Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Rowema

Allgemeine Informationen
Name
Rowema

Land
CH

Gründungsjahr
1985

Die Firma Rowema aus Dübendorf ist die Nachfolgefirma der Firma Müller Dietlikon. Nach dem Tod des Firmengründers Gerhard Müller übernahm Rowema den Produktionsstandort und die Patente von einem der grössten Technikgenies des Schweizer Seilbahnbaus.

Nachdem Müller seine letzten Anlagen Mitte der 80er Jahre, darunter auch die erste Dreiersesselbahn der Firmengeschichte im Val d’Anniviers, baute, entstanden unter dem Namen Rowema zunächst keine eigenen Neuanlagen. Vielmehr war die Firma damit beschäftigt, Ersatzteile für bestehende Bahnen der Firma Müller zu produzieren sowie Sanierungen an älteren Anlagen vorzunehmen.

Noch kurz vor Ende der Firmengeschichte sanierte Müller unter eigenem Namen im so genannten Weissen Hochland rund um Gstaad die Kabinenbahnen an der Videmanette und am Eggli aus den 50er Jahren und stattete sie mit grundlegend neuer Technik aus. Einzig die Bahn an der Wispile wurde nicht mehr von Müller selbst neu gebaut, dies geschah erst 1988 durch Rowema, die dort ihre ersten und bis heute einzigen beiden Anlagen in der Schweiz realisieren konnten. Im Gegensatz zu Müller verwendete Rowema für die beiden Sektionen Viererkabinenbahn jedoch nicht die bewährte Schraubklemme, sondern kaufte die Kuppeltechnik komplett bei Poma ein. Die Rollen entstammten bei diesem Bau noch dem Restbestand von Müller, die Stützen entsprachen jenen der neueren fix geklemmten Bahnen von Müller aus Rundrohrschäften. Die Bahn war zudem die erste Einseilumlaufbahn der Schweiz, die für zwei Sektionen nur einen Antrieb verwendete. Mit einer doppelten Seilscheibe auf der Antriebswelle wurden zwei verschiedene Seilschleifen gleichzeitig angetrieben, was, abgesehen von der Funiteltechnik, erst 2010 in der Aletschregion bei einer Sesselbahn wieder auf Schweizer Boden zum Einsatz kam.

Rowema ist bis heute immer noch im Bau von Ersatzteilen für Mülleranlagen tätig, als lukrativ erwies sich für die Firma aber auch der Bau von Müller-Occasionsanlagen in Südamerika. Die Firma transportiert in diesem Geschäftsfeld Bahnen aus der Schweiz kostengünstig in die südamerikanischen Staaten, wo sie dann wie beispielsweise die 2007 abgebaute Bahn in Emmetten zur Stockhütte, auf Plantagen oder in Skigebieten wieder aufgebaut werden.



Verweise