Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Ringer

Allgemeine Informationen
Name
Ringer

Land
USA

Gründungsjahr
1951

Der deutsche Ingenieur Karl Ringer entwickelte während des zweiten Weltkriegs ein System für Zweiersesselbahnen, bei dem die Sessel schwenkbar ausgeführt werden sollten. Dieses System erleichterte den Ein- und Ausstieg ungemein, da die Sitzfläche hinter dem Fahrgast seitlich wegklappt wurde und er so komfortabel aus dem Sessel aussteigen konnte.

In die USA ausgewandert konnte Ringer bereits 1951 die ersten beiden solchen Sesselbahnen erstellen. Kurze Zeit später entstand auch eine kuppelbare Sesselbahn, die erste auf dem nordamerikanischen Kontinent. Nach einem tödlichen Unfall auf dieser Versuchsanlage, die mehrheitlich aus Occasionsteilen von anderen Bahntypen bestand, wurde der Betrieb eingestellt. Insgesamt erstellte Ringer acht fixe Anlagen mit schwenkbaren Sesseln in den USA.

Später vergab Ringer Lizenzen seines Patentes an den Schweizer Hersteller Bell, der aber nie eine Bahn nach diesem System erbaute und das Patent vom Markt nahm. Von der Schweizer Firma Habegger ist allerdings eine Bahn bekannt, die nach einem ähnlichen System gebaut wurde, die Sesselbahn Geils-Hahnenmoos in Adelboden 1955. Habegger patentierte aber einen etwas anderen Klappmechanismus.

Ringer stieg bereits 1953 aus dem Seilbahnbau aus. Heute existieren keine seiner Bahnen mehr. Eine der letzten Bahnen, die noch schwenkbare Sessel besitzt, ist die Hörnlebahn in Bad Kohlgrub, nahe Garmisch-Partenkirchen in Deutschland. Bei der Bahn handelt es sich um einen Lizenzbau vom österreichischen Hersteller Wolf & Switzeny, der später von Wiener Brückenbau saniert wurde.

Ein ausführlicher Beitrag zu Karl Ringer und seiner Firma sowie einige Illustrationen zu seiner Erfindung finden sich in englischer Sprache auf dieser Seite.