Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Diese Seite stellt eine Übersicht über 140 ausgewählte Seilbahnhersteller weltweit dar. Klicken Sie auf die einzelnen Vorschaubilder, um zu den Detailinformationen der jeweiligen Hersteller zu gelangen. Die Übersicht ist in die Bereiche Schweiz, West- und Mitteleuropa, Südeuropa, Osteuropa, Nordeuropa, Amerika und Asien aufgeteilt. Die Hersteller sind ihrer jeweiligen Herkunftsregion zugeordnet.

Schon auf den ersten Blick auffallend ist, dass speziell Europa eine Fülle an verschiedenen Herstellern besitzt, wie es sie nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Dies ist in erster Linie damit zu erklären, dass nach den frühen einzelnen Seilbahnversuchen im 17. und 18. Jahrhundert, die insbesondere in Asien praktiziert wurden, Europa die Seilbahnentwicklung nach vorne getrieben hat. Aus den anfänglichen Zahnradbahnen, die die Berge erschlossen, wurden zunächst mit Standseilbahnen und nach der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert die Luftseilbahnen. Besonders mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg siedelten sich sehr viele Firmen in der im Seilbahnbau lukrativen Gebirgsnähe an. Generell lässt sich folgender Grundsatz feststellen: Je höher die Berge, desto grösser die Anzahl an verschiedenen Herstellern und deren technischen Lösungen für eine komfortable Höhenerschliessung.

Schweiz

Die Schweiz war seit jeher und ist auch heute noch das im Seilbahnbau mit Abstand innovativste Land der Erde. Begünstigt durch die Lage am Fusse und mitten in den höchsten Regionen der Alpen siedelten sich schon Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche industriell aktive Eisen- und Stahlwerke an, die als Absatz für ihre Rohstoffe unter anderem auch in den Bau von Zahnradbahnen zur touristischen Bergerschliessung einstiegen. Zwar waren die mit Zahnschienen ausgestatteten Bahnen (die Technik war von Firma zu Firma unterschiedlich, die bekanntesten Systeme stammten aber alle aus der Schweiz) ein Vorteil gegenüber den reinen Adhäsionseisenbahnen, dennoch eignete sich fortan erst die Standseilbahn zur flächendeckenden Erschliessung grösserer Höhen. Produziert wurde sie in der Schweiz anfänglich von den Firmen Von Roll und Bell ab 1877, 15 Jahre nach der Eröffnung der ersten Standseilbahn der Welt in Lyon.

Mit der ersten Personenluftseilbahn 1908, dem Wetterhornaufzug in Grindelwald, waren der nationalen Höhenerschliessung keine Grenzen mehr gesetzt. Durch die Lüfte ging es bis in die 30er Jahre vorrangig zu kleineren Ortschaften in Bergregionen, ab jenem Datum führte der Aufschwung des Skitourismus zur fieberhaften Konstruktion von Annens Funischlitten, Constams und Heftis (Oehlers) Schleppliften sowie nach dem zweiten Weltkrieg zu einer Fülle von Sessel- und Kabinenbahnen mit hohen Kapazitäten. Jeder der vielen Hersteller suchte nach eigenen Lösungen der Bergerschliessung mit hohen Förderleistungen, die meisten davon wurden schon viele Jahre vor vergleichbaren Bahnen von ausländischen Herstellern erbaut. Nicht zuletzt deswegen wurden die patentierten Schweizer Techniken von vielen ausländischen Herstellern in Lizenz genutzt.

Durch Fusionen und Übernahmen sind die Schweizer Techniken heute allerdings in der Hand anderer Unternehmen. Einziger grosser unabhängiger Seilbahnhersteller der Schweiz ist heute die Flumser Firma Bartholet.

Annen
Baco
Baco-Poma
Bartholet

Bell
Bircher
Borer
Brändle

Bühler
Constam
EGZ
Eisenwerke Cattaneo

Garaventa
German
Giovanola
Guido Meyer

Habegger
Henseler
Klemenz Mathis
Küpfer

Lauber
Lienert
Metallwerke Buchs
Müller

Niederberger
Odermatt
Oehler
Rowema

Sameli-Huber
Schätti
Skima
Städeli

Stefan Halbheer
Streiff
Tebru
TTC

Vogler
Von Roll
Von Rotz
Wullschleger

Zurschmitten

West- und Mitteleuropa

Schon lange vor den Schweizer Seilbahnen entstanden durch grosse mitteleuropäische Unternehmen bereits sehr leistungsfähige Materialseilbahnen, die durch den Ende des 19. Jahrhunderts grössten und erfolgreichsten Seilbahnhersteller der Welt, Adolph Bleichert, auf der ganzen Welt zum Abbau von Rohstoffen in Höhen bis über 5000 Metern über dem Meer eingesetzt wurden. Weitere Hersteller, wie der Kölner Julius Pohlig oder die britische Firma Breco, waren ebenso im Bau dieser Bahnen involviert. 1874 entstand bereits die erste solche Zweiseilumlaufbahn für Materialtransporte von Bleichert im deutschen Teutschenthal. Jene Firma war es auch, die ab Ende der 1920er Jahre das Luftseilbahnsystem vom Italiener Luis Zuegg in ganz Europa populär machte. Die herausragende Technik sorgt dafür, dass man noch heute zahlreiche nahezu im Originalzustand existente Exemplare aus dieser Zeit findet.

Obwohl nach dem zweiten Weltkrieg viele Hersteller nach und nach eigene Konstruktionen für ihre Schlepplifte und Sesselbahnen entwickelten, so stammte das ursprüngliche Wissen samt seinen Patenten in der Regel aus der Schweiz. Schlepplifte wurden im deutschsprachigen Raum nach dem System Constam immer beliebter. Prominentester Lizenznehmer der Schlepplifte des Zürcher Ingenieurs war die Firma Doppelmayr, heute der grösste Seilbahnhersteller der Welt. In Frankreich war es der vom polnischen Einwanderer Pomagalski entwickelte gleichnamige Schlepplift, der seit Beginn der 40er Jahre die Welt erobert und mit zahlreichen Lizenznehmern längst zum erfolgreichsten Schleppliftmodell geworden ist. Kuppeltechnik für Umlaufbahnen entstammte jedoch in nahezu allen Fällen der Schweiz. Müller, Von Roll, Giovanola, sie alle versorgten in Deutschland, Österreich und Frankreich einheimische Hersteller mit ihren Patenten. Vor allem in Österreich sorgte Skepsis der Behörden dazu, dass die Kuppelsysteme erst sehr spät im Land populär wurden, weswegen die bewährte Schweizer Technologie von vielen Herstellern eingesetzt wurde.

Mit Doppelmayr und Poma stammen heute gleich zwei der weltweit grössten Seilbahnhersteller aus Mitteleuropa. Beide erlangten durch zahlreiche Fusionen und Übernahmen anderer Firmen Wissen zum Bau von Seilbahnen. Hierzu gehören insbesondere auch die zahlreichen Erfindungen des Franzosen Denis Creissels. Bekannt wurde er weltweit mit dem Bau des DMC sowie des Funitels.

Abig
Applevage
ATG Leipzig
Bleichert

Breco
Cables & Monorail
CECIL
Creissels

De Pretis
Doppelmayr
Duport
Felix Wopfner

Girak
Hasenclever
Heckel
Heuss

Karl Peter
Loipolder
Montagner
Montaz Mautino

Neyret-Beylier
Neyrpic
Othmar Kuhn
PHB

Pohlig
Poma
Rébuffel
Sacmi

SEBA
Skirail
Stemag
Steurer

Swoboda
Transtélé
VÖEST
Waagner Biró

Weber
Weigmann
Wito

Südeuropa

Südeuropa besteht in Sachen Seilbahnen quasi nur aus Italien. Die wenigen, zumeist flachen Bergregionen der iberischen Halbinsel führten dazu, dass sich quasi nur in den Alpen- und Appeninregionen Italiens Seilbahnhersteller ansiedelten. In den Pyrenäen konnte sich der französische Hersteller Poma schon früh ein Monopol verschaffen. Mit Luis Zuegg besass Italien zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen der genialsten Köpfe des Seilbahnbaus, der mit seinen Pendelbahnen zum Personentransport, aber auch seinen vielen konstruierten Feldseilbahnen während des ersten Weltkrieges für wegweisende Technologien im Bau der Seilbahnen sorgte. Nicht zuletzt aufgrund der Verdienste Zueggs entwickelten sich die Pendelbahnen in Italien während vielen Jahren durch die Firmen Wisniska, Rosnati, Savigliano, Piemonte Funivie, Hölzl und Agudio zu dem Mittel der Höhenerschliessung, teilweise mit extravaganten Trassierungen. Nach dem zweiten Weltkrieg war es vor allem die Firma Carlevaro & Savio, die ihr Kuppelsystem für Einseilkabinenbahnen auch ausserhalb Italiens sehr erfolgreich vertreiben konnte. Speziell war für Italien auch der seit 1945 oft erstellte Korblift. Seine Ursprünge gehen auf Soldatentransporte während der Kriegszeit zurück, später entwickelte er sich zum Publikumsmagnet schlechthin.

Mit Leitner besitzt Italien heute den neben der Doppelmayr-Garaventa Gruppe grössten Seilbahnhersteller der Welt. Seit 2000 geht Leitner mit dem französischen Unternehmen Poma gemeinsame Wege.

Agamatic
Agudio
Badoni
Carlevaro & Savio

CCM
Ceretti & Tanfani
Drago
Funivie d'Italia

Gradio
Graffer
Hölzl
Imes

Leitner
Marchisio
MEB
Nascivera

Othmar Haas
Pavan
Piemonte Funivie
Rosnati

SACIF
Salzburger
Savigliano
Scardellato

Telemeccanica Atesina
Teletrasporti
Trojer
Wisniska

Zemella
Zuegg

Osteuropa

Auch im Osten Europas gründeten während des Wirtschaftsaufschwungs der 1920er Jahre einige Firmen Niederlassungen in Gebirgsnähe. Speziell in der Tschechoslowakei war mit der hohen Tatra ein Gebirgszug gegeben, den es durch kühne Seilbahntechnik zu erschliessen galt. Aber auch Mittelgebirge wie das in Böhmen gelegene Erzgebirge sowie die Niedere Tatra zählten schon bald zu den ersten erschlossenen Höhenzügen. Ende der 20er Jahre war es die böhmische Firma Wiesner aus Chrudim, die mit dem Pendelbahnsystem eines Leipziger Ingenieurs sowohl im heutigen Tschechien wie auch in der Slowakei einige spektakuläre Seilbahnen errichten konnte.

Mit der Abschottung des Ostblocks nach dem zweiten Weltkrieg ging die Seilbahnentwicklung eigene Wege. Aus Wiesners Maschinenfabrik in Chrudim wurde die verstaatlichte Firma Transporta, die auf den Märkten zunächst eine Monopolstellung hatte. So entstanden unter anderem auch Zweiseilumlaufbahnen sowie kuppelbare Sesselbahnen der Firma. Tatrapoma wurde in den 70er Jahren als Ableger des französischen Unternehmens Pomagalski gegründet, und stellte fortan die grösste Konkurrenz dar. Noch vor der Wende war vor allem auch die österreichische Firma Girak in Osteuropa aktiv. Auch der italienische Hersteller Graffer konnte durch eine Niederlassung in Slowenien in Osteuropa viele Anlagen erstellen.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ab 1989 verschwanden nahezu alle einheimischen Firmen vom Seilbahnmarkt. Der technische Rückstand gegenüber dem Westen war zu gross, sodass heute quasi ausschliesslich grosse Seilbahnhersteller wie Doppelmayr oder Leitner mit lokalen Niederlassungen Bahnen in diesen Regionen erstellen.

FOD
František Wiesner
Mostostal
Tatrapoma

Transporta Chrudim

Nordeuropa

Skandinavien wurde ebenso durch einige einheimische Hersteller mit Seilbahnen bestückt, allerdings machten schon frühzeitig die mitteleuropäischen Hersteller den grössten Prozentsatz an Bahnen in den nördlichen Gefilden Europas aus. Brändle, Habegger, Graffer und Poma, um nur einige prominente Hersteller zu nennen, konnten in Skandinavien zahlreiche Bahnen erstellen. Heute produziert der grösste Teil der einheimischen Firmen als Doppelmayr- oder Poma-Tochtergesellschaften Bahnen mit deren Technik.

Vintertec
Liftbyggarna

Amerika

Die klimatisch günstige Lage erlaubte es auch in den USA und Kanada trotz Bergen mit eher moderater Höhenlage, ein flächendeckendes Schlepplift- und Sesselbahnsystem aufzubauen. Sehr viele einheimische Hersteller stiegen direkt nach dem zweiten Weltkrieg in den Bau dieser Anlagen ein. Im Gegensatz zu Europa setzte sich in Nordamerika die fixe Sesselbahn wesentlich deutlicher durch. Viele Hersteller zogen es gar nicht in Betracht, andere Seilbahnarten zu produzieren und spezialisierten sich auf den Bau von fixen Anlagen. Sogar europäische Firmen wie beispielsweise Carlevaro & Savio entwickelten speziell für den amerikanischen Markt fix geklemmte Sesselbahnen, obwohl sie diese in Europa quasi überhaupt nicht verkauften. Mit den europäischen Herstellern hielten später aber auch Pendelbahnen und kuppelbare Bahnen Einzug. Mit letzteren dauerte es jedoch schlussendlich bis in die 90er Jahre, ehe sie sich gegenüber den fix geklemmten Exemplaren durchsetzen konnten. Zu gross war lange Zeit die Skepsis aufgrund des missglückten Versuchs einer einheimischen Kuppelklemme durch die Firma Yan Lift. Zahlreiche europäische Hersteller wie Garaventa, Von Roll, PHB, Poma, Leitner oder Doppelmayr stiessen durch Übernahmen oder Fusionen mit amerikanischen Firmen in die dortigen Märkte vor.

Waren es im nördlichen Teil des Kontinents einheimischen Firmen, so waren es in Mittel- und Südamerika schon seit jeher abgesehen von kleinen, lokal agierenden Herstellern, eher europäische Firmen, die Seilbahnen errichteten, angefangen mit den frühen Materialseilbahnen nach dem deutschen System sowie der Grosskabinenumlaufbahn von Heckel in den 30er Jahren im venezuelanischen Caracas. Heute kommen durch die Firmen Bartholet und Rowema zahlreiche Schweizer Bahnen als Occasionsanlagen nach Südamerika und werden dort wieder aufgestellt.

American Steel and Wire
Borvig
CTEC
Hall

Heron
Miner-Denver
Murray-Latta
Partek

Riblet
Ringer
Roebling
Samson

Ski Lift International
Thiokol
Tiegel
Wilamette

Yan-Lift

Asien

Aufgrund der Sprachbarriere ist es mitunter sehr schwierig, Informationen über einheimische Hersteller des Morgenlandes auszumachen. Die grössten Firmen, Anzen Sakudo, Nippon Cable und Taihei, alle in Japan angesiedelt, konnten in ihrem Heimatland und in nahe gelegenen Staaten die Skigebiete quasi im Alleingang erschliessen. Nachdem diese neben eigener Technik auch Lizenzen von Müller und Städeli verwendeten, stellen sie heute als Tochtergesellschaften von Poma und Doppelmayr Bahnen mit deren Technik her. Die indische Firma Damodar war ein prominenter Lizenznehmer des Schweizer Giovanola-Klemmensystems.

Anzen-Sakudo
Damodar Ropeways
Nippon Cable
Taihei

Afrika und Australien

Die geografische sowie gesellschaftliche Lage Afrikas sorgt unbestritten dafür, dass Seilbahnen zur touristischen Erschliessung von Gebirgen bis heute nie Einzug gehalten haben. Das einzige bekannte Skigebiet Afrikas befindet sich in Lesotho, Seilbahnen wurden aber vor allem im nördlichen Teil des Kontinents im Maghreb erstellt. Von Roll hatte dort eine Niederlassung, die später von Garaventa nach der Fusion mit Doppelmayr übernommen wurde. Diese Niederlassung hat bis heute viele Umlaufbahnen zum innerstädtischen Personentransport gebaut.

Auf dem letzten noch zu nennenden Kontinent, Australien, samt der Insel Neuseeland, begann der Skitourismus ab den 1960er Jahren zu gedeihen. Mit ihm entwickelte sich auch die Seilbahnkultur rasant, aufgrund des zeitlichen Rückstandes auf die europäische Entwicklung konnten sich einheimische Hersteller aber nur schwer gegen die Platzhirsche von der Nordhalbkugel behaupten. Heute erstellen wie so oft quasi ausschliesslich die Firmen Doppelmayr und Leitner Seilbahnen auf dem australischen Kontinent.