Seilbahnlexikon - Herstellerverzeichnis

Transporta Chrudim

Allgemeine Informationen
Name
Transporta Chrudim

Land
CZ

Gründungsjahr
1945

Die Firma Transporta aus dem tschechischen Chrudim begann bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Bau von Seilbahnen. Zuvor war die Firma unter dem Namen František Wiesner bereits im Bau von Pendelbahnen und fixen Sesselbahnen sehr erfolgreich gewesen. Nach 1945 begann die neu verstaatlichte Firma auch mit dem Bau von kuppelbaren Bahnen. Dabei setzte man anfangs jedoch nicht auf eigene Technik, sondern erwarb eine Lizenz von Von Roll zum Bau von VR101-Ssesselbahnen. Im gesamten ehemaligen Ostblock entstanden bis in die 60er Jahre zahlreiche Seitwärtssesselbahnen, von denen heute auch noch einige existieren. Darunter noch zwei Sektionen am Chopok in der Slowakei, welche aber beide seit etwa zehn Jahren stillgelegt sind und in Kürze abgebrochen werden, aber auch noch in Krupka und an der Schneekoppe im heutigen Tschechien. Letztere Bahn in zwei Sektionen soll in Kürze, sobald Gelder vorhanden sind, durch eine neue Bahn ersetzt werden.

Neben den VR101 baute Transporta Chrudim auch zahlreiche fixe Einersesselbahnen und Schlepplifte. 1947 wurde in Špindlerův Mlýn die erste solche gebaut, mit ähnlicher Technik, mit der Wiesner 1940 die erste Sesselbahn Europas erstellte. Die späteren Einersesselbahnen besassen anfangs noch Stützen, die der VR101 sehr ähnelten, nach und nach wurde die Technik aber vereinfacht und man setzte auf simple Rundrohrstützen. Das staatliche Unternehmen konnte quasi ohne Konkurrenz in den ehemaligen Ostblockstaaten zahlreiche Bahnen erstellen, neben den Schleppliften und fixen Sesselbahnen auch kuppelbare Zweiseilbahnen, von denen heute noch eine letzte am Hexenplatz im deutschen Thale ihre Runden dreht.

In den 80er Jahren wagte die Firma analog zu den Herstellern aus den westlichen Staaten den Bau einer eigens entwickelten kuppelbaren Sesselbahn. Die Technik war der der VR101 sehr ähnlich, dennoch gab es frappierende Unterschiede, sodass auch die Tragebatterien mit einer Schiene überwunden wurden. Die politische Wende kam dem Durchbruch des Systems jedoch zuvor, sodass es bei einer einzigen solchen Sesselbahn blieb. Die Anlage wurde schon in den 90er Jahren wieder ersetzt.

Vermutlich dürfte Transporta Chrudim aufgrund des technischen Rückstandes im Vergleich zu den westeuropäischen Herstellern nach der Öffnung der Märkte keine Seilbahnen mehr gebaut haben. Die Firma ist aber bis heute immer noch existent und in anderen Sparten des Transportwesens tätig, speziell im Bau von Fahrtreppen. Aufgrund der teilweise desolaten Zustände der Anlagen wurden sehr viele bis heute durch neue Bahnen ersetzt. Einige Einersesselbahnen und Schlepplifte findet man von Transporta Chrudim aber immer noch.