Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Sameli-Huber

Allgemeine Informationen
Name
Sameli-Huber

Land
CH

Gründungsjahr
1940

Nachdem der Erfinder des modernen Bügelschlepplifts, Ernst Constam, 1940 nach Amerika auswanderte, liess er kurz zuvor einige Weiterentwicklungen seines Schleppliftsystems in der Schweiz patentieren. Mit diesen Patenten Constams konnte der Ingenieur Henri Sameli-Huber aus Meilen im Kanton Zürich in den folgenden Jahren zahlreiche Anlagen nach Constams Ideen erstellen.

Wichtigste Erfindung Constams war zweifelsohne die Idee, Schlepplifte im Sommer mit Sesseln zu bestücken, um auch in der schneefreien Jahreszeit Gäste auf den Berg befördern zu können. Die anfänglichen Versuche Sameli-Hubers, Wanderer bequem empor zu bringen, begannen bei reduzierter Geschwindigkeit und eingehängten Schleppliftbügeln mit so genannten Gehliften. Mit hergerichtetem Trassee konnten Wanderer bequem ohne grosse Anstrengung den Berg hinauflaufen, da die Hubarbeit durch den Schleppliftbügel aufgebracht wurde. Neben der ersten Versuchsanlage am Jochpass in Engelberg wurde ein solcher Gehlift auch von Zermatt zur Sunnegga eingerichtet. Allerdings setzten sich nach weiteren Versuchen in Engelberg schlussendlich die wesentlich komfortableren Einersessel durch. Zwar konnte Sameli-Huber den Titel "Erste Sesselbahn" weder weltweit noch in Europa für sich beanspruchen, da ihm die Firmen American Steel and Wire sowie František Wiesner zuvor kamen, dennoch kann man Sameli-Huber als den ersten Konstrukteur bezeichnen, der Sesselbahnen flächendeckend als Beförderungsmittel herstellen konnte.

Sameli-Huber machte mit Constams kurz vor dem Krieg entstandenen Ideen den Bügelschlepplift wesentlich günstiger in Bau und Unterhalt. Die einst an zwei Klemmen aufgehängten Schleppliftgehänge (eine zur Aufhängung sowie eine weitere zum Aufrollen des Schleppseils) wurden zu einer einzigen zusammengefasst. Dadurch konnten nicht nur die massiven Trommeln in Berg- und Talstation durch gewöhnliche Seilscheiben ersetzt werden, sondern auch eine Kombination von Antrieb und Abspannung wurde möglich. Waren bei Constam Antrieb und Spannung immer separat auf die Stationen aufgeteilt, setzte Sameli-Huber einen in der Talstation abgespannten, beweglichen Brückenantrieb ein. Die Bergstation als fixe Umkehrstation konnte daher wesentlich schlichter ausfallen als bis dato.

Nach rund zwei Dutzend erstellten Anlagen in der Schweiz, darunter ab 1948 auch reinen Einersesselbahnen, zog sich Henri Sameli-Huber 1952 aus dem Seilbahnbau zurück. Auf die Patente Constams griff in der Folge der im gleichen Ort ansässige Karl Brändle zurück. Er entwickelte den Bügelschlepplift derart weiter, wie man ihn in der heutigen Form noch häufig antrifft.



Verweise