mi, 22.08.2007, 20:30

2.5 Die Pendelbahn Albino-Selvino

Von Valcanale ging es nun wieder zurück ins Valle Seriana, wo wir in Richtung Süden abbogen, Clusone hinter uns liessen und schliesslich in Albino von der Hauptstrasse abbogen. Je weiter wir nach Süden kamen, desto weniger Wolken waren am Himmel und deto wärmer wurde es (natürlich auch bedingt durch die tiefere Höhenlage), sodass uns Albino bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30°C erwartete. Der Weg zur Seilbahn war zwar durch den Ort hindurch recht gut beschildert, doch plötzlich standen wir vor einer Schotterpiste, auf der gerade der Belag erneuert wurde. Auch wenn wir einige Male auf andere Strassen ausweichen mussten, kamen wir schliesslich auf der Piazza della Funivia ankamen. In diesem Moment fuhr die Bahn gerade los und um ein paar anständige Fotos der Kabinen zu machen, musste ich mich einige Minuten lang gedulden, denn die Bahn ist mit knapp 3000 m nämlich nicht die kürzeste. Sie hat die wichtige Aufgabe, eine schnelle Verbindung vom Berdorf Selvino nach Albino herzustellen, denn über die sehr kurvenreiche Strasse braucht man sehr viel länger nach Selvino.

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2.5.1 Der untere Streckenteil bis Stütze 2, auf dem die meisten Höhenmeter überwunden werden

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2.5.2 Ein Blick in die Talstation

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2.5.3 Wieder mal MEB? Der Originalhersteller dürfte aber ein anderer gewesen sein

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2.5.4 Kabine 1 an Stütze 2

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2.5.5 Kabine 2 an Stütze 1

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2.5.6 Kabine Nummer 2 vor dem wolkenlosen Himmel

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2.5.7 Das Laufwerk. Wer genau hinishet, kann in der Mitte das Herstellerschild sehen: Agudio

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2.5.8 Die Rückseite der Talstation

2.6 Aviatico am Fusse des Monte Poieto

Da es mittlerweile 2 Uhr mittags war, hielten wir entlang der Strasse Richtung Selvino Ausschau nach einem schönen Picknickplatz, fanden aber nichts geeignetes.

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2.6.1 Aussicht von der Strasse nach Selvino

So ging es durch Selvino hindurch, ein Ort mit einer wundervollen Aussicht, nach Aviatico, wo wir einen geöffneten Korblift erwarteten. Bereits von Weitem konnten wir die schönen roten Körbe sehen, die entlang einer Schneise hinauf zum Monte Poieto am Seil hingen. Wir parkierten das Auto an der Talstation und... ja, jeder denkt jetzt an eine Fortführung des Satzes à la "kauften die Tickets und stiegen ein". Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

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2.6.2 Diesen Sommer wegen Umbau geschlossen. Na super!

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2.6.3 Doch so richtig im Umbau befindet sich das Ding noch nicht...

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2.6.4 Die Umlenkscheibe in der Talstation. Hier befinden sich auch Antrieb und Spannung

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2.6.5 Zoom zur Bergstation auf dem Monte Poieto. IMHO hätte der Korblift ohne Weiteres noch fahren können

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2.6.6 Nun aber zur Herstellerfrage: Diese Rolle kommt von einem inzwischen sehr bekannten Hersteller ;)

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2.6.7 Ein Blick in dem Kommandoraum mit Schaltkasten und Fotos einer Bergeübung

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2.6.8 Die T-Stützen sehen jedoch nach Trojer aus, die Portalstütze am Einstieg sieht jedoch nach Teletransporti aus. Insbesondere das Rundrohrjoch und die auf der Innenseite abgeschrägten Ecken sind ein Indeiz dafür. Wer der ursprüngliche Hersteller war, bleibt mir ein Rätsel, MEB kann man meines Erachtens jedoch ausschliessen, ich gehe davon aus, dass die lediglich eine Modernisierung vornahmen

Nach diesem etwas misslungen ersten Versuch, einen Korblift zu fahren, fuhren wir weiter in Richtung San Pellegrino Terme, das weniger wegen Seilbahnen, sondern vielmehr wegen seines Mineralwassers bekannt ist. Der Weg dorthin führte abermals über eine recht spektakuläre Strasse, auf der aber so gut wie überhaupt kein Verkehr war. An einer der zahlreichen aufgestellten Bänke hielten wir an und stärkten uns mit den Sachen, die wir am Vormittag gekauft hatten.

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2.6.9 Die Strasse kruz vor der Kehre, an der wir picknickten (wird das eigentlich so geschrieben?)

Eine gute halbe Stunde später brachen wir wieder auf und kamen gegen 15.30 Uhr in San Pellegrino an. Dort brausten wir via Umfarung durch einen Tunnel zum nächsten Ort, wo wir Seilbahnen erwarteten: Piazzatorre.

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2.6.10 Die Strasse Richtung San Pellegrino

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2.6.11 Auf dem Weg nach Piazzatorre

2.7 Piazzatorre

Eine halbe Stunde später fuhren wir bereits durch das Ortszentrum von Piazzatorre, in dem natürlich auch wieder das obligatorische Dorffest stattfand. Eine Gondelbahn war geradeaus beschildert, eine Sesselbahn nach links. Wir fuhren geradeaus, erwarteten aber keine kuppelbare Gondelbahn, sondern eine bereits betagte Ovovia, deren letzter Personentransport schon länger zurückliegt. Diesmal wurden wir nicht enttäuscht.

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2.7.1 Nicht unbedingt schön, aber einfach kultig, diese babyblauen Eiergondeln

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2.7.2 Die erste Stütze. Wer den Presolanabericht genau gelesen hat, weiss, welcher Hersteller diese Bahn verbrochen hat: Marchisio. Aber dieser Anhebebock passt da ja einfach überhaupt nicht hin!

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2.7.3 Deswegen habe ich ihn dann gleich mal entfernt ;) So sieht es doch schon viel besser aus

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2.7.4 Die weitere Strecke - leider erneut mit diesen hässlichen Anhebeböcken

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2.7.5 Das rostige Seil ist ein weiteres Indiz dafür, dass diese Bahn wohl nicht mehr fährt

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2.7.6 Langsam aber sicher wächst auch hier die Trasse zu...

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2.7.7 Sicher nicht besonders bequem... aber was solls, fahren kann man damit sicher :)

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2.7.8 Diese Spinne erfreut sich sicher ab und zu an einem seilbahnbegeisterten Insekt

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2.7.9 Blick zur Umlenkscheibe

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2.7.10 Nochmals ein Blick in eine Gondel. Sollen diese Plastikscheiben die Sitze sein!?

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2.7.11 Das Skigebiet, dass entgegen unserer ersten Vermutung doch komplett stillgelegt ist. Trotz der guten Höhenlage und den ansprechenden Höhendifferenzen gibt es ein grosses Manko: Die Talabfahrt endet nicht an der Gondelbahntalstation. Auf dem Pistenplan warb man noch mit neuen Anlagen, die Ende der 90er gebaut wurden. Diese dürften wahrscheinlich ebenfalls zum finanziellen Bankrott einen erheblichen Beitrag geleistet haben.

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2.7.12 Schnee??? Schnee!!!

Wir verliessen den Ortskern und machten uns auf zum Sessellift, der etwas oberhalb startet. Wir vermuteten zunächst, dass es sich um einen neuen Zubringer ins alte Skigebiet handelt, als Ersatz für die Ovovia, die Talstation am Ende der Talabfahrt, die im obigen Plan eingezeichnet ist. Doch nachfolgende Untersuchungen zeigten, dass keine lifttechnische Verbindung zum alten Gebiet besteht und das neue Piazzatorre-Skigebiet aus zwei Anlagen besteht.

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2.7.13 Piazzatorre mit 20km weiteren Pisten? (ob die Übersetzung richtig ist, weiss ich leider nicht, aber irgendetwas muss es damit auf sich haben. Der Artikel ist vom 9. Februar 2007. Eventuell auch 20km neu beschneite Pisten?)

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2.7.14 Ein Blick auf die noch relativ neue Sesselbahn (1. Sektion)

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2.7.15 Strecke, hier erkennt man bereits die Bergstation

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2.7.16 Doppelmayr-Schild, vermutlich handelt es sich aber um Stützen aus dem Restbestand von Agamatic

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2.7.17 Die moderne Talstation mit Förderband

2.8 Foppolo - ein Ort am Ende der Welt

Nach dem Besuch von Piazzatorre stellte sich uns die Frage, was wir als nächstes tun sollten. Es war inzwischen 17 Uhr und wir wollten nicht wie am Vortag erst sehr spät auf Zimmersuche gehen, zumal dieser Bereich der Bergamasker Alpen noch voller erschien als derjenige vom Vortag. Da wir entlang der Strasse nach Piazzatorre keine Albergos gesehen hatten und wir nicht bis Bergamo in die brütende Hitze fahren wollten, fuhren wir auf gut Glück nach Foppolo, wo wir auch insgeheim auf eine spektkuläre Anlage mit Sommerbetrieb spekulierten.

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2.8.1 Angekommen in Foppolo fiel der Blick als erstes auf diese "innerstädtische" fixe Doppelmayr-Sesselbahn

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2.8.2 Der wahre Schatz von Foppolo ist jedoch dieser Sacif-Einersessellift mit 600 Höhenmetern!

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2.8.3 Wie bereits geschrieben, wir hofften auf Sommerbetrieb, wurden aber wie man hier sehen kann, enttäuscht

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2.8.4 Zunächst verläuft die Strecke sehr flach, ...

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2.8.5 ... doch gegen Ende wird es extrem steil

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2.8.6 Blick zur ersten von zwei Sektionen Doppelmayr-4er fix. Diese beiden Sektionen hatten Sommerbetrieb

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2.8.7 Wieder mal eine untypische DM-Stütze

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2.8.8 Sciovia? Und sonst nichts zu sehen? Das muss sofort untersucht werden!

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2.8.9 Die Reste eines Schlepplifts, der sonst recht gründlich abgebrochen wurde

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2.8.10 Ich würde nicht drauf wetten, tippe aber auf Leitner

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2.8.11 Ganz sicher von Leitner ist dieser noch in Betrieb befindliche, lange Schlepplift

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2.8.12 Diese Betonstütze von Sacif ähnelt etwas denen von MEB

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2.8.13 Die Sessel warten auf ihren eventuell letzten Einsatz im nächsten Winter

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2.8.14 Ein weiterer stillgelegter Skilift befindet sich mitten im Ort. Er war die erste Sektion zum oben zu sehenden Leitner-Skilift mit Schräg-T-Stützen als Zubringernalage aus dem Ort. Vermutlich wurde er wegen seiner extremen Steilheit eingestellt. Der Hersteller ist ein heute weltbekannter aus Sterzing

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2.8.15 Blick zum obersten, sehr steilen Abschnitt des Sacif-Einersessellifts

Schlussendlich fanden wir dann noch eine Unterkunft in Foppolo, wo etwas weniger los war als in den anderen Orten.

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2.8.16 Eine ganz interessante Karte fand ich noch in dem Hotel, in dem wir übernachteten. Links unten ist eine Linie mit der Beschriftung "Funivia" eingezeichnet. Auf deren Suche begaben wir uns dann am nächsten Morgen

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2.8.17 Eine weitere alte Karte mit dem Einersessellift Monte Valgussera rechts

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2.8.18 Alter Pistenplan von San Simone, das wir nicht besuchten

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2.8.19 Der alte Plan von Foppolo/Carona. Inzwischen keine Funivia mehr, dafür aber der alte Zubringerschlepplift ganz links und der alte Skilift, von dem nur noch die Talstation steht (kreuzt den Valguserra-Einersessellift)

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2.8.20 Das war das einzige Gebäude, das uns in Foppolo verdächtig vorkam. Eventuell könnte dies die alte Pendelbahntalstation gewesen sein. Heute dient das Haus als Ferienwohnung

Fortsetzung folgt...
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Beitrag von Mirco » Mi, 22.08.2007, 20:47

Hoffentlich folgt die Fortsetzung bald... :)
Unheimlich interessanter Bericht!
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Beitrag von Dani » Mi, 22.08.2007, 20:52

Ja, wirklich! Vielen Dank!
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